Kurz fordert Korrektur der Impfstoff-Verteilung in der EU

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz fordert eine weitere
Korrektur bei der Impfstoffvergabe der EU.
Bild 1 von 1

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz fordert eine weitere Korrektur bei der Impfstoffvergabe der EU.

 © Roland Schlager

Die Auslieferung der Impfdosen sei nicht wie vereinbart gleichzeitig und nach Bevölkerungsanteil an alle EU-Staaten erfolgt, sondern nach Bestellmenge. Österreichs Kanzler Kurz fordert eine Korrektur.

Wien (dpa) - Vor dem EU-Gipfel hat Österreichs Kanzler Sebastian Kurz erneut Korrekturen bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen gefordert. Die Solidarität in der Europäischen Union stehe auf dem Spiel, sagte der konservative Politiker der "Welt".

Er werde das Thema bei Beratungen mit seinen EU-Kollegen am Donnerstag zur Sprache bringen, falls es bis dahin keine Lösung gebe.

Österreich und einige andere Ländern fordern die Neuverteilung bereits seit Mitte März. Der deutsche Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) hatte dem am Dienstag eine Absage erteilt.

Kurz sagte der Zeitung, die Auslieferung der Dosen sei nicht wie vereinbart gleichzeitig und nach Bevölkerungsanteil an alle EU-Staaten erfolgt, sondern nach Bestellmenge. "Wir können aber kein Interesse daran haben, dass sich die Kluft innerhalb der Europäischen Union bei der Durchimpfung der Bevölkerung immer mehr vergrößert und wir somit EU-Mitgliedsstaaten zweiter Klasse schaffen", sagte der ÖVP-Politiker.

Ein EU-Diplomat wies am Mittwoch darauf hin, dass es Vorschläge gebe, um kurzfristig einen Ausgleich zu schaffen. Dabei geht es um eine vorgezogene Lieferung von zehn Millionen Dosen Biontech/Pfizer-Impfstoff. Mehrere Länder hatten vorgeschlagen, den am schwersten vom Impfstoffmangel betroffenen Ländern kurzfristig drei Millionen Dosen zusätzlich zuzuteilen.

"Wenn aber der Eindruck entstehen sollte, dass es am Ende nur darum geht, für Fehler der Regierung in Wien gerade zu stehen, wird es schwierig", sagte der EU-Diplomat. "Denn Österreich steht bei der Impfstoffbeschaffung insgesamt nicht so schlecht da." Jeder EU-Staat hätte die Möglichkeit gehabt, gleich viele Impfstoffe zu bestellen. "Einige Länder haben die Entscheidung getroffen, weniger Impfstoffe abzunehmen als möglich. Dieses Vorgehen kann jetzt aber nicht der EU oder den europäischen Partnern angelastet werden."

Duch Roth hatte darauf hingewiesen, dass Österreich und einige andere Staaten die ihnen nach Bevölkerungsgröße zustehenden Impfstoffkontingente nicht ausgeschöpft hatten. Diese Mengen seien anderen EU-Ländern angeboten worden. Mit Österreich fordern auch Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien eine veränderte Aufteilung.

Quelle: dpa-infocom GmbH
Top-Themen
Das Ende der Sommerferien rückt näher, und viele Urlauber kommen nach Deutschland zurück. Die Regierung bereitet eine ...mehr
Laut RKI soll die Inzidenz weiter als Leitindikator für Infektionsdynamik dienen. Zahlreiche Länderchefs wollten ...mehr
Viele Bundesbürger kommen nach und nach aus den Ferien in aller Welt wieder - deswegen sollen Corona-Tests auf breiter ...mehr
Die besten Witze & Sprüche
WhatsApp-Status-Sprüche eignen sich sehr gut, um ins Gespräch zu kommen, sich von seiner humorvollen Seite zu zeigen ...mehr
Von Zuhause arbeiten bringt Vor- und Nachteile mit sich. Während man es mit dem Dresscode nicht ganz so genau nehmen ...mehr
Sie lieben Denksport und kennen sich gut mit Sprichwörtern und Emojis aus? Dann versuchen Sie unser Emoji-Bilderrätsel ...mehr
Video
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.