Die Rückkehr des Wolfes

Die Rückkehr des Wolfes
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Die Rückkehr des Wolfes

von Jennifer Overmeier

Schon vor mehreren Jahren berichteten Jäger, Waldarbeiter und Landwirte, dass sie im nordöstlichen Sachsen Wolfsbeobachtungen gemacht hätten. Zu Beginn war man sich nicht sicher, ob es sich hierbei wirklich um einen Wolf oder nur um einen streunenden Hund handelte.

Der Wolf hat es geschafft, sich wieder in Deutschland anzusiedeln, nachdem er hier fast völlig verschwunden war. Doch ist ein Zusammenleben von Mensch und Wölfen möglich? Antworten und Bilder des gar nicht so einsamen Jägers.

Immer häufiger kam es damals zur Sichtung eines einzelnen Tieres, und es wurden auch so genannte Risse von Wildtieren und Spuren gefunden. Die Vermutung, dass es sich bei dem Verursacher um einen Wolf handelte, bestätigte sich recht bald. Vor ungefähr drei Jahren gab es erstmals eine Sichtung von zwei Wölfen, die offensichtlich gemeinsam auf Beutezug gingen.

Dass Wölfe von Westpolen aus nach Deutschland wandern, ist nichts Ungewöhnliches, als aber im Herbst letzten Jahres mehrmals sechs Wölfe immer wieder in der gleichen Region beobachtet wurden, lag die Vermutung nahe, dass sich in der Muskauer Heide ein Wolfsrudel etabliert hat. Ob es sich bei dem zahlenmäßigen Zuwachs um Jungwölfe handelt, konnte lange nicht mit Sicherheit bestätigt werden.

Eine neue Heimat für Isegrimm

Stück für Stück haben sich die Wölfe einen Lebensraum zurückgewonnen, ihr Streifgebiet umfasst rund 250 Quadratkilometer. Hierbei scheint das Gebiet des Truppenübungsplatzes Oberlausitz das Kernstück zu sein, denn dort gibt es die meisten Beobachtungen.

Der Truppenübungsplatz bietet allem Anschein nach einen idealen Lebensraum für die scheuen Tiere. Auf einer Größe von etwa 14.500 Hektar, davon circa 10.000 Hektar Wald, findet das Rudel Ruhe vor störenden Einflüssen und kann auf riesiger Fläche jagen. Die Chance auf eine erfolgreiche Jagd stehen auf diesem Fleckchen Erde gut.

Aufgrund der Größe des Terrains macht den Tieren der militärische Übungs- und Schießbetrieb nichts aus – sie haben genügend Platz um auszuweichen. Störungen durch den Menschen sind auf dem Übungsplatz gering, da das Betreten des Truppenübungsplatzes aus Sicherheitsgründen streng verboten ist – ein weiterer Grund, warum sich die Tiere dort wohl fühlen.

Seit dem frühen Mittelalter gilt der Wolf als böses Tier und furchterregendes Ungeheuer, das ganze Schafe verschlingt, vor allem aber kleine Mädchen als Beute bevorzugt. Überlieferung beschreiben, dass er nächtens durch die Wälder streift und mit dem Teufel im Bunde ist.

In der heutigen Zeit sind sich Biologen und Historiker einer Meinung, denn Wölfe sind viel zu schlau, sich mit einem Menschen anzulegen und machen deshalb einen großen Bogen um sie. Findet das Rudel ausreichend Beute, lässt er übrigens auch Schafe und Kühe in Ruhe. Für den Fall, dass doch einmal ein Hausschaf gerissen wird, hat das Land Entschädigung in Aussicht gestellt.

In unseren Breiten sind seine Beutetiere in erster Linie Rehe, junge Wildschweine, Wildschafe (Muffel) und schwächeres Rotwild. Aber auch Hasen, Kaninchen, Füchse und Mäuse stehen auf seinem Speiseplan. Wenn es mal mit der Nahrung knapp wird, können Wölfe auch mit Aas begnügen.

