Tausende Autofahrer stecken in Frankreich im Schnee fest

Nach heftigen Schneefällen in den französischen Alpen haben
tausende Autofahrer auf dem Weg in die Skiferien in Notunterkünften
übernachten müssen. Auf mehreren Autobahnen in Frankreich gab es
lange Staus.
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Nach heftigen Schneefällen in den französischen Alpen haben tausende Autofahrer auf dem Weg in die Skiferien in Notunterkünften übernachten müssen. Auf mehreren Autobahnen in Frankreich gab es lange Staus.

© Jean-Pierre Clatot - AFP
28.12.2014 - 16:08 Uhr

Nach heftigen Schneefällen in den französischen Alpen haben tausende Autofahrer auf dem Weg in den Skiurlaub die Nacht zum Sonntag in Notunterkünften oder ihren Fahrzeugen verbringen müssen. In den französischen Savoyen saßen nach Behördenangaben rund 15.000 Urlauber fest. Die Gemeinden richteten dutzende Notunterkünfte ein. Ein Skifahrer kam in einer Lawine ums Leben. An der Nordseeküste erzwangen Sturmböen die Einstellung des Fährverkehrs, in Großbritannien waren hunderttausend Haushalte ohne Strom.

Nach Angaben des französischen Verkehrsministeriums wurden insgesamt 83 Notunterkünfte geöffnet. Zur Zahl der Autofahrer, die die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen mussten, gab es keine Angaben. Rettungsdienste mussten einem jungen Mann zur Hilfe kommen, der in seinem Auto eine Unterkühlung erlitt.

Nach wochenlangem Schneemangel waren über den Alpen am Samstag ergiebige Schneefälle niedergegangen. Glatteis verschärfte die Lage auf den Straßen. Im Departement Isère kam ein 27-Jähriger ums Leben, als er mit seinem Auto in eine Schlucht stürzte. Fahrer ohne Schneeketten wurden von der Polizei angewiesen, nicht weiterzufahren. Auf den Autobahnen gab es lange Staus. Auch am Sonntag verlief der Verkehr auf den Alpen-Straßen weiterhin zäh.

Die Wintersportorte in den Alpen zeigten sich angesichts des lang erwarteten Schnees dagegen erleichtert. "Ein Geschenk des Himmels", freute sich der Präsident der französischen Skistationen, Gilbert Blanc-Tailleur. Mit verschwollenen Augen nach einer kurzen Nacht stand eine Familie aus Paris am Sonntagmorgen im Olympia-Austragungsort Albertville auf der Piste. 18 Stunden hatte sie für die Autofahrt gebraucht, davon allein sieben für die letzten 50 Kilometer durch die Alpen.

Auch Österreich meldete am Wochenende meterhohen Neuschnee, in Italien schneite es von den Alpen bis zu den Abruzzen im Süden. In der Schweiz stieg nach ergiebigen Schneefällen die Lawinengefahr, die Warnstufe wurde erhöht. Im französischen Skiort Auron starb ein Skifahrer, als er abseits der Pisten von einer Lawine mitgerissen wurde.

In der Gegend um Paris stürmte es heftig, die Gärten am Schloss von Versailles wurden geschlossen. Am Ärmelkanal wurde der Fährhafen von Calais wegen Sturmböen geschlossen und der Fährverkehr nach Großbritannien eingestellt. Tausende Flüchtlinge in illegalen Lagern am Stadtrand litten unter der Kälte. Laut einer örtlichen Hilfsorganisation riss der Sturm zahlreiche Zelte fort, Flüchtlinge suchten Obdach in Schutzunterkünften.

In Großbritannien fiel infolge von Unwettern und Schneefall in mehr als 100.000 Haushalten der Strom aus. Mit elf Zentimetern fiel der meiste Schnee rund um die Stadt Leek südlich von Manchester.

Am Flughafen Frankfurt fielen witterungsbedingt am Wochenende gut 170 Flüge aus. Besonders am Samstag kam es durch die Schneefälle zu erheblichen Behinderungen am größten deutschen Flughafen, insgesamt 150 Flüge wurden gestrichen. In der Folge kam es am Sonntag zu 22 weiteren Annullierungen, wie ein Flughafensprecher mitteilte. Für etwas Entspannung sorgten Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 23.00 Uhr. Insgesamt 25 Flugzeuge bekamen am Samstagabend eine Genehmigung und konnten trotz des eigentlich geltenden Nachtflugverbots doch noch starten.

Quelle: 2014 AFP
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