Präsident Trump besucht erneut Überschwemmungsgebiete im Süden der USA

Nach dem Sturm "Harvey" hat US-Präsident Donald Trump erneut die
Überschwemmungsgebiete besucht und schnelle Hilfe in Aussicht
gestellt. Gouverneur Greg Abbott rechnet mit einem jahrelangen
Wiederaufbau von Texas.
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Nach dem Sturm "Harvey" hat US-Präsident Donald Trump erneut die Überschwemmungsgebiete besucht und schnelle Hilfe in Aussicht gestellt. Gouverneur Greg Abbott rechnet mit einem jahrelangen Wiederaufbau von Texas.

© Nicholas Kamm - AFP
03.09.2017 - 10:48 Uhr

Nach dem Sturm "Harvey" hat US-Präsident Donald Trump erneut die Überschwemmungsgebiete besucht und schnelle Hilfe in Aussicht gestellt. In Houston im Bundesstaat Texas besuchte er am Samstag zusammen mit seiner Ehefrau Melania eine Notunterkunft. Die US-Regierung hatte zuvor vom Kongress 7,9 Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro) Nothilfe für die Katastrophenregion gefordert. Es handele sich um eine "Anzahlung" für die langfristigen Kosten für den Wiederaufbau, erklärte das Weiße Haus.

Trump traf am Samstagmittag (Ortszeit) auf dem Luftwaffenstützpunkt Ellington bei Houston ein. In einer Notunterkunft in der schwer betroffenen Millionenstadt kam er mit Opfern der Überschwemmungen und Helfern zusammen, verteilte Mahlzeiten und wurde in einem als "Kid Zone" (Kinderbereich) gekennzeichneten Bereich von zahlreichen Kindern umringt, die ihn umarmten und ihm die Hand schüttelten.

"Wir unterzeichnen jetzt eine Menge Dokumente, um Geld zu bekommen. 7,9 Milliarden Dollar", sagte Trump. Er hoffe auf eine "schnelle" Freigabe der Mittel. Bereits vor dem Besuch hatte Trump sich optimistisch gezeigt: "Dank all der großartigen Männer und Frauen, die so hart arbeiten, erholt sich Texas schnell", schrieb er im Kurzmitteilungsdienst Twitter. "Großartiger Fortschritt wird gemacht!" Für Sonntag rief Trump einen landesweiten Tag des Gebets für die Opfer aus.

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, warnte, es werde Jahre dauern, bis Texas sich wieder vollständig erholt habe. "Die Leute müssen wissen, dass dies kein kurzfristiges Projekt ist", sagte Abbott mit Blick auf den Wiederaufbau. "Es wird Jahre dauern, bis Texas aus dieser Katastrophe heraus ist."

Immerhin trugen die Houston Astros am Samstag erstmals seit der Überflutung ihrer Stadt wieder ein Baseballmatch im heimischen Stadion aus.

Während in der Millionenmetropole Houston die Fluten allmählich zurück gehen, steht das Wasser andernorts noch meterhoch. Mindestens 42 Menschen kamen durch die Katastrophe ums Leben. Houstons Bürgermeister Sylvester Turner rief die Anwohner zweier Stauseen auf, ihre Häuser zu verlassen. In dem Gebiet mit 15.000 bis 20.000 Einwohnern werde das Wasser noch bis zu 15 Tage nicht vollständig zurückgehen, warnte er.

Am Dringendsten seien jetzt Unterkünfte für diejenigen, die ihre Häuser verloren haben, sowie die Beseitigung von Schutt und Trümmern, sagte Turner. Allein im Großraum Houston sind nach seinen Schätzungen etwa 50.000 Häuser beschädigt. Die viertgrößte Stadt der USA brauche dringend Bundeshilfe: "Wir brauchen die Mittel jetzt", sagte er dem Sender CNN. "Nein, ich korrigiere mich: Wir brauchen sie gestern."

In einer überschwemmten Chemiefabrik in Texas brach unterdessen erneut Feuer aus. Dicke schwarze Rauchwolken lagen über der Anlage. Insgesamt lagern in dem Werk neun Behälter mit 225 Tonnen Peroxid. Die Behörden erwarten, dass sie in den nächsten Tagen mangels Kühlung nach und nach in Flammen aufgehen.

Trump stattete später noch Lake Charles im benachbarten Louisiana einen Besuch ab. Auch dort hinterließ "Harvey" verheerende Überschwemmungen.

Auf der mexikanischen Halbinsel Baja California im Nordwesten des Landes kamen derweil nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen durch den Tropensturm "Lidia" ums Leben. Allein im Ferienort Cabo San Lucas waren fünf Tote zu beklagen.

Tausend Menschen wurden in Notunterkünfte in La Paz, der Hauptstadt des Bundesstaates Baja California Sur, gebracht. Rund 3000 weitere fanden Schutz in Los Cabos, der südlichsten Gemeinde des Bundesstaates. "Lidia" wütet seit Mittwoch an der mexikanischen Pazifikküste.

Quelle: 2017 AFP
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