Können die Wölfe in unseren Wäldern wieder heimisch werden? Auf diese Frage kann zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand Antwort geben. Positiv ist allerdings, dass nach etwa 150 wolfsfreien Jahren eine solche Frage überhaupt wieder gestellt werden kann.

Durch die Berner Konvention hat sich die Bundesrepublik Deutschland zum Schutz frei lebender Tiere verpflichtet, und damit dem Wolf eine Wiederansiedlung in geeigneten Gebieten zu ermöglichen. Wir sollten uns darüber freuen, das sich das Tier des Jahres 2003 ein solches Gebiet in unserer Region gewählt hat.

Großen Einfluss auf die Rückkehr Isegrimms wird die Haltung der Menschen zu dieser Problematik sein. Die Förster des Bundesamtes bewerten eine Wiederansiedlung des Wolfes als sehr positiv und werden über diese Entwicklung mit Argusaugen wachen.

Als im letzten Jahr in Sachsen Biologen ein Rudel bei der Aufzucht eines Jungen beobachten konnten, war dies der vorläufige Höhepunkt einer nicht mehr für möglich gehaltenen Entwicklung: Der Wolf ("Canis Lupus") ist nach Deutschland zurückgekehrt.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts galten der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Vereinzelt wurden Tiere oder Rudel gesichtet, die von Osten nach Deutschland kamen, doch sie wurden unmittelbar zur Strecke gebracht. Es gab bis etwa 1950 ein Abschussprämie für jeden erlegten Wolf. Erst 1989 wurde ein komplettes Jagdverbot ausgesprochen - scheinbar längst zu spät. In den fünf Jahrzehnten zuvor waren gerade einmal 20 Wölfe gesichtet worden. In Nordrhein-Westfalen gab es seit dem 2. Weltkrieg nur eine Meldung; dieser Wolf wurde 1963 in der Eifel umgehend von Jägern erlegt. Das lag nicht zuletzt daran, dass ein unnatürlicher Schutzwall den Wanderung der Wölfe unterband: Der kalte Krieg.

Seit dem Fall der Mauer stehen die Wege zwischen Ost und West auch den Wölfen wieder offen. Deutschland liegt auf den alten Wolfswegen zwischen Polen und Spanien. Sind die vorhandenen Reviere im Osten bereits von Rudeln besetzt, weichen Tiere ohne eigenes Revier nach Westen aus. Das in Sachsen überwinternde Rudel mit den Jungen war die erste Aufzucht seit mehr als 150 Jahren.

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hat den Wolf zum Tier des Jahres 2003 gewählt, da sie sich auch besonders für Tierarten einsetzt, die auf natürlichem Wege nach Deutschland zurückkehren. Über 3.000 in Europa lebende Wölfe sind nach EU-Recht unter Schutz gestellt. Am häufigsten kommt der Wolf in Russland vor, wo nach Angaben der Schutzgemeinschaft jährlich bis zu 40.000 Tiere erlegt werden. Die Zukunft des Wolfes hängt nach Meinung der Schutzgemeinschaft vor allem von den Jägern ab. Denn Rehe und Rotwild gehören zur Beute des Wolfes.

Allein in der Schweiz sorgte die Anwesenheit der Wölfe eine Zeit lang für Verunsicherung. Weil die Schafe seit Jahr und Tag unbewacht waren, wurde die Präsenz eines Wolfes viel zu spät bemerkt; nämlich erst dann, als bereits Dutzende von Schafen vermisst wurden. Viele Nutztierhalter haben es in den letzten Jahren grobfahrlässig versäumt, effiziente Schutzmassnahmen zu ergreifen.

Wildbestände sind laut der Schutzgemeinschaft nicht gefährdet, wie Untersuchungen in Ländern mit größeren Wildbeständen ergaben. Wölfe jagen bevorzugt schwache, kranke und alte Tiere. Viele Menschen in Sachsen zeigten sich sogar begeistert über die Anwesenheit des Wolfsrudels.

Der Wolf (Lateinisch Canis = Hund und lupus = Wolf) gehört zur Gattung der Hunde oder Hundeartigen. Andere Arten sind beispielsweise Canis latrans, der Kojote oder Canis familiaris, der Haushund.

