Die Steine von Ica

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Im Jahr 1961 kam es in der Pampa von Ocucaje in den peruanischen Voranden zu ungewöhnlich heftigen Regengüssen, die den Fluss Rio Ica aus seinem angestammten Bett zwangen. Dabei wurden, so die übliche Annahme, die ersten Steine nahe dem Ort Ica in großer Zahl in den ausgewaschenen Bodenformationen gefunden.

Schnell bemerkten die Finder, dass die gravierten Steine immer wieder sonderbare Fabelwesen zeigten, die man als monströse Drachen aus der Mythologie, Saurier oder einfach Fabelwesen bezeichnen könnte. Und die Pflanzen und auch die Menschen auf den Darstellungen präsentieren sich in einer uns unbekannten Gestalt.

Auf einem der Glyptholithen ist ganz offensichtlich ein Mann zu erkennen, der mit einem teleskopartigen Gerät einen Kometen am Himmel verfolgt. Selbst komplizierte chirurgische Eingriffe sind auf ganzen Serien dieser eigenartigen Steine festgehalten. Auf ihnen werden detaillierte Abläufe dargestellt, die uns einen Eindruck des umfangreichen Wissens vermitteln, über das die in dieser Region lebenden Menschen damals verfügt haben müssen. Herzoperationen - wobei das Herz anatomisch exakt wiedergegeben wurde - mit diversen Hilfsmitteln wie "Pumpen", medizinische Gerätschaften und Infusionen sind eindeutig auf einigen Ritzzeichnungen zu erkennen.

Die Behauptung, es handele sich hierbei ganz einfach um ein Opferritual, wie es etwa die Azteken in Mexiko später praktizierten, kann nicht stimmen. Es ist nur schwer vorstellbar, dass das Menschenopfer an sonderbaren Schläuchen und anderen Gerätschaften angeschlossen wurde, während ein Arzt mit äußerster Sorgfalt am Herzen herumoperiert. Auf anderen Ica-Steinen sind sogar Transplantationen von Organen zu erkennen.

Sonderbare Opferrituale zu Ehren der Götter. Sonderbar auch andere Darstellungen auf den Steinen. Sternenkonstellationen, "Weltkarten", Sportaktivitäten, Musikinstrumente, mechanische Transportgeräte, Kriege oder Schlachten und anderes mehr. Alles in allem finden wir dort sämtliche Bereiche einer zivilisierten Gesellschaft. Wären da nicht immer wieder diese Monsterwesen, die uns deutlich an längst ausgestorbene Dinosaurier erinnern. Wer schuf also diese unzähligen Gravuren und wie alt mögen sie sein?

Die Autoren Bernhard Roidinger und Cornelia Petratu berichten in ihrem Buch Die Steine von Ica (München 1994) von Untersuchungen der sonderbaren Funde. Schon im Jahre 1966, so die Autoren, analysierten die Wissenschaftler Dr. Fernando de las Casas und Dr. Cesar Sotillo vom Institut für Bergbau an der Technischen National-Universität von Peru die Oberflächenoxydschicht der Gravuren. Beide kamen zu dem Schluss, dass die Schicht, die die Gravuren überzog, mindestens, wenn nicht weit über 12.000 Jahre alt sein muss.

Natürlich spricht dies gegen die Fälscher-Hypothese, aber in irgendeine Epoche der Geschichte Südamerikas lassen sich die Funde deshalb trotzdem nicht einordnen, da es bis vor 5.000 Jahren in diesem Gebiet keine Kultur gab, über die wir heute Aufzeichnungen besitzen. Auch Ähnlichkeiten zu irgendwelchen Darstellungen bekannter Kulturen oder Stämme in diesen Gegenden existieren nicht. Grobe Parallelen lassen sich höchstens zu einigen Scharrbildern auf der Hochebene von Nazca, die uns ebenfalls Rätsel aufgeben, erkennen.

Dr. Cabrera glaubt, anhand der Steine eine fantastische Geschichte ableiten zu können. Er ist der Meinung, dass die Menschen, die vor 65 Millionen Jahren lebten, durch eine gewaltige Katastrophe umkamen. Auch ist Dr. Cabrera der Überzeugung, diese Menschen seien Außerirdische gewesen, die von den Plejaden ("Siebengestirn") als spirituelle Wesen kamen und hier inkarnierten. Landeplatz dieser Außerirdischen war laut Dr. Cabrera die Hochebene von Nazca.

Bekannt wurden die Steine von Ica in Europa vor allem durch den französischen Grenzwissenschaftsautoren Robert Charroux. In seinem Buch L’énigme des Andes, Les Pistes de Nazce, La bibliothéque des Atlantes (Paris 1974), das auch in Deutschland unter dem Titel Das Rätsel der Anden (Düsseldorf 1978 & 1997) ein Bestseller wurde berichtete Charroux erstmals darüber, dass der Chirurg Dr. Janvier Cabrera Darquea seit 1966 in seinem Haus in Ica Tausende dieser Steine gesammelt habe.

Robert Charroux berichtet weiter, dass Dr. Cabrera bereits 1974 11.000 Steine in seinem Haus aufbewahren würde. Es heißt aber auch, dass Charroux bei einem Besuch in Ica überall auf verschiedene Sammler traf und Dr. Cabrera mit seinem Nachbarn allein schon 25.000 Steine besitzen würde. Angeblich sei er in kein Haus gekommen, wo nicht derartige Exponate lagen. Charroux vermutet hier sogar eine verschollene "Bibliothek von Atlantis".

