Chinesische Raumstation über Südpazifik abgestürzt

Chinas Raumstation "Tiangong-1" ist über dem Südpazifik
abgestürzt. Das außer Kontrolle geratene Weltraumlabor sei beim
Wiedereintritt in die Erdatmosphäre "größtenteils" verglüht, teilte
die chinesische Raumfahrtbehörde CMSEO mit.
Bild 1 von 1

Chinas Raumstation "Tiangong-1" ist über dem Südpazifik abgestürzt. Das außer Kontrolle geratene Weltraumlabor sei beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre "größtenteils" verglüht, teilte die chinesische Raumfahrtbehörde CMSEO mit.

 © STR - AFP/Archiv
02.04.2018 - 10:33 Uhr

Die nicht mehr aktive chinesische Raumstation "Tiangong-1" ist über dem Südpazifik abgestürzt. Das außer Kontrolle geratene Weltraumlabor sei beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre "größtenteils" verglüht, teilte die chinesische Raumfahrtbehörde CMSEO am Montag in Peking mit. Bis zuletzt war unklar, wann und wo genau die verbleibenden Trümmerteile auf die Erde stürzen würden.

Kurz vor dem Wiedereintritt in die Atmosphäre hatte die chinesische Raumfahrtbehörde noch mitgeteilt, dass die Station über dem Südatlantik abstürzen werde, vor der Küste der brasilianischen Stadt São Paulo. Unmittelbar danach ging "Tiangong-1" dann gegen 02.15 Uhr (MESZ) mitten über dem Südpazifik in den Sturzflug. Das US-Militär bestätigte, dass die chinesische Raumstation über dem Pazifik in die Erdatmosphäre eingetreten sei.

Der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang sagte, die meisten Trümmer seien "verbrannt und verschwunden". China halte die Vereinten Nationen über die Lage auf dem Laufenden. Seines Wissens sei auf der Erde kein Schaden entstanden.

China, das ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm unterhält, hatte "Tiangong-1" (zu deutsch: "Himmelspalast") im September 2011 im Weltall ausgesetzt. Auf dem 10,4 Meter langen Außenposten im All koppelten mehrere bemannte und unbemannte Raumschiffe an, doch seit 2013 hat kein Taikonaut mehr die Raumstation betreten.

Danach geriet "Tiangong-1" im All außer Kontrolle. Im März 2016 brach der Funkkontakt ab - das acht Tonnen schwere Raumlabor ließ sich nicht mehr steuern und auch nicht mehr kontrolliert in die Erdatmosphäre manövrieren.

Einige chinesische Medien nannten die Darstellung, "Tiangong-1" sei außer Kontrolle, eine Erfindung des Auslands. So schrieb die ultranationalistische Zeitung "Global Times" am Montag unter Berufung auf einen Experten, der Raumstation sei der Treibstoff ausgegangen. Sie sei aber nicht außer Kontrolle geraten.

Im September 2016 schickte China den Nachfolger "Tiangong-2" ins All. Bis 2022 soll daraus eine große, ständig bemannte Raumstation entstehen.

Die Raumfahrtbehörden weltweit hatten den Sinkflug von "Tiangong-1" genau verfolgt. Die Experten versicherten aber, dass für Menschen keine Gefahr bestehe. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA erklärte, die Station werde wahrscheinlich ins Meer stürzen. Sie hatte zuvor mitgeteilt, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch getroffen werde, sei verschwindend gering.

Bereits vor einigen Tagen hatte die chinesische Raumfahrtbehörde beteuert, niemand müsse befürchten, dass die Station "wie in einem Science-Fiction-Film wild auf die Erde stürzen" werde. Vielmehr werde sie sich in einen "prächtigen Sternschnuppenregen verwandeln, der durch den sternenklaren Himmel zur Erde braust".

Die Hoffnungen von Sternguckern und Astronomen auf ein sensationelles Himmelsspektakel erfüllten sich jedoch nicht. Die Raumstation sei vor dem Sturz in den weitgehend menschenleeren Pazifik bei Tageslicht über Pjöngjang und die japanische Stadt Kyoto hinweggerast, sagte der US-Experte Jonathan McDowell. "Es wäre für die Leute toll gewesen, den Absturz beobachten zu können, aber es wird noch weitere Wiedereintritte geben", fügte der Astronom vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik hinzu. Gut sei letztlich, dass bei dem Absturz niemand zu Schaden gekommen sei.

Quelle: 2018 AFP
Kommentare
Top-Themen
Am Sonntagmittag übt ein Paar in der Berliner S-Bahn Oralsex aus. Nachdem es von anderen Fahrgäste dazu aufgefordert ...mehr
In der kanadischen Metropole Toronto hat ein Mann am Montag einen Lieferwagen vorsätzlich in eine Menschenmenge ...mehr
Mit einem mageren Ergebnis ist Andrea Nahles als erste Frau an die Spitze der SPD gewählt worden. Die Vorsitzende der ...mehr
Tests
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
1
Physik, Chemie, Biologie - sind Sie ein verkappter Einstein? Finden Sie es heraus mit unserem kostenlosen Test!mehr
Bilder des Tages
Mo Salah verkneift sich den Jubel: Ausgerechnet der ehemalige Römer hat Jürgen Klopp und dem FC Liverpool die Tür zum Finale der Champions League ganz weit aufgeschlagen.mehr