Der Wolf ist anpassungsfähiger als beinahe alle anderen Tiere. So schafft er es - von der nördlichen arktischen Tundra über den dunklen Nadelwald der Taiga und die südliche Mischwaldzone bis in die heißen Steppengebiete - nahezu alle Klimazonen zu seinem Lebensraum zu zählen. Wölfe leben in Rudeln von bis zu 15 Tieren, die von einem Weibchen angeführt werden.

Innerhalb des Rudels gilt eine sehr strenge Rangordnung. An der Jagd ist das ganze Rudel beteiligt. Zu den Beutetieren des Wolfes gehören zum Beispiel Elche, Hirsche, Biber oder Hasen. Er frisst aber auch Aas, Beeren und andere Früchte.

Der Wolf hat bei vielen Menschen einen schlechten Ruf als böse Bestie (Der "Böse Wolf" aus dem Märchen "Rotkäppchen" der Gebrüder Grimm ist das beste Beispiel). Es gibt jedoch keinen glaubhaft überlieferten Fall von einem Angriff eines Wolfes auf einen Menschen. Im Gegenteil:

Zusammenleben denkbar?

In ganz Europa gibt es Wölfe. In Spanien und Portugal leben mehr als 2.000, in Italien 1.000 Tiere, ohne dass jemals eine einzige Konfrontation mit Menschen bekannt wurde. Im Osten Europas wurde der Wolf niemals ausgerottet; hier leben mehr als 15.000 Tiere teilweise in unmittelbarer Umgebung von Dörfern und Städten. Interessanterweise hat sich herausgestellt, dass der finanzielle Schaden durch Wölfe extrem gering ist. Das hängt auch damit zusammen, dass ein Wolfsrudel ein großes Territorium für sich beansprucht. So sind praktisch nie viele Wölfe in einem Gebiet heimisch.

Das Märchen vom bösen Wolf

Wenn er wollte, könnte ein Wolf einem Menschen durchaus gefährlich werden. Mit dem Gebiss eines Raubtieres und einem "Kampfgewicht" von über 40 Kg hätte der Wolf gute Chancen, selbst einem Erwachsenen Mann gefährlich zu werden. Wölfe erreichen eine Spunghöhe von ca. fünf Metern und können bis zu 40 kmh schnell laufen.
Zum großen Glück des Menschen ist der Wolf allerdings feige. Niemals legen sich Wölfe mit gesunden, ausgewachsenen "Beutetieren" an, die größer als sie selbst sind. Zumindest nicht alleine. Letztlich ist es wohl mehr Klug-, denn Feigheit. Wölfe teilen sich ihre Kräfte sehr genau ein. Gerade diese "Verschlagenheit" ist durchaus mitschuldig an ihrem schlechten Ruf.

Wolfsgeheul

Wie der Mensch, so hat auch jeder Wolf eine individuelle Stimme. Nirgendwo kommt das besser zum Tragen als beim berühmten Wolfsgeheul, dass über 10 km weit zu hören sein kann.

Wölfe heulen aus verschiedenen Gründen. Dazu gehören die einfache Anzeige des eigenen Standorts für Rudelmitglieder, Warnung des Rudels bei Gefahr, Aufscheuchen von Jagdwild und Anlocken von möglichen Paarungs-Partern. Das Heulen erzeugt ein Gruppen-Gefühl, das Rudel zeigt damit seine Zusammengehörigkeit. Dabei ist das Heulen bei weitem nicht die einzige Kommunikationsform. Wölfe drücken sich stimmlich durch eine breitgefächerte Auswahl an Heul-, Knurr-, und Bellgeräuschen aus. Heulen ist aber dennoch die eindrucksvollste. Besonders einsame Wölfe heulen, weil sie ihr Rudel suchen. Es wird vermutet, dass Wölfe aber auch aus "Spaß" heulen.

Übrigens: Der Mond spielt beim Wolfsgeheul keinerlei Rolle.

