Pulitzer-Preis für Berichterstattung über den Fall Weinstein

Die Zeitung "New York Times" und das Magazin "New Yorker" sind
für ihre Berichterstattung über die Missbrauchsvorwürfe gegen den
früheren Hollywoodmogul Harvey Weinstein mit dem prestigeträchtigen
Pulitzer-Preis geehrt worden.
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Die Zeitung "New York Times" und das Magazin "New Yorker" sind für ihre Berichterstattung über die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Hollywoodmogul Harvey Weinstein mit dem prestigeträchtigen Pulitzer-Preis geehrt worden.

 © ANGELA WEISS - AFP/Archiv
16.04.2018 - 22:26 Uhr

Die Zeitung "New York Times" und das Magazin "New Yorker" sind für ihre Berichterstattung über die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Hollywoodmogul Harvey Weinstein mit dem prestigeträchtigen Pulitzer-Preis geehrt worden. Den Preis bekamen beide Publikationen am Montag in der Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" verliehen.

Konkret ging dieser Preis an ein von Jodi Kantor and Megan Twohey geleitetes Rechercheteam der "New York Times" sowie den "New Yorker"-Autor Ronan Farrow. Die Journalisten hatten mit ihren Artikeln über die mutmaßlich von Weinstein über Jahrzehnte hinweg verübten Übergriffe und Missbräuche nicht nur den Absturz des Filmproduzenten bewirkt, sondern auch die breite "MeToo"-Kampagne gegen die sexuelle Drangsalierung und Ausbeutung von Frauen ausgelöst.

Weinstein wird von inzwischen mehr als hundert Frauen - darunter zahlreichen Filmstars - beschuldigt, sie sexuell belästigt oder gar vergewaltigt zu haben. Er wurde kurz nach Aufkommen der Vorwürfe von seiner Produktionsfirma gefeuert und sieht sich inzwischen mit mehreren Ermittlungsverfahren konfrontiert. Weitere Enthüllungen und Vorwürfe setzten in den vergangenen Monaten noch andere Prominente aus der Film-, Medien- und anderen Branchen unter Druck.

Der nun geehrte "New Yorker"-Autor Ronan Farrow ist der Sohn der Schauspielerin Mia Farrow und des Filmemachers Woody Allen. Der Regisseur ist selber wegen weit zurückdatierender Missbrauchsvorwürfe zuletzt erneut in Erklärungsnöte geraten. Allens Adoptivtochter Dylan Farrow wirft ihrem Vater vor, sie als Siebenjährige missbraucht zu haben. Ronan Farrow unterstützt seit Jahren seine Schwester in ihren Anschuldigungen gegen Allen.

Der Pulitzer-Preis für investigative Berichterstattung ging an die Zeitung "Washington Post". Gewürdigt wurde sie für ihre Berichte über den gescheiterten republikanischen US-Senatskandidaten Roy Moore aus dem Bundesstaat Alabama, dem vorgeworfen wird, vormals Mädchen im Teenager-Alter nachgestellt zu haben.

Den Preis für die beste "Nationale Berichterstattung" teilt sich die "Washington Post" wiederum mit der "New York Times". Ausgezeichnet wurden beide Blätter für ihre Recherchen zu den mutmaßlichen russischen Einmischungen in den US-Wahlkampf 2016.

Der nach einem 1911 verstorbenen New Yorker Verleger benannte Pulitzer-Preis ist einer der renommiertesten Journalistenpreise der Welt. Er wird in insgesamt 21 Kategorien verliehen.

Quelle: 2018 AFP
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