Auch der Schriftsteller Erich von Däniken nahm sich der Steine von Ica an, nachdem er bei Charroux erstmals darüber gelesen hatte. Er berichtete 1977 in seinem Buch mit dem hochtrabenden Titel "Beweise" von diesen. Von Däniken informierte sich damals bei dem Archäologie Dr. Henning Bischof vom Völkerkundemuseum in Mannheim, was nach dessen Meinung von den Steinen und dessen Gravuren zu halten sei. Dieser teilte ihm schon damals mit, dass es sich um Fälschungen handelt, die von den Einheimischen angefertigt werden, um sie an die Touristen zu verkaufen. Erich von Däniken besuchte Dr. Cabrera in Peru, um die Ica-Steine persönlich in Augenschein zu nehmen. Da Erich von Däniken von der Sammlung begeistert war, wollte er persönlich vor Ort recherchieren.

Danach ging es über zwei Jahrzehnte hinweg zum Thema Ica-Steine hin und her.

Inzwischen liegen aus Ica in Peru auch unzählige Figuren vor, die angeblich Menschen und Saurier in Koexistenz zeigen. Was soll man davon halten?

Am 7. August 1997 strahlte der Fernsehsender Kabel 1 die Dokumentation "Das Geheimnis der Steine von Ica" aus, in der die Autoren des Berichtes in einer reißerisch aufgemachten Form versuchen, alle Steine als Fälschung zu "entlarven". Dabei zerrten sie einen Indio vor die Kamera, der routiniert zeigte, wie er einen Stein herstellt. Doch schon von Däniken schrieb, dass solche Steine gefälscht werden. Er besuchte sogar Fälscher Basilo Uschuya, der ihm einen Stein vor seinen Augen anfertigte. Von Däniken bekam auch zu hören, dass der Indio alle Steine selber schuf, und sich bei seinen medizinischen Motiven von Bildern aus Illustrierten inspirieren ließ, wie wir es seinem Buch "Beweise" entnehmen können. Inzwischen behauptet der Fälscher auch, er habe auch die Figuren von Sauriern und Menschen, die Dr. Cabrera ebenfalls besitzt, gefälscht.

Die Reporter der Dokumentation auf Kabel 1 konfrontierten Dr. Cabrera mit den Aussagen der Indios, dass sie selber seine Steine anfertigten. Dr. Cabrera jedoch hielt die Indios für Lügner. Er war sichtlich erbost, dass es Indios wagten, zu behaupten, sie hätten Cabrera mit Fälschungen reingelegt. Seine Meinung zähle, so Cabrera, mehr als die Aussagen der Indios. Doch auch dies hat schon Erich von Däniken 1977 berichtet, denn er schreibt: "Professor Cabrera ist ein eigenwilliger Mann, er duldet keine Gegenmeinung (was ich bedaure)."

Wir sehen uns hier einer gewaltigen Menge von gravierten Steinen gegenüber, in denen der Doktor eine fantastische Welt der frühesten Vorzeit zu erkennen glaubt. Alle, und das macht Dr. Cabrera mehr als unglaubwürdig, alle diese Steine seien authentisches Material einer Zivilisation im Zeitalter der Dinos. Fälschungen sollen nicht darunter sein.

Da inzwischen jeder, der das Thema Ica etwas genauer kennt, weiß, dass hier eine Flut von Fälschungen verborgen liegen kann, die gerade in den letzten Jahrzehnten durch die globale Bekanntheit des Themas anstieg, ist die Sammlung zum jetzigen Zeitpunkt schlicht "wertlos". Wertlos deshalb, da bisher niemand in der Lage war, all die sonderbaren Steine - und vor allem jene, die Saurier und Menschen gleichzeitig zeigen - einer wissenschaftlichen Analyse zu unterziehen. Ein wahllos herausgegriffener Stein, der auf 50 oder 5.000 Jahre datiert wird, sagt nichts über den gesamten kulturellen Wert der Funde.

Da davon ausgegangen werden darf, dass die Bewohner von Ica und der Umgebung wissen, was Dr. Cabrera für Thesen vertritt, ist es leicht nachvollziehbar, dass gerade jene Objekte, die Motive seiner Idee zeigen, von Einheimischen gefälscht werden.

Dr. Cabrera hat in seinem Haus auch eine "Geheimkammer" verborgen. In dieser liegen, so sagt er, so unfassbare Steine und Skulpturen, dass sie der Menschheit nicht gezeigt werden dürfen. Doch das Kamerateam von Kabel 1 war bei den Recherchen zu der Dokumentation schlau genug, eine versteckte Kamera mitlaufen zu lassen. Schon seltsam genug, dass Dr. Cabrera den Raum mit den angeblich zu erschreckenden Darstellungen dem deutschen Team zeigte, doch die heimlich gefilmten Objekte waren noch seltsamer - sie zeigen christliche Figuren. So etwa standen in den Regalen neben Sauriern, die aus Eiern schlüpfen, Skulpturen des gekreuzigten Jesus Christus und des letzten Abendmahls.

Hier bricht die Welt des Dr. Cabrera wohl zusammen. Was sollen solche Darstellungen mit Motiven, die eine 2.000 Jahre alte Welt zeigen, wenn die Sammlung doch von einer Welt vor rund 65 Millionen Jahren berichten soll?

Die gesamte Sammlung von Ica-Steinen ist damit zu einem unsicheren und höchst zweifelhaften Thema geworden. Die Zukunft wird, so ist zu hoffen, zeigen, was hier echt, wahr und authentisch und was pure Schwindelei ist. Auch wenn es nicht gerade schwer ist, im Sand der Wüste um Ica Steine mit Gravuren zu finden, so sind doch deren Motive mehr als nur normal. Nichts Außergewöhnliches ist auf diesen Steinen zu erkennen.

Quelle: freenet.de
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