Wolfsjagd

Weil Wölfe in so unterschiedlichen Lebensräumen jagen, unterscheiden sich auch ihre Beutetiere stark voneinander. Wölfe jagen große und wehrhafte Tiere wie Elche oder Wildschweine genauso wie Hasen oder sogar Mäuse und Lemminge. Lemminge sehen aus wie Hamster und leben in Europas Norden und in Alaska.

Die Jagdtechnik der Wölfe unterscheidet sich oftmals stark. Sie hängt vor allen Dingen von dem Beutetier und von dem Lebensraum ab, in dem sie jagen. Um ein Wildschwein oder einen Rothirsch in einem Wald zu erbeuten, brauchen die Wölfe eine andere Jagdtechnik als zur Jagd auf Rentiere in der baumlosen Tundra im kalten Alaska.

Eins haben aber alle Wölfe bei der Jagd gemeinsam: Sie schätzen genau ab, wie gut die Chancen sind, das Tier zu töten, das sie jagen wollen. Wenn ein Rudel Wölfe einem Elch hinterher jagt und dieser ist kräftig und gesund, werden sie die Jagd bald aufgeben. Die Verletzungsgefahr für die Wölfe ist einfach zu hoch. Ein Tritt von einem 800 Kilo schweren Elch muss für einen Wolf in etwa so sein, als würde ein Mensch von einem LKW angefahren.

Oftmals versuchen Wölfe, die schwachen oder kranken Tiere zu erkennen und jagen dann ganz gezielt diese. Immer auf die Kranken und Schwachen! Das hört sich grausam an, doch biologisch ist das sinnvoll. So überleben jene Beutetiere, die es auch schaffen, den Winter zu überstehen und sich im nächsten Frühjahr zu paaren und gesunde Junge zu kriegen.

Die Jagd beginnt oftmals mit einem gemeinsamen Heulen. Das bringt die Wölfe in die richtige Jagdstimmung und auch der letzte Wolf im Rudel bekommt mit, dass es bald los geht.

Die Wolfsforscherin Gesa Kluth teilte in Dresden mit, dass es zahlreiche Hinweise gebe, die darauf schließen lassen, dass im vorigen Jahr zwei weitere Wolfswelpen zur Welt gekommen seien.

Somit ist die Wolfspopulation in der Oberlausitz inzwischen auf acht bis elf Tiere angewachsen. Laut Aussage der vom Land Sachsen engagierten Forscherin Kluth fühlen sich die Wölfe nach wie vor extrem wohl. Ihre Beobachtungen haben ergeben, dass das Rudel dabei ist, seinen Aktionsradius vor allem Richtung Westen zu erweitern.

Aufgrund der extremen Scheue der Tiere besteht für die Bevölkerung dennoch kein Grund zur Sorge.

Die ersten Wölfe waren vor vier Jahren aus Polen über die Grenze nach Sachsen auf den Truppenübungsplatz Muskauer Heide gekommen.

Nun sollen laut Landesumweltminister Steffen Flath erstmals in Deutschland so genannte Herdenschutzhunde eingesetzt werden, um Angriffe der Wölfe auf Schafherden in der Region abzuwehren.

Vor knapp einem Jahr hatten Wölfe in der Lausitz mehrere Schafe gerissen. Dem betroffenen Schäfer hatte das Land Sachsen eine Entschädigung gezahlt.

Wenn ein Traum zum Albtraum wird

Von Günther und Karin Bloch

Bei uns zum Tier des Jahres gewählt, aber ihr Überleben im kanadischen Banff Nationalpark ist nicht mehr sicher.

Wölfe in freier Wildbahn beobachten zu können ist immer unser großer Traum gewesen. In den letzten elf Jahren haben wir im kanadischen Banff National Park mehrere Wolfsfamilien intensiv observiert und dabei viele neue Erkenntnisse gewonnen. In den letzten drei Jahren waren wir sogar in der Lage, nahe bei den Wölfen zu sein, ihr Vertrauen zu gewinnen und so das Verhaltensrepertoire jedes Wolfsindividuums genau beschreiben zu können. Wir haben Verhaltensethogramme und Soziogramme angelegt und so das Familienleben von Wölfen in freier Wildbahn sehr präzise dokumentiert. Die Forschungsergebnisse haben wir in zahlreichen Artikeln und in unserem Buch "Timberwolf Yukon & Co" veröffentlicht. Nun kann der Erhalt der Spezies Wolf im Banff Nationalpark nicht mehr garantiert werden.

