Sachsens Regierungschef verlangt Kurswechsel der Union

Der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich hat die Union
angesichts der hohen Stimmverluste zu einem Kurswechsel aufgerufen.
Das Ergebnis der Bundestagswahl zeige, dass sich ein Großteil der
Bevölkerung nicht verstanden fühle, sagte Tillich.
Bild 1 von 1

Der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich hat die Union angesichts der hohen Stimmverluste zu einem Kurswechsel aufgerufen. Das Ergebnis der Bundestagswahl zeige, dass sich ein Großteil der Bevölkerung nicht verstanden fühle, sagte Tillich.

 © John MACDOUGALL - AFP
30.09.2017 - 02:54 Uhr

Der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) hat die Union angesichts der hohen Stimmverluste zu einem Kurswechsel aufgerufen. Das Ergebnis der Bundestagswahl zeige, dass sich ein Großteil der Bevölkerung nicht verstanden fühle, sagte Tillich den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben).

"Wir müssen umschalten, da hat Seehofer recht. Ich unterstütze seine Forderung nach einem Kurs 'Mitte rechts'", sagte Tillich mit Blick auf die Position des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). Dieser hatte noch am Abend der Bundestagswahl gefordert, die "offene Flanke" auf der rechten Seite der Union zu schließen.

Die Union habe "Platz gelassen rechts von der Mitte", sagte Tillich. "Viele unserer Anhänger haben uns nicht mehr für wählbar gehalten. Wenn man über die Mitte hinweg nach links geht, darf man die Stammwähler nicht vergessen: die rechtschaffenen Leute, die an Recht und Ordnung glauben."

Tillich machte die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für das starke Abschneiden der AfD mitverantwortlich, die bei der Bundestagswahl drittstärkste Kraft im Parlament wurde. "Mit Sicherheit ist das ein Grund", sagte er. "Die Leute wollen, dass Deutschland Deutschland bleibt. Sie wollen keine Parallelgesellschaften und keinen Anstieg der Kriminalität."

Auch wollten sie nicht, dass religiöse oder politische Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen hierzulande ausgetragen würden. Die Menschen hätten überdies den Eindruck, dass "der Staat nicht in der Lage ist, das Asylrecht konsequent genug umzusetzen". Bei den Abschiebungen gebe es erhebliche Defizite.

Das Wahlergebnis in Sachsen, wo die rechtspopulistische AfD bei der Bundestagswahl stärkste Kraft geworden ist, gehe ihm "sehr nahe", sagte Tillich. Die Demoskopen hätten herausgefunden, dass 60 bis 70 Prozent die AfD aus Protest gewählt hätten. "Das sind also keine politischen Extremisten, sondern Menschen, die in der Vergangenheit die Grünen, die Linken, die Sozialdemokratie, die Union oder gar nicht gewählt haben“, sagte er. "Sie sind enttäuscht."

Quelle: 2017 AFP
Kommentare
Top-Themen
Die Feuerwehr rückt aus, damit Bäume nicht verdursten. Und auf manchen Friedhöfen sind wegen Brandgefahr keine ...mehr
Eine Messerattacke in einem Lübecker Linienbus wirft Fragen auf. Zehn Menschen werden verletzt, drei von ihnen schwer.mehr
Zwei Touristenboote geraten auf einem See in den USA in ein Unwetter. Nur eines kehrt zurück in den Hafen. Eltern und ...mehr
Anzeige
Video
Anzeige
Bilder des Tages
Freiluftkino in Paris: Auf den Champs Elysees im Herzen der französischen Hauptstadt wird ein Film gezeigt.mehr
Top-Angebote der Discounter
Ob großer Familieneinkauf oder die Besorgungen für einen Single-Haushalt: Beim Einkauf lässt sich viel Geld sparen, wenn man günstige Discounter Angebote sucht und Preise vergleicht.mehr
Anzeige
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
Tests
Gewinner und Verlierer
Ariana Grande muss sich gegen Fans verteidigenmehr
Harry Styles sammelt mehr als eine Million Dollar für Charity-Projektemehr