Astronomen fotografieren kosmisches Netz aus Dunkler Materie

Auch die Verteilung Dunkler Materie im Kosmos ist netzförmig
strukturiert. © Van Waerbeke, Heymans u. CFHTLenS Collaboration
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Auch die Verteilung Dunkler Materie im Kosmos ist netzförmig strukturiert. © Van Waerbeke, Heymans u. CFHTLenS Collaboration

 

Edinburgh/ Schottland - Astronomen haben die Verteilung Dunkler Materie im Kosmos in bislang nicht erreichter Größe abgebildet. Das auf den Aufnahmen der Wissenschaftler dargestellte Gebiet erstreckt sich über mehr als eine Milliarde Lichtjahre und belegt, dass auch die Dunkle Materie, genau wie ihr sichtbares Gegenstück, die normaler Materie, ein Materienetz durch den Kosmos wirkt.

Wie das internationale Team um Dr. Catherine Heymans von der University of Edinburgh und Professor Ludovic Van Waerbeke von der University of British Columbia auf dem Jahrestreffen der American Astronomical Society (AAS) im texanischen Austin berichteten, basiert das Ergebnis ihrer Arbeit auf der Auswertung von Aufnahmen von mehr als 10 Millionen Galaxien in vier unterschiedlichen Himmelsregionen durch die "Canada-France-Hawaii Telescope Legacy Survey". Hierbei untersuchten die Astronomen die Verzerrungen des von Sternen ausgesandten Lichts, wenn dieses auf seinem Weg zum irdischen Beobachter auf gewaltige jedoch unsichtbare Materieansammlungen trifft und von diesem umgelenkt wird. Anhand dieser Verzerrungen können die Forscher auf die Verteilung der Dunklen Materie rückschließen.

Die Galaxien selbst befinden sich durchschnittlich rund sechs Milliarden Lichtjahre entfernt - das Licht der Aufnahmen wurde von den Sternen also vor rund sechs Milliarden Jahren abgegeben. Die Karte der Verteilung der Dunklen Materie, blickt somit auf 75 Prozent des Alters des Universums zurück, in eine Zeit, als das Universum noch sehr viel anders aussah als heute.

Das Ergebnis bestätigt frühere Computersimulationen der Verteilung der Dunklen Materieansammlungen im Kosmos, wie sie bislang jedoch noch nicht überprüft werden konnten, da die Dunkle Materie selbst unsichtbar ist. "Unsere Aufnahme gibt einen ersten Eindruck der Dunklen Materie über große Entfernungen hinweg und zeigt ein kosmisches Geflecht, das sich in alle Richtungen ausbreitet", so die Astronomen.

In den kommenden Monaten wollen die Forscher die vorhandenen Daten dazu nutzen, die Evolution der Ausdehnung des Universums abzubilden, um so mehr über die immer noch mysteriöse Dunkle Materie zu lernen, von der Wissenschaftler glauben, dass sie bis zu 80 Prozent der Materie im Kosmos ausmacht und die Ausdehnung des Universums antreibt und beschleunigt. "Wir werden Theorien zur Gravitation überprüfen, um zu bestimmten, ob Einsteins Relativitätstheorie korrekt ist oder nicht. Wir werden die Ergebnisse auch dazu nutzen, die Eigenschaften von Neutrinos und spukhaften Partikeln zu bestimmen, die mit der normalen Materie kaum nachweisbar interagieren", erläutert Dr. Thomas Kitching von der "Cosmology Working Group" an der University of Edinburgh.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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