Verhaltensforscher werden während ihrer Arbeit immer wieder mit dem Tod des einen oder anderen "Studienobjektes" konfrontiert. Davon blieben auch wir nicht verschont. So haben wir im Verlaufe der letzten Dekade viele Wölfe sterben sehen, sei es, weil sie auf natürliche Art und Weise leise und still dahin schieden, wie z.B. die Leitwölfinnen Betty (11 Jahre) und Aster (10 1/2 Jahre), Leitrüde Stoney (9 1/2 Jahre), sei es, weil sie in der hiesigen Infrastruktur des Banff Nationalparks auf der Autobahn beziehungsweise auf der Eisenbahnschiene umkamen, wie z.B. Betarüde Timber (10 Jahre), Betarüde Aspen (4 Jahre), Jungwölfin Christine (1 Jahr) und viele andere. Auch wenn der Verlust eines jeden Wolfsindividuums stets schwer zu verkraften ist, man auch als Feldforscher emotional betroffen ist, weil man ein bestimmtes Tier gut kennt, muß man trotzdem die natürlichen Regeln von Selektion und biologischen Abläufen akzeptieren. Das haben wir auch immer getan.

Nicht akzeptieren kann man allerdings nach unserer Meinung, wenn Tiere, und hier besonders Wölfe auf bestialische Weise durch Menschen ermordet werden, die sich einen Dreck um biologische Zusammenhänge scheren, nur ihrem egoistischen Kalkül folgen, Wölfe als wandelnde "Pelzware" ansehen und auf ethisch nicht vertretbare Weise umbringen. Kurz vor Weihnachten wurden der Leitrüde des Bowtal - Rudels "STORM" und der Betarüde "Yukon", sowie die Leitwölfin des Kootenay - Rudels "Kali" durch Schlingen getötet. Bei dieser unmenschlichen Methode wird in unmittelbarer Nähe zu einer Nationalparkgrenze zunächst Fleisch ausgelegt, das Wölfe anlockt und dann zwischen Büschen etliche Schlingen aufgestellt, die völlig neutral riechen und außerdem Wölfe, die in Nationalparks leben, nicht kennen. Ein Wolf läuft dann in die Richtung einer wohlriechenden Nahrungsquelle, Kopf voran in eine Schlinge, die sich immer weiter zu zieht und das Tier letztlich erwürgt. Je mehr sich ein Wolf gegen die Schlinge um seinen Hals wehrt, desto fester zieht sie sich zu und der Wolf stirbt langsam aber sicher auf grausame Art und Weise. Jeder der uns kennt, kann nachvollziehen, in welcher Verfassung wir uns im Augenblick befinden.

Auch wenn die beschriebene Tötungsmethode ganze Wolfsfamilien ausrotten kann, ist sie in den kanadischen Provinzen Britisch Kolumbien und Alberta absolut legal und soll sogar noch ausgeweitet werden, damit Jäger mehr Hirsche schießen können. Der Nationalparkverwaltung von Banff ist dieser Umstand seit Jahren bekannt, konkrete Maßnahmen fehlen bis zum heutigen Tag. Schlimmer noch, nach dem Tod von "STORM" und "YUKON" sind die Fallensteller immer noch aktiv, legen weiter Schlingen aus und hoffen auf die Ausrottung des Wolfes in den Rocky Mountains.

Was die Bowtal - Wolfsfamilie angelangt, bleibt derzeit eine erst 2 1/2 Jahre alte, relativ unerfahrene Wolfsmutter namens "Hope" und ihr erst 8 1/2 Monate alter Sohn "Nanuk" im Bowtal zurück. Beide Wölfe kämpfen uns Überleben, können kaum Nahrung finden, verhungern vielleicht schon sehr bald, wenn nicht etwas entscheidendes passiert. Storm und Yukon mußten u.a. deshalb ihr Leben lassen, weil sie in ihrem heimischen Territorium durch Mismanagement in ungefähr 50% der Fälle durch Präsenz des Menschen, besonders aber durch massiven Autoverkehr in ihrem Jagdverhalten unterbrochen wurden.

