Trump beklagt Entfernung von Statuen der Sklaverei-Befürworter

Nach den rechtsextremen Ausschreitungen in Charlottesville geht
die Debatte um die Entfernung von Denkmälern für
Sklavereibefürworter in den USA weiter. US-Präsident Donald Trump
kritisierte die Entfernung derartiger Statuen am Donnerstag auf
Twitter.
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Nach den rechtsextremen Ausschreitungen in Charlottesville geht die Debatte um die Entfernung von Denkmälern für Sklavereibefürworter in den USA weiter. US-Präsident Donald Trump kritisierte die Entfernung derartiger Statuen am Donnerstag auf Twitter.

 © TASOS KATOPODIS - AFP/Archiv
17.08.2017 - 19:48 Uhr

Nach den rechtsextremen Ausschreitungen in Charlottesville geht die Debatte um die Entfernung von Denkmälern für Sklavereibefürworter in den USA weiter. US-Präsident Donald Trump kritisierte den Abbau derartiger Statuen am Donnerstag auf Twitter: "So traurig zu sehen, dass die Geschichte und Kultur unseres großartigen Landes auseinandergerissen wird mit der Entfernung unserer wunderschönen Statuen und Monumente", schrieb Trump. Damit stieß der Präsident erneut auf Kritik.

"Man kann die Geschichte nicht ändern, man kann aber daraus lernen", schrieb Trump weiter. Er frage sich, wer als nächstes dran sei. "Washington? Jefferson?", schrieb er mit Blick auf die ehemaligen Präsidenten der USA. "So verrückt!" Auch die Schönheit, die aus den Städten und Parks "heraus genommen" würde, werde sehr vermisst werden "und niemals vergleichsweise ersetzt werden!"

Bei einer gewalttätigen Demonstration rechter Gruppen für den Erhalt eines Denkmals des Südstaaten-Generals Robert E. Lee in Charlottesville war am Wochenende eine Gegendemonstrantin getötet worden. Danach hatten mehrere Städte Statuen von Befürwortern der Sklaverei aus dem Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 entfernt.

Auf Twitter kam umgehend Kritik an Trumps Vergleich auf. Der demokratische Abgeordnete Ted Lieu schrieb: "Robert Lee und Stonewall Jackson sind nicht das gleiche wie Washington und Jefferson. Kann nicht glauben, dass ich diesen Satz schreiben musste."

Trumps Chefstratege Steve Bannon sagte indes der "New York Times", er glaube, dass viele US-Bürger Trumps Ansicht teilten. Trump baue eine Verbindung zur US-Bevölkerung hinsichtlich der Geschichte, Kultur und Tradition auf, indem er frage, "wo das alles endet". Die "Linken" wollten all dies als "rassistisch" verurteilen.

Zuvor hatte sich Bannon, der selbst dem ultrarechten Lager zugeordnet wird, überraschend abfällig über weiße Nationalisten geäußert. In einem Interview mit der Webseite "American Prospect" sagte er, diese seien "Loser" und eine "Ansammlung von Clowns".

Eine US-Umfrage zeigte unterdessen, dass die Mehrheit der US-Bürger sich für den Erhalt von Denkmälern von Vertretern aus dem Bürgerkrieg ausspricht. Demnach sind 62 Prozent der Befragten dafür, die Statuen als historische Symbole stehen zu lassen. 27 Prozent sind demnach für eine Entfernung. Selbst in der afroamerikanischen US-Bevölkerung sprachen sich 44 Prozent für einen Erhalt der Denkmäler aus, 40 Prozent waren dagegen.

Trump ist wegen seines Umgangs mit den Vorgängen in Charlottesville in den USA zunehmend isoliert. Der US-Präsident hatte zuletzt erneut "beide Seiten" - Rechtsextreme und Gegendemonstranten - der Gewalt in Charlottesville beschuldigt. Parteifreunde und die Armeeführung distanzierten sich von Trump und forderten eine klare Verurteilung von Hass und Rassismus.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron schrieb am Donnerstag auf Twitter, er stehe an der Seite derer, "die gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit kämpfen". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits am Montag "rassistische, rechtsextreme Gewalt" bei dem Aufmarsch scharf verurteilt.

Quelle: 2017 AFP
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