Maas kündigt Haftstrafen für Dopingsünder an

Bei den Winterspielen in Sotschi ist ein deutscher Sportler
positiv auf Doping getestet worden; Einzelheiten sollen im Laufe
des Tages bekannt gegeben werden. Justizminister Maas kündigte die
Einführung eines strengen Anti-Doping-Gesetzes an.
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Bei den Winterspielen in Sotschi ist ein deutscher Sportler positiv auf Doping getestet worden; Einzelheiten sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Justizminister Maas kündigte die Einführung eines strengen Anti-Doping-Gesetzes an.

© Hannibal Hanschke - DPA/AFP/Archiv
21.02.2014 - 13:03 Uhr

Nach Bekanntwerden der ersten Dopingaffäre bei den Olympischen Spielen in Sotschi hat Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Einführung eines strengen Anti-Doping-Gesetzes angekündigt. "Sowohl der Besitz als auch die Anwendung von Doping-Mitteln sollen unter Strafe gestellt werden. Doping-Sündern und Doping-Ärzten drohen dann Haftstrafen von bis zu fünf Jahren", sagte Maas der "Bild".

In Zusammenarbeit mit dem Innenministerium werde er noch indiesem Jahr einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen, sagte derMinister weiter. "Wir sind es der Mehrheit der ehrlichen Sportlerschuldig, endlich zu handeln", sagte Maas. Mit dem Gesetz werde"schon der Besitz geringer Mengen von Doping-Mitteln unter Strafegestellt". Dies gelte sowohl für die Zeit der Sportwettkämpfeselbst, als auch für die Vorbereitungs- und Trainingszeit: "Esdroht gedopten Sportlern also künftig nicht mehr nur dieWettkampfsperre, sondern das Gefängnis."

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte zuvor bestätigt,dass er "am Donnerstagabend um 21.30 Uhr vom InternationalenOlympischen Komitee (IOC) informiert worden" sei, dass "die A-Probebei einem Mitglied der deutschen Olympiamannschaft ein von der Normabweichendes Ergebnis erbracht hat."

Die Öffnung der B-Probe und die Anhörung vor derIOC-Disziplinarkommission seien für den heutigen Freitagvorgesehen. Danach werde der Chef de Mission Michael Vesper überden Stand des Verfahrens informieren. Um welchen Sportler oderwelche Sportlerin es sich handelt, teilte der DOSB nicht mit.

Nach SID-Informationen ist ein Athlet oder eine Athletin aus demLanglauf- oder Biathlon-Bereich betroffen. Bestätigungen dafür gabes dazu weder vom DOSB, noch von den betreffenden Fachverbänden.Nach ARD-Informationen könnte es sich bei dem gefundenen Mittel umein Stimulans handeln.

Eine IOC-Sprecherin bestätigte auf SID-Anfrage die Darstellungdes DOSB. Bis zum Abschluss der Untersuchungen werde es keineweiteren Stellungnahmen des IOC geben. Die B-Probe wird nachSID-Informationen am Freitagnachmittag geöffnet. Ob es danach eineweitere offizielle Verlautbarung des DOSB geben wird, ließ derDachverband auf Anfrage offen.

"Ich bin geschockt. Ich bin sehr überrascht über dieseInformation", sagte Kombinations-Olympiasieger Eric Frenzel demSID. Hermann Weinbuch, der Bundestrainer der Kombinierer, sagte demSID: "Ich bin total geschockt."

Bislang war die Ausbeute der Dopingjäger bei Olympischen Spielentraditionell eher gering. In Vancouver 2010 hatte es einenpositiven Fall gegeben. Der slowakische Eishockey-Spieler LubomirVisnovsky war mit der Stimulans Pseudo-Ephedrin erwischt worden.Zuvor in Turin (2006) und Salt Lake City (2002) waren es je siebenFälle gewesen. In Nagano (1998), Lillehammer (1994) und Albertville(1992) ging ebenfalls kein Sportler ins Netz der Dopingjäger.

Quelle: 2014 AFP
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