Das Labyrinth von Gizeh

Das Labyrinth von Gizeh
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Das Labyrinth von Gizeh

von Lars A. Fischinger

Die drei Pyramiden von Gizeh in Ägypten bleiben rätselhafte Bauwerke. Viele Fragen sind noch immer nicht geklärt. Und viele von ihnen werden scheinbar von der Archäologie ignoriert oder sogar verschleiert. So auch die Frage nach einem angeblichen Labyrinth in der Unterwelt von Gizeh. Damit verbunden die legendäre "Halle der Aufzeichnungen" mit den mutmaßlich dort verborgenen Wissensschatz einer versunkenen Zivilisation.

Unter dem Plateau von Gizeh, so besagen es alte Legenden, liegt ein Labyrinth verborgen. Versteckte Räume, Tunnel und sogar gewaltige Säle schlummern dort unentdeckt vor den Augen der Welt.

Herodot, der legendäre "Vater der Geschichtsschreibung", bereiste bereits 448 vor Christus Ägypten und notierte alles, was ihm Priester und andere über Land und Pyramiden berichteten. Auch er will dieses Labyrinth mit eigenen Augen gesehen haben, und der Überlieferung nach " übersteigt [es] alle Worte".

Alle Bauten Griechenlands zusammengenommen würden es nicht mit der gewaltigen Unterwelt Gizehs aufnehmen können, schwärmt der Historiker. Sogar einen See soll es dort geben, den Moeris-See, der von Menschen künstlich geschaffen wurde und in dessen Mitte zwei weitere Pyramiden stehen. Schon lange werden solche Beschreibungen Herodots angezweifelt oder einfach nicht beachtet. Zu fantastisch erscheinen auch derartige Aussagen über das rätselhafte Labyrinth von Gizeh.

Herodot berichtet bereits 2.000 Jahre vor dem berühmten Chronisten Ahmed Al-Makrizi über Ägypten und die Pyramiden. Während Herodot etwa von hölzernen Gerätschaften beim Pyramidenbau spricht, weiß das Geschichtewerk Hitat von Al-Makrizi von wundersamen "beschriebenen Blättern" zu berichten. Diese Blätter wurden von den Arbeitern an den Pyramiden auf die Steine gelegt, und diese haben sich daraufhin von selber bewegt und seien an ihrem Platz gelangt.

Herodot macht aber zwei Jahrtausende früher nicht weniger rätselhafte Angaben über Gizeh. Auch wenn Kritiker teilweise meinen, dass Herodot rein fiktive Informationen gab, die lediglich seine Leser in Griechenland unterhalten sollten.

Seine Chroniken berichten von fantastischen Dingen. In seinen "Historien" schildert er ein gigantisches Labyrinth – geheime Kammern, Schächte und Tunnel, die alle Bauten Griechenlands zusammengenommen noch bei weitem in den Schatten stellen würden. Ganz Gizeh wäre demnach ein untertunneltes Plateau, in dessen Unterwelt sich noch weit größere Wunder verbergen wie am Tageslicht.

Für Okkultisten wie dem Hellseher Edgar Cayce oder bereits im Jahr 1864 Charles Piazzi Smyth und John Taylor, die Gizeh mit der Bibel in Verbindung brachten, sind solche Herodot-Berichte Beweise für die wildesten Thesen. Sogar in der modernen Welt der UFO-Sekten bedient man sich dieser Schilderungen und verbindet sie mit außerirdischen Siedlern oder Atlantis.

Beispielsweise soll die Pyramide 6.257 vor Christus Richtfest gefeiert haben, nachdem 6.000 Jahre lang von außerirdischen Atlantisbewohnern daran gebaut wurde. Billy Meier aus der Schweiz, einer der prominentesten Vertreter der UFO-Esoterik, behauptet sogar, dass er persönlich dieses unterirdische System in Gizeh betreten habe. Er will dort eine 500 Meter hohe Halle gesehen haben, in der UFOs herumstanden.

