Nordkorea will Trump für martialische Drohungen "teuer bezahlen" lassen

Nordkorea rüstet auf
September 2017: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat US-Präsident Donald Trump nach dessen jüngsten Drohungen gegen sein Land gewarnt, er werde dafür "teuer bezahlen". Jong Un nannte Trump außerdem "geistesgestört". Trump hatte Nordkorea mit der "völligen Zerstörung" gedroht.
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Nordkorea rüstet auf

September 2017: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat US-Präsident Donald Trump nach dessen jüngsten Drohungen gegen sein Land gewarnt, er werde dafür "teuer bezahlen". Jong Un nannte Trump außerdem "geistesgestört". Trump hatte Nordkorea mit der "völligen Zerstörung" gedroht.

© ED JONES - AFP/Archiv
22.09.2017 - 11:25 Uhr

Nordkorea hat mit persönlichen Attacken gegen US-Präsident Donald Trump und der Androhung eines Atomwaffentests über dem Pazifik auf die martialischen Drohungen von Trump reagiert. Machthaber Kim Jong Un nannte Trump am Freitag einen "geistig umnachteten senilen Amerikaner", der für seine Rede von der UN-Vollversammlung "teuer bezahlen" werde. Sein Außenminister warnte, Pjöngjang könne eine Wasserstoffbombe außerhalb des eigenen Territoriums zünden. China und Russland forderten beide Seiten zur Zurückhaltung auf.

"Ich werde den Mann, der die Hoheit über das Oberkommando in den USA hat, für seine Rede teuer bezahlen lassen", hieß es in einer von den nordkoreanischen Staatsmedien veröffentlichten Erklärung Kims. Trump habe ihn und sein Land "vor den Augen der Welt beleidigt und die wildeste Kriegserklärung der Geschichte abgegeben", erklärte Kim demnach.

Die Drohungen des US-Präsidenten hätten ihm weder Angst gemacht noch ihn gestoppt, sondern vielmehr darin bestätigt, dass "der Weg, den ich gewählt habe, richtig ist", wurde Kim weiter zitiert. Er werde "den geistig umnachteten senilen Amerikaner sicher und endgültig mit Feuer zähmen", sagte Kim und drohte die "kompromisslosesten Gegenmaßnahmen der Geschichte" an.

Trump hatte bei seinem ersten Auftritt vor der UN-Vollversammlung am Dienstag gedroht, die USA würden Nordkorea notfalls mit einem Militärangriff "völlig zerstören", falls Pjöngjang im Streit um sein Atom- und Raketenprogramm nicht einlenke.

Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho deutete in New York an, sein Land könne eine weitere Wasserstoffbombe zünden - dieses Mal außerhalb des eigenen Staatsgebietes. "Ich denke, es könnte ein Wasserstoffbombentest von beispiellosem Ausmaß vielleicht über dem Pazifik sein", sagte er. Die Entscheidung liege jedoch "bei unserem Führer".

China, Russland und die Bundesregierung reagierten besorgt auf die kriegerische Rhetorik. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte in Peking, die Lage auf der koreanischen Halbinsel sei "kompliziert und heikel". Alle "maßgeblichen Parteien sollten Zurückhaltung üben statt sich gegenseitig zu provozieren" und "aufeinander zugehen", um den Konflikt zu lösen.

Auch Moskau rief zur Zurückhaltung auf, um keine weitere Eskalation zu provozieren. Der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow sagte, der Kreml sei nach dem "Austausch ziemlich grober, mit reichlich Drohungen versehenen Erklärungen" zutiefst besorgt.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow kritisierte sowohl die martialischen Drohungen Trumps als auch die "abenteuerliche Politik" Pjöngjangs."Die militärische Hysterie führt nicht nur in die Sackgasse, sondern auch zur Katastrophe", warnte er. Sein chinesischer Kollege Wang Yi bekräftigte, Verhandlungen seien "die einzige Lösung".

Die Bundesregierung nannte die Rhetorik Trumps und Kims als "nicht hilfreich". Es dürfe aber nicht vergessen werden, "wer hier das Völkerecht zum wiederholten Male bricht", sagte ein Sprecher des Außenministeriums mit Blick auf Nordkorea. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte der Deutschen Welle, sie halte "jede Art von militärischer Lösung für absolut unangemessen" und setze stattdessen auf diplomatische Bemühungen.

Nordkorea hatte die Weltgemeinschaft in den vergangenen Wochen nicht nur mit seinem sechsten Atomwaffentest, sondern auch mit neuen Raketentests in Unruhe versetzt. Der Konflikt mit dem ostasiatischen Land stand deshalb im Zentrum der einwöchigen Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York.

Trump verkündete am Donnerstag eine Serie von neuen Sanktionen gegen ausländische Unternehmen, die Geschäfte mit dem ostasiatischen Land machen. Auch die EU beschloss neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea. Die internationale Gemeinschaft hatte bereits vergangene Woche als Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Atomwaffentest weiter an der Sanktionsschraube gedreht.

Quelle: 2017 AFP
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