Die letzten Kornkreise Englands 2010?

Kornkreise bei Avebury Manor (o.l.), Bishops Cannings (r.) und
Lockeridge (u. l.) in Wiltshire, England © Olivier Morel
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Kornkreise bei Avebury Manor (o.l.), Bishops Cannings (r.) und Lockeridge (u. l.) in Wiltshire, England © Olivier Morel

 
04.10.2010 - 13:42 Uhr

Avebury/ England - Schon mehrere Wochen ist mit den Erntearbeiten auch die Hoch-Zeit der Kornkreis-Saison 2010 zu Ende gegangen. Dennoch gab es auch in den Wochen danach noch Kornkreise in England. Zeit für uns, auf diese möglicherweise letzten Kornkreise des Jahres zurückzublicken.

Wie der deutsche Kornkreisforscher Andreas Müller auf seiner Internetseite "Kornkreise-Forschung.de" berichtet, wurden am 23. August 2010 zwei Kornkreismuster auf der Kanalinsel Guernsey entdeckt. Nahe St. Andrews wurde eine Formation aus einem großen Zentralkreis und vier kleineren Kreisen in einem späten Weizenfeld entdeckt. Einen weiteren, einfachen Einzelkreis fand die betroffene Farmerfamilie Watts in einem der nahe gelegenen Maisfelder. Eine eingehende Untersuchung der beiden kleinen Formationen fand jedoch ebenso wenig statt, wie ein Überflug zur Dokumentation der Kornkreise aus der Luft.

Am 27. August 2010 wurde dann von der Straße aus eine auffallende Einbuchtung in einem Maisfeld bei Avebury Manor, unmittelbar vor dem Steinkreis von Avebury in der südenglischen Grafschaft Wiltshire entdeckt (s. Abb. o. l.). Eine Feldbegehung offenbarte, dass es sich tatsächlich um einen Einzelkreis von rund 15 Metern Durchmesser handelte. Zwischen Erstmeldung und Erstbegehung des Maiskreises verging leider eine geraume Zeit, so dass keine Informationen über den Originalzustand vorliegen. Vor Ort zeigte sich dann, dass etwa 50 Prozent der Pflanzen gebrochen waren, während der Rest "über dem Boden sauber niedergebogen waren und keine Anzeichen von angewendetem mechanischen Druck aufzeigten", so James Newstead auf "CropCircleConnector.com".

Viele der früheren Mais-Kornkreise zeigten Schäden an nahezu allen Pflanzen. Da es jedoch immer wieder und auch in anderen Ländern Mais-Formationen gab, in welchen sich an den Pflanzen keine Schäden fanden, schließen Kornkreisforscher nicht aus, dass es auch in Maisfeldern "echte", also nicht von Menschen mechanisch angelegte, Kornkreis gab und gibt. "Tatsächlich zeigen die Bilder aus dem Innern des Kornkreises von Avebury Manor, dass sich viele der robusten Maispflanzen wieder aufgerichtet hatten. Sie könnten also nicht gebrochen gewesen sein. Mit mechanischen Mitteln ist es sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich, das in einer solchen Menge zu erzeugen, da die Pflanzen sehr schnell brechen und sich auch sonst mechanischer Druck sehr schnell als Schäden abzeichnet. Dass jedoch zugleich zahlreiche Pflanzen im Kreis gebrochen waren, stellt uns vor ein neues Rätsel. Vielleicht gab es im Feld dickere, robustere und zugleich weniger starke Pflanzen?", spekuliert Müller gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de".

Am 11. September 2010 wurde bei einem Rundflug über die Motor-Rennstrecke des "Goodwood Racing Circiut" in West Sussex eine Kornkreisformation aus drei Kreisen in einem Weizenfeld innerhalb der Bahnanlage entdeckt. Die Formation wurde nur eine Woche vor dem alljährlichen "Goodwood Revival Festival", einer historischen Motorshow entdeckt, auf der auch Flugschauen historischer Flugzeuge gezeigt werden. Kornkreisforscher Müller erläutert, dass es bereits vor drei Jahren eine ganz ähnliche Formation aus drei Kreisen an nahezu gleicher Stelle, damals in einer Wildgrasfläche, gegeben hatte. Wie heute, so verneinten auch damals die Veranstalter des Festivals etwas mit den Kreisen zu tun zu haben. Laut dem Veranstalter, der die Kreise aber von jeher als Werbung für das Festival nutzt ("The Goodwood Revival is truly out of this world") soll es ach 2009 hier eine Kornkreisformation gegeben haben. Diese ist Kornkreisforschern jedoch nicht gemeldet worden.

