Lucke-Appell an AfD-Mitglieder: Rechtsextremisten ausgrenzen

Bernd Lucke, inzwischen Vorsitzender der Liberal-Konservativen
Reformer, appelliert an seine ehemalige Partei: «Brechen Sie mit
den Rechtsextremisten in der AfD!»
Bild 1 von 1

Bernd Lucke, inzwischen Vorsitzender der Liberal-Konservativen Reformer, appelliert an seine ehemalige Partei: «Brechen Sie mit den Rechtsextremisten in der AfD!»

 © Frank Molter
12.02.2019 - 09:46 Uhr

AfD-Gründer Bernd Lucke hat die gemäßigten Mitglieder seiner ehemaligen Partei aufgefordert, Rechtsextremen in ihren Reihen die Stirn zu bieten.

Berlin (dpa) - In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden offenen Brief "an die nicht rechtsextremen Mitglieder der AfD" schreibt Lucke: "Brechen Sie mit den Rechtsextremisten in der AfD! Grenzen Sie sie aus und fordern Sie sie auf, Ihre Partei zu verlassen."

Wer noch Zweifel an der Gesinnung dieser Parteimitglieder habe, müsse sich nur das Gutachten des Verfassungsschutzes über die AfD zu Gemüte führen. "Warum lassen Sie es zu, dass die Rechtsextremen bei Ihnen eine Heimstatt gefunden haben?", heißt es in dem Brandbrief des Volkswirtschaft-Professors. Und: "Wer dazu schweigt, macht sich mitschuldig." Nicht nur Holocaust-Leugner und Skinheads seien rechtsextrem, sondern auch Deutsche, die sich "über Menschen anderer Herkunft erheben, nur weil diese nicht deutsch sind".

Lucke hatte die AfD im 2015 verlassen, nachdem er als Parteichef abgewählt worden war. Er gründete die Partei Alfa, die wegen eines Namensstreits heute Liberal-Konservative Reformer (LKR) heißt. Lucke ist LKR-Bundesvorsitzender und Europaparlamentarier. In den vergangenen Tagen hat er nach eigenen Angaben zahlreiche wütende Zuschriften von AfD-Anhängern erhalten. Anlass war ein "Zeit"-Interview, in dem er sich für die Beobachtung von Teilen der AfD durch den Verfassungsschutz ausgesprochen hatte.

In seinem offenen Brief schlägt Lucke moderaten AfD-Mitgliedern vor, Funktionäre wie den Thüringer Fraktionschef Björn Höcke, den Bundestagsabgeordneten Thomas Seitz, den sächsischen Landtagsabgeordneten Jörg Urban und den Brandenburger AfD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Kalbitz immer wieder öffentlich zum Parteiaustritt aufzufordern. Er schreibt: "Machen sie Ordnung im eigenen Haus, indem Sie zumindest sagen, wo es stinkt."

Quelle: dpa-infocom GmbH
Top-Themen
Auf einer Baustelle, wo früher ein Gefängnis stand, fallen Schüsse. Die Polizei zieht aus dem ganzen Stadtgebiet ihre ...mehr
Missbrauchsopfer verlangen eine Chemotherapie gegen den Krebs in der Kirche. In der Glaubwürdigkeitskrise der Kirche ...mehr
Der Fall des jahrelangen und vielfachen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde erschüttert. Jetzt ...mehr
Anzeige
Anzeige
Video
Bilder des Tages
Bilder des Tages
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225