Aufruf zum massiven Protest!

Die ständigen Störungen durch den Menschen veranlaßten die Wölfe, auf der Suche nach Nahrung große Wanderungen zu unternehmen und die Grenzen des Banff Nationalparks zu überschreiten. Das gleiche Schicksal kann nun auch "Hope" und "Nanuk" ereilen. Nur eine sofortige Protestwelle kann unsere Wölfe noch retten. Nicht nur Wolfsfreunde, sondern jeder, der sich dem Naturschutz verpflichtet fühlt müßte sich betroffen fühlen und bereit sein zu protestieren.

Wir wenden uns deshalb an alle Menschen, die wir kennen, an alle Menschen, die uns unterstützen wollen und an alle Menschen, die in der Vergangenheit von unseren Forschungsergebnissen profitiert haben. Jede Stimme zählt. Bitte bleiben sie nicht passiv, sondern werden aktiv! Drohen sie mit einem Fellkaufboykott, einem Urlaubsboykott, einem Kaufboykott kanadischer Waren und machen sie klar, dass der Tod der " Ikonen" Storm und Yukon ernsthafte Konsequenzen für die Touristik - Industrie des Banff Nationalparks haben wird, weil durch deren Tod "traditionelles und kulturelles" Verhalten unwiederbringlich zerstört wurde und die Zukunft des Wolfes besonders im Banff Nationalpark miserabel aussieht.

Fordern Sie:

Eine kurzfristige Ernährung von Hope und Nanuk durch regelmäßiges Auslegen von Beutetierkadavern im Bowtal.
Die Einrichtung einer geschützten "Pufferzone" um die Nationalparks der Rocky Mountains.
Die Schließung der Parkstraße (1A) für Publikumsverkehr zwischen Abenddämmerung und Sonnenaufgang, damit die Wölfe wieder - vom Menschen ungestört - jagen können.
Bitte übernehmen sie jetzt erst recht eine Wolfspatenschaft für "Hope" oder Nanuk", damit wir vor Ort weiter präsent sein können, als Augenzeuge die weitere Entwicklung dokumentieren können und etwas verändern können, das den Fortbestand der Spezies Wolf im Bowtal des Banff Nationalparks sichert. Wir hoffen, auf ihre Hilfe zählen zu können. Wir hoffen außerdem, dass sie als Multiplikator fungieren, andere ihnen bekannte Organisationen oder Menschen informieren und somit eine große Protestwelle entsteht. Es ändert sich hier nur etwas, wenn die Tourismusbranche finanzielle Einbußen befürchten beziehungsweise sogar konkret hinnehmen muß. "Geld regiert die Welt". Wir hoffen, dass Storm, Yukon und Kali nicht umsonst sterben mussten! Werden sie aktiv, zeigen sie Engagement! Vorschläge für Protestbriefe finden Sie auch beim Wolfsmagazin!

Wir bedanken uns für ihre Unterstützung.

Günther und Karin Bloch
(Bow Valley Wolf Behavior Study)

Schreiben oder faxen sie an:

Superintendent Bill Fisher
Banff National Park
Parks Canada
P.O.Box 900
Banff, Alberta, CA T1L 1K2
E-Mail: banff_vcr@pch.gc.ca

Banff/Lake Louise Tourism Bureau
P.O.Box 1298
Banff, Albert, Canada T1L 1B3
Tel: 001.403-762-1551
E-Mail: info@banfflakelouise.com

Sheila Copps
Environmental Minister
Parks Canada
25 Eddy Street
Gatineau,Quebec, Canada K1A 0M5
E-Mail: information@pc.gc.ca

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie immer aktuell im Wolfsmagazin.

Werden Sie Wolfspate und unterstützen Sie die Verhaltensforschung an Timberwölfen im Banff Nationalpark.

Lesen Sie die Geschichte von Yukon und Storm im Buch von Günther Bloch.

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