Divulgação - Brasiliens Regierung kündigt vollständige Freigabe von UFO-Akten an

Treffen brasilianischer UFO-Forscher mit offiziellen Vertretern
Verteidigungsministeriums. © ufo.com.br
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Treffen brasilianischer UFO-Forscher mit offiziellen Vertretern Verteidigungsministeriums. © ufo.com.br

 

Brasilia (Brasilien) - Worum UFO-Forscher in anderen Ländern noch immer ringen, wird derzeit in Brasilien Wirklichkeit: Innerhalb der nächsten Jahre will die brasilianische Regierung sämtliche, jahrzehntelang unter Verschluss gehaltenen UFO-Akten nach und nach der Öffentlichkeit zugänglich machen und eng mit den UFO-Forschern zusammenarbeiten. Disclosure, also die Offenbarung des UFO-Wissens, bzw. besser gesagt die "Divulgação" steht zumindest in Brasilien also kurz bevor.

Hierzu fand vergangene Woche am 8. April 2013 ein offiziellesTreffen zwischen Vertretern des brasilianischenVerteidigungsministeriums und Mitgliedern der "Comisión Brasileirade Ufólogos" (CBU, Komitee brasilianischer UFO-Forscher) inBrasilia Statt (s. Abb.), um über die derzeit noch bestehendenProbleme beim Zugang zu UFO-Akten zu diskutieren. Schließlichsollten diese Probleme eigentlich schon längst der Vergangenheitangehören, da das Ministerium bereits im Februar angekündigt hatte,die Verwaltungsvorgänge für die Beantwortung von UFO-bezogenenAnfragen zu überprüfen. Noch heute, so das CBU, sei der Zugang zuals "geheim" oder "ultrageheim" eingestuften UFO-Akten noch immerschwierig.

Tatsächlich räumte das Verteidigungsministerium bestehendenProbleme ein, kündigte zugleich aber an, sämtliche Dokumente überUFO-Fälle in Übereinstimmung mit dem brasilianischen "Ley de Accesoa Información" (Informationszugangsgesetz) zu veröffentlichen.

Binnen einer Frist von zwei Jahren wolle man sämtliche geheimeUFO-Akten, die an stattlichen Stellen lagern, auf ihreGeheimhaltungswürdigkeit hin überprüfen und gegebenenfallsfreigeben. Für "ultrageheime" Dokumente gelte allerdings weiterhineine Sperrfrist von 50 Jahren seit Erstellung. "Einige Fälleunterliegen noch rechtlichen Fristen, aber diese Angelegenheit wirdsich in Kürze lösen", erklärte der Ministerialbeamte Ari Matos.

Das für beide Seiten wichtigste Ergebnis des Treffens sei jedochdie Schaffung einer Allianz mit den UFO-Forschern. Diese hatten dieErrichtung eines interdisziplinären Ausschusses vorgeschlagen, beidem Militärs aller drei Waffengattungen und Mitglieder des CBUzusammenarbeiten sollten.

Brasiliens UFO-Forscher sind sicher: Diese Versammlung wird indie Geschichte eingehen. Schließlich sei es das erste Mal gewesen,dass das Verteidigungsministerium eine formelle Sitzung mitUFO-Forschern einberief, um über fliegende Untertassen zudiskutieren. "Das Treffen vom vergangenen Donnerstag markiert denoffiziellen Beginn der künftigen Zusammenarbeit zwischen demMilitär und den brasilianischen UFO-Forschern, um denfaszinierenden Fragen rund um das UFO-Problem und dessenAuswirkungen für die Gesellschaft auf den Grund zu gehen",kommentiert der brasilianische UFO-Forscher AJ Gevaerd vombrasilianischen "UFO Magazine".

Bis heute gebe es noch zahlreiche unbeantwortete Fragen, soGevaerd, selbst bezüglich bekannter UFO-Ereignisse und nanntebeispielhaft die Vorfälle von Varginha, rund um Opercao Prato(Operation Untertasse, ...wir berichteten, s. Links), dieSichtungen der Crew der Corvette Mearim und Sichtungen aufTrinidad.

