Epstein soll bis 2018 junge Frauen missbraucht haben

Ein Anwesen auf Little Saint James Island, der Privatinsel des
verstorbenen US-Geschäftsmanns J. Epstein: Hier soll Epstein
bis mindestens 2018 Mädchen und junge Frauen missbraucht haben.
Bild 1 von 2

Ein Anwesen auf Little Saint James Island, der Privatinsel des verstorbenen US-Geschäftsmanns J. Epstein: Hier soll Epstein bis mindestens 2018 Mädchen und junge Frauen missbraucht haben.

© Gianfranco Gaglione

Sexueller Missbrauch und Aufbau eines Sexhandelsrings: Schon die bislang bekannten Vorwürfe gegen Jeffrey Epstein waren äußerst schwerwiegend. Doch das Ausmaß des Skandals könnte noch viel größer sein. Epstein ist tot - aber der Fall noch lange nicht vorbei.

New York/Charlotte Amalie (dpa) - Der Missbrauchsskandal um den im Gefängnis gestorbenen US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein hat möglicherweise noch größere Ausmaße als bisher bekannt.

Die Generalstaatsanwaltschaft der amerikanischen Jungferninseln wirft der Nachlassverwaltung des Geschäftsmanns in einer Zivilklage vor, bis mindestens 2018 auf Epsteins Privatinsel Little St. James Mädchen und junge Frauen missbraucht zu haben, wie US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) berichteten.

Die jüngsten Mädchen sollen gerade einmal elf Jahre alt gewesen sein. Die örtliche Regierung will nun den Besitz des Geschäftsmanns auf den Karibikinseln beschlagnahmen.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Behörden in New York, wo Epstein im vergangenen Juli wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt worden war, hatte es zunächst keine Hinweise auf Taten nach 2005 gegeben. In dem Fall ging es lediglich um Missbrauchsfälle, die von 2002 bis 2005 in seinen Häusern in Manhattan und Palm Beach im US-Bundesstaat Florida stattgefunden haben sollen.

Epstein hatte sich im vergangen August in seiner Gefängniszelle in Manhattan erhängt. Wie das passieren konnte, wird noch untersucht. Unter anderem wurden bereits zwei Gefängniswärter, die in der Nacht seines Todes auf Epstein aufpassen sollten, wegen der Fälschung von Dokumenten angeklagt.

Sie sollen nicht wie vorgegeben jede halbe Stunde nach Epstein geschaut, sondern an ihren Arbeitsplätzen gesessen, im Internet gesurft oder sich in ihrem Aufenthaltsbereich bewegt haben. Danach sollen sie Dokumente gefälscht haben, um ihr Fehlverhalten zu verdecken.

Epstein habe auf den US-Jungferninseln "ein Netzwerk von Firmen und Einzelpersonen" geschaffen, das zu Frauenhandel, sexuellem Missbrauch und Kindesmissbrauch beigetragen habe, heißt es laut Berichten in der neuen Klage. Dafür fordere das US-Außengebiet nun die Beschlagnahmung seines Besitzes auf den Inseln im Wert von geschätzt 86 Millionen Dollar (etwa 77 Millionen Euro).

Epstein gehörten den Berichten zufolge unter anderem die beiden benachbarten Karibikinseln Great St. James und Little St. James sowie mehrere Briefkastenfirmen, die er für seine kriminellen Machenschaften genutzt haben soll.

Von 2001 bis 2018 habe Epstein seine teils minderjährigen Opfer mit Privatjets und Booten nach Little St. James gebracht und sie dort unter falschen Vorwänden zu Sexsklavinnen gemacht und "zu sexuellen Handlungen gezwungen", zitierten US-Medien weiter aus der Klageschrift. Die Mädchen und jungen Frauen seien auch genötigt worden, für Geld Sex mit anderen Männern zu haben. In einer Computerdatenbank habe der Geschäftsmann die Aufenthaltsorte und Verfügbarkeiten der Opfer festgehalten.

"Wir werden da nicht mitmachen, und wir werden unsere Gesetze durchsetzen", sagte die Generalstaatsanwältin der US-Jungferninseln, Denise George. "Der soziale Status eines Menschen ist egal. Die Gesetze gelten für alle."

Quelle: dpa-infocom GmbH
Top-Themen
Mehr als vier Monate nach dem Anschlag von Halle erschüttert Deutschland ein weiteres blutiges Attentat. Ein Deutscher ...mehr
Die menschlichen Überreste stammen aus illegalen Grabentnahmen. Intensiv untersuchten Forscher fast 1200 Schädel in ...mehr
Der Todesschütze von Hanau war wohl psychisch schwer krank. Für Innenminister Seehofer ist trotzdem klar, dass es ein ...mehr
Die besten Witze & Sprüche
Obwohl der Klimawandel eigentlich keinen Grund zum Lachen liefert, lässt sich unsere Unfähigkeit schneller umzudenken ...mehr
Video
Anzeige