Heftige Gefechte am Stadtrand von Damaskus

Der Osten der syrischen Hauptstadt Damaskus ist nach Angaben von
Aktivisten am Montagmorgen zum Ziel heftiger Luftangriffe der
syrischen Regierung geworden. Erstmals seit zwei Jahren gelangten
Rebellen in die Umgebung des Abbasiden-Platzes.
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Der Osten der syrischen Hauptstadt Damaskus ist nach Angaben von Aktivisten am Montagmorgen zum Ziel heftiger Luftangriffe der syrischen Regierung geworden. Erstmals seit zwei Jahren gelangten Rebellen in die Umgebung des Abbasiden-Platzes.

 © AMER ALMOHIBANY - AFP
20.03.2017 - 19:11 Uhr

Am Stadtrand von Damaskus haben sich syrische Regierungstruppen und Rebellen heftige Gefechte geliefert. Nach einem Vorstoß von Dschihadisten und anderen Aufständischen im Osten der syrischen Hauptstadt ließ die Regierung von Präsident Baschar al-Assad am Montag schwere Luftangriffe auf den Bezirk Dschobar fliegen. Nach Militärangaben wurden die Rebellen schließlich zurückgedrängt, die Kämpfe flauten am Abend ab.

Dschihadisten der Fateh-al-Scham-Front und andere Aufständische hatten am Sonntag versucht, von Dschobar aus zum Abbasiden-Platz im Stadtzentrum von Damaskus vorzustoßen. Die Fateh-al-Scham-Front ist aus der Al-Nusra-Front, dem ehemaligen Al-Kaida-Ableger in Syrien, hervorgegangen. Es war das erste Mal seit zwei Jahren, dass es den Rebellen gelang, in die Umgebung des Abbasiden-Platzes vorzudringen.

Die Rebellen attackierten die Regierungstruppen mit zwei Autobombenanschlägen und mehreren Selbstmordattentätern. Die Regierungstruppen starteten schnell eine Gegenoffensive, am Montagmorgen wurde Dschobar von Kampfflugzeugen bombardiert.

Stundenlang waren im Zentrum von Damaskus die Einschläge der Luftangriffe sowie das Mündungsfeuer von Heckenschützen zu hören. Zahlreiche Einwohner der Hauptstadt verbargen sich in ihren Häusern, Schulen und Geschäfte blieben geschlossen.

Nach Darstellung der staatlichen Nachrichtenagentur Sana richteten sich die Luftangriffe in Dschobar gegen "Terroristenstellungen". Bis zum frühen Abend gelang es den Regierungstruppen, fast alle Stellungen der Rebellen zurückzuerobern, wie ein Militärvertreter der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Möglicherweise wollten die Aufständischen mit ihren Angriffen vom Sonntag den Bezirk Kabun nördlich von Dschobar freikämpfen, der von den Regierungstruppen umschlossen ist. "Bei ihrem Ansturm konnten die Aufständischen für mehrere Stunden eine Straßenverbindung zwischen Kabun und Dschobar öffnen", sagt der Leiter der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Abdel Rahman. Später sei es den Regierungstruppen aber gelungen, fast drei Viertel der Rebellenstellungen zurückzuerobern.

Nach dem Ende der Kämpfe trauten sich die Anwohner wieder auf die Straße, wie AFP-Korrespondenten am Abend berichteten. Die Geschäfte öffneten und auf den Straßen fuhren wieder Autos. Auch der Abbasiden-Platz war wieder fast so belebt wie sonst.

Ob die Luftangriffe von der syrischen oder russischen Luftwaffe geflogen wurden, war zunächst unklar. Einwohner Dschobars sprachen von mindestens 40 Luftangriffen. Die Beobachtungsstelle verzeichnete alleine für Sonntag 26 getötete Kämpfer der Regierungstruppen sowie 21 getötete Aufständische, für Montag lagen zunächst keine Zahlen vor.

Seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor sechs Jahren wurden mehr als 320.000 Menschen getötet. Seitdem Russland sich im September 2015 aktiv in das Kriegsgeschehen einmischte, gewannen die Regierungstruppen vielerorts die Oberhand zurück. Ende des vergangenen Jahres gelang es den Regierungstruppen, Aleppo, die zweitgrößte Stadt des Landes, vollständig zurückzuerobern. Am Donnerstag soll ein weiterer Anlauf zu Friedensverhandlungen in Genf unternommen werden.

Am Montag verkündete die in Nordsyrien einflussreiche Kurdenmiliz YPG ein Ausbildungsabkommen mit Russlands Streitkräften. Die Vereinbarung sehe die Schulung kurdischer Kampfverbände in "moderner Militärtaktik" vor, erklärte ein Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG).

Es ist das erste Abkommen Russlands dieser Art mit einer Kurdenmiliz in Syrien. Das Nachbarland Türkei betrachtet die YPG als terroristische Vereinigung. Die Zusammenarbeit Russlands mit der YPG dürfte in Ankara daher auf scharfe Ablehnung stoßen.

Quelle: 2017 AFP
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