Spanien und die Niederlande sind Corona-Hochinzidenzgebiete

Touristen am Strand von Paguera. Spanien und die Niederlande
sind seit Mitternacht als Corona-Hochinzidenzgebiete
eingestuft.
Bild 1 von 12

Touristen am Strand von Paguera. Spanien und die Niederlande sind seit Mitternacht als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft.

© Clara Margais

Wer aus dem Spanien-Urlaub zurück nach Deutschland kommt und weder genesen noch geimpft ist, muss nun in Quarantäne. Die USA halten derweil an ihren Einreisebeschränkungen für Europäer fest.

Berlin (dpa) - Spanien und die Niederlande sind seit Mitternacht als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft. Damit gelten bei der Einreise von dort nach Deutschland zusätzliche Auflagen.

Mit der Entscheidung vom Freitag hatte die Bundesregierung auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden Ländern reagiert. Die USA kündigten unterdessen am Montag an, die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufzuheben.

Quarantäne oder negativer Test

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen. Kurz vor Inkrafttreten der neuen Einstufung Spaniens und der Niederlande hätten nur sehr wenige deutsche Touristen ihren Urlaub auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca vorzeitig beendet, hieß es dort.

Die Reisebranche hatte die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert. Nach Angaben des Reiseverbandes DRV machten in der vergangenen Woche etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub. Hinzu kommen insgesamt geschätzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

Einreisebeschränkungen für USA gelten weiterhin

Reisen in die USA sind für Europäer grundsätzlich erstmal weiter tabu. Die US-Regierung begründete die Entscheidung, die Einreisebeschränkungen beizubehalten, mit der ansteckenderen Delta-Variante. US-Präsident Joe Biden hatte beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Mitte Juli eine baldige Entscheidung zum Thema angekündigt. Bei vielen hatte das die Hoffnung auf eine Lockerung geweckt.

Wegen der ansteckenderen Delta-Variante würden die Corona-Fallzahlen steigen - vor allem unter den Ungeimpften, betonte nun die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Zwar sei die Variante auch in den USA mittlerweile dominant. Das heiße aber nicht, dass es der richtige Schritt sei, mehr Menschen mit Delta-Variante in den USA zu haben. Auf die Frage, für wie lange die Beschränkungen aufrechterhalten würden, sagte Psaki: "Nichts ist unbegrenzt." Es gebe aktuell aber keinen Zeitplan.

Kritik aus der deutschen Wirtschaft

Die EU hatte die Mitgliedstaaten bereits im vergangenen Monat aufgefordert, Beschränkungen für Reisende aus den USA und mehreren anderen Ländern schrittweise aufzuheben. Deutschland hatte daraufhin Einreisen unter anderem aus den USA "zu allen zulässigen Aufenthaltszwecken einschließlich Tourismus" wieder erlaubt.

Dass die USA im Gegenzug ihre Einschränkungen für Reisende aus Europa nicht lockerten, sorgte für Kritik unter anderem aus der deutschen Wirtschaft. Eine Einreise etwa aus dem Schengen-Raum in die USA ist für Ausländer in der Regel weiterhin nur mit Ausnahmegenehmigung möglich.

Bidens Vorgänger Donald Trump hatte im März 2020 einen Einreisestopp für Ausländer aus weiten Teilen Europas angeordnet. Derzeit dürfen Reisende aus dem Schengenraum, Großbritannien und Irland bis auf Ausnahmen nicht in die USA einreisen. Auch für Ausländer aus Indien, China, Brasilien, Südafrika und dem Iran gilt ein prinzipielles Einreiseverbot in die USA.

Trump hatte bereits im Januar - kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt - ein Ende des Einreiseverbots aus Europa angeordnet. Sein Nachfolger Biden lehnte die Lockerung mitten in der Pandemie aber ab - somit trat Trumps Entscheidung nie in Kraft. Damals war die Corona-Lage in den USA wie auch in Europa noch dramatisch.

Delta-Variante besorgt weltweit

Inzwischen hat sich die Situation angesichts von fortschreitenden Impfkampagnen auf beiden Seiten des Atlantiks zwar deutlich gebessert. Wegen der Delta-Variante steigen die Fallzahlen sowohl in den USA als auch in Europa aber wieder deutlich an. Die USA kommen mittlerweile beim Impfen nicht mehr so schnell voran wie erhofft. Gut 49 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft.

Angesichts der Corona-Infektionslage in Spanien und Portugal stufte das US-Außenministerium seinen Reisehinweis für die beiden Länder am Montag zudem auf die höchste Warnstufe herauf. In der aktualisierten Reisewarnung der Stufe vier von vier ("Do not travel") heißt es in Bezug auf die beiden Länder: "Reisen Sie wegen Covid-19 nicht." Die US-Gesundheitsbehörde CDC habe für beide Länder ein "sehr hohes Niveau" an Corona-Infektionen festgestellt, hieß es weiter. Die Warnung der Stufe vier gilt seit vergangener Woche unter anderem auch für Großbritannien.

Quelle: dpa-infocom GmbH
Top-Themen
Mit ihren Allianzen im Indopazifik bringen die USA China gegen sich auf. Da gibt es plötzlich Entspannung im ...mehr
Die Wahllokale sind geöffnet. Die Spitzenkandidaten von SPD und Union haben bereits ihre Stimmen abgegeben. Wer wird ...mehr
Wirbel um die Wahl von Armin Laschet: Die Kreuze für die CDU auf seinem Wahlschein hat der Unions-Kanzlerkandidat ...mehr
Die besten Witze & Sprüche
WhatsApp-Status-Sprüche eignen sich sehr gut, um ins Gespräch zu kommen, sich von seiner humorvollen Seite zu zeigen ...mehr
Von Zuhause arbeiten bringt Vor- und Nachteile mit sich. Während man es mit dem Dresscode nicht ganz so genau nehmen ...mehr
Sie lieben Denksport und kennen sich gut mit Sprichwörtern und Emojis aus? Dann versuchen Sie unser Emoji-Bilderrätsel ...mehr
Video
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.