Rechtsstreit um Affen-Selfies beigelegt

Ein Affe schnappt sich eine Kamera und schießt Selfies, die dann
rasch zum weltweiten Renner im Internet werden - mehrere Jahre
danach ist nun der Streit um die Rechte an den Fotos des Makaken
mit dem Namen Naruto beigelegt worden.
Bild 1 von 1

Ein Affe schnappt sich eine Kamera und schießt Selfies, die dann rasch zum weltweiten Renner im Internet werden - mehrere Jahre danach ist nun der Streit um die Rechte an den Fotos des Makaken mit dem Namen Naruto beigelegt worden.

 © Bay ISMOYO - AFP/Archiv
12.09.2017 - 13:24 Uhr

Ein Affe schnappt sich eine Kamera und schießt Selfies, die dann rasch zum weltweiten Renner im Internet werden - mehrere Jahre danach ist nun der Streit um die Rechte an den Fotos des Makaken mit dem Namen Naruto beigelegt worden. Der britische Fotograf, dem die Kamera gehörte, einigte sich mit Tierschützern darauf, einen Teil seiner künftigen Einnahmen aus den Affen-Selfies für den Naturschutz zu spenden.

Wie die Tierschutzorganisation Peta am Montag mitteilte, wird der Fotograf David Slater 25 Prozent der Einnahmen an Einrichtungen weitergeben, die sich für den Schutz des natürlichen Lebensraums von Naruto und anderen Schopfmakaken auf der indonesischen Insel Sulawesi einsetzen. Peta hatte vor zwei Jahren vor einem US-Bundesgericht in San Francisco eine Copyright-Klage im Namen des Affen eingereicht.

Darin forderten die Tierschützer, dass Naruto zum "Urheber und Eigentümer seines Fotos" erklärt werden müsse. Das Urheberrechtsgesetz in den USA verbiete einem Tier nicht das Halten eines Copyrights. "Da Naruto das Foto gemacht hat, gehört ihm das Copyright, wie es jedem Menschen gehören würde", argumentierte Peta.

Slater hingegen führte ins Feld, dass ihm die Affen-Selfies gehörten, da er das Stativ aufgebaut habe und dann nur für wenige Minuten weggegangen sei. In dieser Zeit habe der Affe seine Kamera an sich gerissen.

Slater hatte 2011 eine Serie von Tierbildern auf Sulawesi geschossen. In einem später veröffentlichten Buch fügte er zwei von Naruto aufgenommene Selbstporträts hinzu - die Bilder des schwarzen Schopfmakaken, der auf den Selfies breit zu grinsen scheint, gehen seither um die Welt.

Der Fotograf beklagte sich zudem darüber, dass ihn die Verbreitung der Fotos im Internet viel Geld gekostet habe, weil als Folge weniger Leute sein Buch gekauft hätten. Insofern ist fraglich, ob im Rahmen der jetzt erzielten gütlichen Einigung tatsächlich größere Summen in den Naturschutz auf Sulawesi fließen werden.

Peta und der Fotograf sind sich laut der Mitteilung jedoch darin einig, dass der Fall von Naruto "wichtige, hochaktuelle" Fragen hinsichtlich der "Ausweitung von gesetzlichen Rechten auf nicht-menschliche Tiere" aufwerfe.

Die Affen-Selfies zeigen nach Ansicht der Tierschutzorganisation klar, dass Naruto und die anderen Schopfmakaken "hochintelligente, denkende, hochentwickelte Wesen sind, die es verdienen, die legalen Rechte an ihrem geistigen Eigentum und andere Rechte als Mitglieder der Rechtsgemeinschaft zu halten".

Quelle: 2017 AFP
Kommentare
Top-Themen
Nach über vier Wochen Dauerverhandlungen sind die Jamaika-Sondierungen gescheitert. Die FDP brach die Gespräche mit ...mehr
Die FDP hat nach Angaben der Grünen die Jamaika-Gespräche in dem Moment platzen lassen, als eine Einigung unmittelbar ...mehr
Dass die Wohnung zu teuer sei, ist ein häufiger Streitpunkt zwischen Jobcenter und Beziehern von Arbeitslosengeld II.mehr
Ähnliche Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Auch interessant
    Anzeige
    Anzeige
    Börse
    Name Letzter %
    DAX    
    MDAX    
    TecDAX    
    Nikkei 225    
    1
    Physik, Chemie, Biologie - sind Sie ein verkappter Einstein? Finden Sie es heraus mit unserem kostenlosen Test!mehr
    Bilder des Tages
    Die Flügel sind zum Markenzeichen der Modenschauen von Victoria's Secret geworden. In Shanghai präsentiert das brasilianische Model Adriana Lima einen schwarzen Entwurf des ...mehr
    Anzeige
    Anzeige