Mindestens fünf Tote bei Attacken in Kabul

Bewaffnete haben am Mittwoch zwei Polizeiwachen in Kabul
angegriffen. Bei den offenbar koordinierten Attacken sprengte sich
auch Selbstmordattentäter in die Luft.
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Bewaffnete haben am Mittwoch zwei Polizeiwachen in Kabul angegriffen. Bei den offenbar koordinierten Attacken sprengte sich auch Selbstmordattentäter in die Luft.

 © USMAN SHARIFI - AFP
09.05.2018 - 15:46 Uhr

Bei mehreren Angriffen in Kabul sind am Mittwoch mindestens fünf Menschen getötet worden. Die offenbar koordinierten Attacken, bei denen sich auch Selbstmordattentäter in die Luft sprengten, richteten sich unter anderem gegen zwei Polizeiwachen im Westen und im Zentrum der afghanischen Hauptstadt, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. Zu den Anschlägen bekannten sich die radikalislamischen Taliban und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Am späten Morgen waren in Kabul laute Explosionen und Schusswechsel zu hören, auf Fernsehbildern war eine dichte Rauchwolke zu sehen. Afghanistans Geheimdienst machte die den Taliban nahe stehende Haqqani-Gruppe und die pakistanische Miliz Lashkar-e-Taiba für die Anschläge verantwortlich.

Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums starben mindesten fünf Menschen bei den Angriffen, 16 weitere wurden demnach verletzt. Das Gesundheitsministerium berichtete von sieben Toten und 17 Verletzten. Unter den Toten sollen auch Polizeibeamte sein.

Der IS reklamierte die erste Attacke auf eine Polizeiwache im Westen der Stadt für sich, die nach Angabe von Innenminister Wais Barmak eine Stunde dauerte. Drei Angreifer seien getötet worden, nachdem sie mit Granaten einen Raum auf dem Polizeigelände in Brand gesetzt hätten, erklärte Barmak.

Der zweite Angriff wurde von den Taliban reklamiert und richtete sich gegen die Polizeiwache 10 von Schar-i-Naw im Zentrum Kabuls. Ein Mann habe sich am Eingang der Wache in die Luft gesprengt, sagte Barmak. "Ein Auto setzte vier weitere Angreifer in der Nähe ab", fügte er hinzu. Sie hätten sich in ein Gebäude in der Nähe geflüchtet und seien nach einer stundenlangen Suchaktion von Sicherheitskräften getötet worden.

Ein AFP-Reporter berichtete von einer weiteren Explosion am späten Nachmittag. Laut Polizeiangaben handelte es sich dabei um einen weiteren Selbstmordattentäter.

Erst Anfang vergangener Woche war Kabul Schauplatz eines Doppelanschlags gewesen, bei dem mindestens 25 Menschen getötet wurden. Zu der Tat hatte sich die IS-Miliz bekannt. Am Montag hatte ein Selbstmordattentäter eine Blutspendeaktion für die Opfer der jüngsten Attacken angegriffen, dabei aber nur sich selbst getötet.

Die radikalislamischen Taliban hatten ihrerseits erst vor kurzem ihre jährliche Frühjahrsoffensive eingeleitet. Die Frühjahrsoffensive markiert normalerweise den Beginn des jährlichen Kampfgeschehens, allerdings hatten die Taliban auch im Winter ihren Kampf gegen afghanische und US-Truppen fortgesetzt. Zugleich verübten sie in Kabul eine Reihe äußerst schwerer Anschläge, bei denen hunderte Zivilisten getötet und verletzt wurden.

Die afghanische Regierung hat für den 20. Oktober Parlaments- und Regionalwahlen angekündigt. Taliban und IS haben keinen Zweifel daran gelassen, dass sie versuchen werden die Wahlen zu sabotieren.

Quelle: 2018 AFP
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