Gericht setzt Angeklagten in Prozess um Wehrhahn-Anschlag auf freien Fuß

Der wegen des Bombenanschlags auf den Düsseldorfer S-Bahnhof
Wehrhahn vor 18 Jahren angeklagte Ralf S. gilt nach Einschätzung
des Düsseldorfer Landgerichts nicht länger als dringend
tatverdächtig. Die Richter setzten ihn deshalb auf freien Fuß.
Bild 1 von 1

Der wegen des Bombenanschlags auf den Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn vor 18 Jahren angeklagte Ralf S. gilt nach Einschätzung des Düsseldorfer Landgerichts nicht länger als dringend tatverdächtig. Die Richter setzten ihn deshalb auf freien Fuß.

 © Martin Gerten - dpa/AFP/Archiv
17.05.2018 - 12:15 Uhr

Der wegen eines Bombenanschlags auf den Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn vor etwa 18 Jahren angeklagte Ralf S. gilt nach Einschätzung des Landgerichts Düsseldorf nicht länger als dringend tatverdächtig. Nach eigenen Angaben vom Donnerstag hoben die Richter den Untersuchungshaftbefehl gegen den 51-Jährigen deshalb auf. Sie begründeten dies mit Zeugenaussagen, die nicht ausreichend belastbar seien.

Der seit Januar laufende Prozess geht allerdings weiter. Außerdem kann die Staatsanwaltschaft noch Beschwerde gegen die Entscheidung einreichen, S. auf freien Fuß zu setzen. Laut Landgericht erfolgte der Beschluss nach einer Bewertung der bisherigen Beweisaufnahme. Unter anderem hätten sich Angaben mehrerer Zeugen, denen gegenüber der Angeklagte den Anschlag angeblich ankündigte oder gestand, als "nicht hinreichend belastbar erwiesen", teilten die Richter mit.

Demnach gilt S. für sie weiterhin als tatverdächtig, jedoch nicht mehr als dringend tatverdächtig. Der juristische Unterschied hat Folgen etwa für die Frage, ob Untersuchungshaft angemessen ist.

Bei dem mutmaßlich fremdenfeindlich motivierten Anschlag auf den S-Bahnhof in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt waren am 27. Juli 2000 zehn Sprachschüler aus Osteuropa teils schwer verletzt worden. Eine Frau verlor bei der Explosion eines ferngezündeten Sprengsatzes ihr ungeborenes Kind. Die Staatsanwaltschaft wirft S. mehrfachen Mordversuch vor. S. bestreitet die Vorwürfe mit Nachdruck.

Der 51-Jährige war bereits unmittelbar nach dem Anschlag ins Visier der Ermittler gerückt, diese fanden allerdings keine Beweise. Der als Neonazi bekannte Betreiber eines Militariahandels rückte aber 2014 erneut in den Fokus, nachdem ein früherer Mithäftling berichtet hatte, S. habe sich mit dem Anschlag gebrüstet. Als Folge der wieder aufgenommenen Ermittlungen wurde er verhaftet und angeklagt.

Quelle: 2018 AFP
Top-Themen
Heftige Gewitter mit Starkregen haben im Westen und in der Mitte Deutschlands zu zahlreichen Überschwemmungen und ...mehr
Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat finden sich in vielen alkoholfreien Bieren. Das ergab eine ...mehr
Nach der teilweisen Detonation einer Fliegerbombe in Dresden ist am Donnerstag erneut der Flugverkehr über der Stadt ...mehr
Tests
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
1
Physik, Chemie, Biologie - sind Sie ein verkappter Einstein? Finden Sie es heraus mit unserem kostenlosen Test!mehr
Bilder des Tages
Verstanden? Im indonesischen Jakarta macht ein Schild Besucher darauf aufmerksam, dass während des muslimischen Fastenmonats Ramadan grundsätzlich kein Bier ausgeschenkt wird.mehr