Am 26. September 2010 wurde in einem bei der Ernte stehen gelassenen Streifen aus Weizen eine kleine Langformation nahe Bishops Cannings in Wiltshire entdeckt (s. Abb. r.). Vor Ort erfuhr der Kornkreisforscher und Fotograf Olivier Morel von einem Farmarbeiter, dass der Feldstreifen als Futterquelle für Vögel stehen gelassen wurde. Bislang liegen uns noch keine Informationen über die Qualität der Formation am Boden vor.

"Der Umstand, dass der Feldstreifen für Vögel stehen gelassen wurde, findet zumindest eine interessante anekdotische Entsprechung in Kornkreisen, wie sie in der Tradition der Zulu in Südafrika beschrieben werden", erläutert Müller.

"Im Vorwort zu seinem Buch 'Isilwane The Animal - Tales and Fables of Africa' (Isilwane The Animal - Geschichten und Fabeln aus Afrika) beschreibt Credo Mutwa Folgendes:

'(...) Zur Erntezeit wurde ein Teil des Getreides auf unseren Feldern stehen gelassen, so dass auch die vorbeiziehenden Vögel ihren Anteil am reichhaltigen Angebot der Felder nehmen konnten, wir dadurch gesegnet wurden und auch zukünftige Ernten gesichert waren. Manchmal wurden große Felder mit Getreide und Hirse nur zu diesem Zweck bepflanzt. Diese waren der heiligen Gottheit und ihren Vogelscharen geweiht. Keinem Menschen war es erlaubt, diese heiligen Felder zu betreten.

Die heiligen Felder standen abseits der normalen Felder und waren nicht umzäunt. Über Jahrhunderte hinweg entdeckten die Menschen immer wieder, dass die Sternengötter mit den Menschen mittels dieser Felder kommunizierten. Immer wieder wurden merkwürdige, kreisrunde Eindrücke in der Mitte dieser Felder entdeckt. Diese Kreise wurden "Izishoze Zamatongo" (die Großen Kreise der Götter), genannt.

Diese Kreise boten einen ganz erstaunlichen Anblick. Nie hatten die Götter die Halme abgeschnitten oder gebrochen, als sie diese Kreise formten. Es hatte den Anschein, als habe sich eine große, scheibenförmige Kraft in das Feld abgesenkt. Sie drückte das Getreide sorgsam zu Boden, ohne die Halme zu brechen oder die Pflanzen zu beschädigen. Dabei begann die Kraft, sich wirbelnd zu drehen, und hinterließ dadurch das merkwürdig spiralartige Muster, in dem die schon Halme dann angeordnet lagen. Worte können diese Phänomene, von denen ich seit meiner Zeit als Sangoma schon über dreißig selbst gesehen habe, kaum beschreiben. Immer wenn ein neuer Kreis in den Feldern erschien, liefen die Menschen zusammen, um einen Zaun aus Stöcken um den Kreis zu errichten. Sie tanzten und vollführten heilige Rituale zu Ehren der Sternengötter und zu Ehren von Mutter Erde. Alle Könige und Häuptlinge erwarteten die Ankunft dieser Kreise. Ihr Erscheinen war Grund für tagelange Feierlichkeiten, begleitet von Gebeten, die Götter mögen doch auch weiterhin über die Menschen wachen und auch weiterhin durch die heiligen Orte zu ihnen sprechen' (...)."

Ebenfalls am Morgen des 26. wurde in einem Maisfeld nahe Lockeridge in Wiltshire eine weitere Formation entdeckt (s. Abb. u. l.). Diese bestand aus einem zentralen Kreis, der in einer fünfseitigen Anordnung von vier kleinren Kreisen umgeben war. Auf den Luftbildern ist zu erkennen, dass der zentrale Kreis in einem flechtartigen Schachbrettmuster niedergelegt wurde. "Einige Kornkreisfreunde zeigen sich zudem von der Tatsche beeindruckt, dass die Außenkreise ohne Verbindungspfade und Zugangswege in einem exakten Fünfeck um den Zentralkreis positioniert sein sollen", erläutert Müller zur Formation.

"Leider hält eine geometrische Analyse der Formation der Behauptung der Präzision nicht ganz stand. Besonders Größe und Position des zentralen Kreises machen dies deutlich, liegt dieser doch nicht im gedachten geometrischen Zentrum der vier Außenkreisen und verfehlt es, von einem gedachten Fünfstern tangential eingeschlossen zu werden (s. Abb.)."

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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