Ungeachtet dieser wirren Behauptungen hält sich das Gerücht über geheime Kammern in Gizeh noch immer. Enthalten sie Spuren einer versunkenen Kultur? Der Archäologe Dr. Zahi Hawass, den einige spätestens seit der inszenierten Live-Öffnung des Sperrstein am Ende des Gantenbrink-Schacht der Cheops-Pyramide spöttisch mit Indiana Jones vergleichen, sorgte durch eine andere Entdeckung ebenso für Schlagzeilen.

Er habe, so ließ Hawass 1999 verkünden, einen fast 30 Meter tiefen Schacht "genau in der Mitte zwischen der Chephren-Pyramide und der Sphinx" gefunden. Im Inneren des unteridrischen Systems lägen eine Reihe von Kammern verborgen, die Dr. Hawass oftmals als "Osiris-Grab" bezeichnet und die erneut Anlass zu Spekulationen gaben.

Doch schon früher waren Dr. Hawass solche Räume unter der Sphinx mit Sicherheit bekannt. In einer Fernsehdokumentation von 1995 beispielsweise führt er das TV-Team selber in unterirdischen Räumen herum. Vier Jahre später brachte der Sender FOX sogar ein Live-Special über die Entdeckung der geheimen Kammern, und präsentierte einem erstaunten Publikum die unterirdische Welt von Gizeh.

Damit sind versteckte Kammern und Räume bei oder besser unter den Pyramiden von Gizeh unlängst zu einer Realität geworden. Lange Jahre hat man immer den Sperrstein am Ende des Gantenbrink-Schachtes in der Cheops-Pyramide als Indiz für verborgene Hohlräume angesehen. Auch wenn Dr. Zahi Hawass in den Jahren nicht müde wurde zu behaupten, dass nichts hinter dem Stein liege und es auch keine Tür sei, dann aber wieder von einer wichtigen Entdeckung durch Gantenbrink sprach.

Dass er nach dem Durchbohren des Steins im September 2001 vor einem Millionenpublikum von einer "großen Entdeckung" sprach und weitere Forschungen nötig seien, ließen seine vorherigen Äußerungen in den Hintergrund rücken.

Doch auch hier kommen Zweifel auf. Der Archäologe John Ora Kinnaman (1877 bis 1961) ist von einem seltsamen Geheimnis umgeben. Er war zu Lebzeiten ein anerkannter Archäologe und Mitglied einer Reihe seriöser Gesellschaften. Außerdem Herausgeber einiger archäologischer Fachmagazine, und er gehörte auch den mysteriösen Freimaurern an.

Kinnaman und der britische Forscher W. M. Flinders Petrie, ebenfalls der Freimaurer-Loge zugehörig, haben angeblich sensationelle Funde in Gizeh gemacht. Sie haben 1938 in der Cheops-Pyramide einem bereits 1925 gefundenen Geheimraum betreten und dort unergründliche Schriften und weitere Dinge mehr entdeckt.

Interessant, dass vor allem durch die finanziellen Mittel von J. D. Rockefeller an Professor Henry Breasted die Ägyptenforschungen damals ins Leben gerufen wurden. Professor Breasted gründete daraufhin nicht nur das renommierte Oriental Institute of Chicago, sondern Rockefeller jr. und er selber waren ebenfalls Freimaurer. Und auch Vyse, der Entdecker der angeblichen Inschrift Pharao Cheops in der großen Pyramide, gehörte dieser Loge an.

Und bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Oberst Vyse den gefundenen Namen des Königs Cheops selber gefälscht hat, um eine Entdeckung vorweisen zu können. Tatsächlich findet sich in seinen Tagebüchern zur Zeit des Fundes kein einziger Hinweis auf diese immens wichtige Entdeckung.

Der Archäologe Kinnaman jedoch behauptet, dass in den ominösen Kammern Beweise liegen, die Gizeh auf ein Alter von unglaublichen 45.000 Jahren datieren. Das erinnert an sonderbare Pyramiden und unterirdische Labyrinth-Funde am chinesischen Dongting-Sees. Auch diese wurden von chinesischen Archäologen vor 50 Jahren auf ein solches Alter datiert.

Aber wo ist diese Gizeh-Kammer heute? Wo sind die angeblichen Beweise? Gibt es Parallelen zu den uralten Berichten über versteckte Räume des Wissens und den neuen Funden im Bereich der Sphinx?

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