Bizarre Schönheitsideale

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Vor Jahrtausenden pflegten unsere frühen Vorfahren rund um den Globus einen sehr sonderbaren Brauch. Egal ob im alten Ägypten, China oder bei den frühesten Kulturen in Südamerika vor über 5.000 Jahren – weltweit haben Archäologen menschliche Schädel ausgegraben, die auf unnatürliche und bizarre Art und Weise verformt wurden. Ein unheimliches "Schönheitsideal".

Neben natürlich vorkommenden Mutationen des menschlichen Schädels sind es gerade die mit Absicht erschaffenen Verformungen von Köpfen rund um die Erde, die Wissenschaftler vor ein Rätsel stellen.

Die Kulturen, die solches Praktiken pflegten – und zum Teil sogar noch heute pflegen, bedienten sich dabei einer einfachen, aber effizienten Methode. Sie zwängten die noch weichen und sich im Wachstum befindlichen Schädel von Kindern in ein gepolstertes Holzgestell. Mittels Riemen oder Lederschnüren, die immer wieder nachgespannt wurden, pressten sie so die Schädelknochen in eine widernatürliche Form von der Stirn aus nach hinten.

Auf diese Weise erhielten die Menschen einen Hinterkopf, der das dreifache Volumen natürlicher Schädel erreichen konnte. Einen erkennbaren Sinn, etwa als Hilfe zum Tragen von Lasten oder Schmuck, ist offensichtlich nicht zu erkennen. Es war lediglich ein befremdliches Schönheitsideal oder ein Zugehörigkeitszeichen zu einer Kaste oder Herrscherfamilie.

Im Alten Ägypten war es der Pharao Amonophis IV., der den Brauch der Schädeldeformationen zu einem neuen Kult werden ließ. Der König gilt heute als Ketzer, Vordenker oder auch nur als Rebell, denn er verbot alle Götter in Ägypten, schloss die Tempel und führte den Glauben an nur einen Gott, den Sonnengott Aton, landesweit ein. Unter den Namen Echnaton, war er der erste Herrscher, der den Gottesnamen Aton in seinem Titel führte.

An seiner Seite stand ihm seine berühmte Gemahlin Nofretete bei, und gemeinsam revolutionierten sie das religiöse System in ganz Ägypten - sicher sehr zum Leidwesen der mächtigen und großen Kaste der Priester der zuvor zahlreich verehrten Götter im Land der Pyramiden. Doch auch das einfache Volk gab sicher nur widerstrebend den "praktischen Glauben" an eine Vielzahl von Göttern auf.

Echnaton war der erste Herrscher der Welt, der einen Monotheismus – den Glauben an nur einen Gott – einführte, deshalb glauben einige gar, er sei die jüdische Figur des Moses.

Auf zeitgenössischen Abbildungen des Ketzers Echnaton sehen wir immer wieder, dass er selber, seine Gattin Nofretete und seine Kinder deformierte Schädel hatten. Doch warum? Wieso unterzogen sich Menschen dieser schmerzhaften Prozedur?

Möglicherweise hing dies mit der Glaubensreformation des Echnaton zusammen. Ein ägyptischer Mythos berichtet, dass der Göttervater Path einst Ägypten aus der Urflut gehoben habe. Und dieser Gott Path soll nicht nur einen kleinen Körper gehabt haben, sondern auch einen sehr großen Schädel.

Andere ägyptische Könige trugen eine konisch nach oben zulaufende Herrscherkrone, die ebenfalls an Schädeldeformationen erinnern (der so genannte conehead, nach der Klassifizierung von Lumir G. Janku).

Damit könnte man erklären, warum der Reformator Echnaton und sein Herrschergeschlecht deformierte Schädel hatten. Doch es erklärt nicht, warum wir Spuren dieses Brauchs auch in Asien, Mittel- und Südamerika oder Australien finden.

Aus dem alten Peru, aber auch in Chile und Bolivien sind uns bis heute Schädel solcher Menschen erhalten geblieben. Sie beweisen auch, dass die Kleinkinder die Prozedur der Deformation überlebt haben, da die gefundenen Schädel von erwachsenen Menschen stammen. Lumir G. Janku untersuchte zahlreiche dieser seltsamen und gruseligen Funde. Erstaunlicherweise stellte er dabei fest, dass sich die Schädel nicht nur durch die künstlichen Verformungen von denen heutiger, moderner Menschen unterscheiden.

Bei einigen der Exponate konnte Janku nicht sicher bestimmen, ob es sich überhaupt um Menschen den modernen Typs handelt, oder aber um Neandertaler oder andere Vorfahren des Homo sapiens. Doch Neandertaler erreichten nie das amerikanische Festland. Janku fielen beispielsweise Veränderungen der Augenhöhlen oder Kiefer auf, die nicht mit der Deformation des Kopfes durch Ledergurte oder Brettchen erklärt werden können.

In Chile, im "Museo Arquéologico R. P. Gustavo LePaige" in San Pedro de Atacama, liegen rund 5.000 Schädel. Eine ganze Reihe von ihnen sind künstlich verformt worden und zeigen teilweise die unterschiedlichsten Abnormitäten -- eine Sammlung des Unheimlichen. Wir wissen hier nicht, was vor Jahrtausenden die Ureinwohner der Anden dazu veranlasste, offenbar privilegierte Menschen dieser für uns heute perversen Prozedur zu unterziehen.

Kopierten die Völker auch hier ihre Götter, wie man es bei Echnaton vermuten kann? Und wenn dem so ist, stellt sich die Frage, warum an so vielen Orten der Welt die Götter mit dem Attribut "großer Schädel" versehen wurden.

Das Museum der kuriosen Schädel wurde von dem 1980 verstorbenen Missionar Padre Gustavo LePaige gegründet, der über Jahrzehnte hinweg in dieser Region Ausgrabungen machte. Im Jahre 1975 ging von Chile aus eine Meldung um die Welt: angeblich habe der Pater in Gräbern außerirdische Artefakte und Skelette gefunden. Eine Meldung, die wir heute sicher getrost mit den tatsächlich vorhandenen deformierten Schädeln erklären können, die der Padre wohl fantasievoll deutete.

Doch eines ist seltsam: bis heute liegen zahlreiche missgebildete Schädel vor, auch in dem Museum. Doch wo sind die Skelette der Toten? Wo die gefundenen Artefakte? Wie waren die Fundumstände und genauen Orte? Wir haben lediglich Schädel – keine anderen Knochen. Das gibt schon zu denken.

Quelle: freenet.de
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