Hintergrund:

Brasilien blickt auf einige bemerkenswerte UFO-Fälle in jüngererVergangenheit zurück, bei denen das Militär nachgewiesenermaßeninvolviert war. Bereits 1977 war die brasilianische Armee zu einerOperation auf die Halbinsel Colares im Amazonasgebiet ausgerückt,mit dem offiziellen Ziel, die Aktivität von dort gesichteten UFOszu untersuchen. Der Bürgermeister der Insel hatte die Armee zuHilfe gerufen. Während der vier Monate andauernden "OperationUntertasse" dokumentierten die Militärs mehr als 3000 SeitenZeugenaussagen, schossen rund 500 UFO-Fotos und filmten knapp 16Stunden Filmmaterial von den Objekten. Zu den Zielen derMilitäroperation zählte auch eine Kontaktaufnahme mit der"Intelligenz hinter den Phänomenen". Angeblich wurde die Operationim Dezember 1977 gestoppt, doch wie das brasilianische UFO-Magazinherausfand, setzten US-amerikanische Spezialeinheiten die Missionab 1978 im Geheimen fort.

Am 19. Mai 1986 versuchten mehrere Kampfjets der Luftwaffeerfolglos, kugelförmige Flugobjekte über brasilianischen Metropolenabzufangen. Tags darauf war Luftfahrtminister Octavio Moreira Limagezwungen, bei einer Pressekonferenz über den Vorfall zu berichten.Ein erst im Oktober 2009 veröffentlichter vertraulicherMilitärbericht enthüllte, dass die Luftwaffe die Objekte als"solide" und deren Flugverhalten als "intelligent" einstufte. DieMassensichtung ging als sogenannte "Offizielle brasilianischeUFO-Nacht" in die Geschichte ein.

Im Mai 2005 veröffentlichte die Luftwaffe eine kleinere Anzahlvon UFO-Akten und lud erstmals Mitglieder des brasilianischenUFO-Komitees ins Hauptquartier des LuftverteidigungskommandosCOMDABRA ein.

Im August 2008 forderte auch der ehemalige LuftwaffenchefBrasiliens Jose Carlos Pereira in einem Interview mit demUFO-Magazin das Ende der militärischen UFO-Geheimhaltung.

Im Oktober 2009 gab die brasilianische Regierung erneut ehemalsgeheime UFO-Akten frei - Sichtungsberichte, offizielle Dokumenteund Analysen aus den 80er Jahren. Die Akten aus den 50er, 60er und70er Jahren hatte das Militär bereits zuvor veröffentlicht –insgesamt ca. 4000 Seiten.

Seit August 2010 gelten bei der brasilianischen Luftwaffeoffizielle Leitlinien zur "Regulierung, Erfassung und Handhabungvon Materialien (…), die im Zusammenhang mit 'unidentifiziertenFlugobjekten‘ stehen“. Der neue Verwaltungsvorgang schreibt vor,dass UFO-Berichte vom Luftraumverteidigungskommando in Empfanggenommen und katalogisiert werden müssen, bevor sie an dasNationalarchiv überstellt und damit der Öffentlichkeit zugänglichgemacht werden. Diese Leitlinien veröffentlichte dasVerteidigungsministerium ganz offiziell im brasilianischenAmtsblatt "Diário Oficial da União".

Überhaupt herrscht auf diesem Kontinenten ein offenes Klima fürUFO-Fragen: In Argentinien, Chile, Ekuador, Peru und Uruguay gibtes bereits offizielle UFO-Untersuchungsbehörden, die Zeugenaussagenaus der Bevölkerung entgegen nehmen und diesen nachgehen - ganzohne Geheimniskrämerei. Der chilenische General Ricardo Bermudezberichtete erst im Jahr 2012 bei einer UFO-Konferenz ganz offenüber die Möglichkeiten und Resultate der offiziellen UFO-Forschungseines Landes.

Zudem beschlossen Chile und Uruguay im April 2012, künftig beider Untersuchung ungeklärter Luftraumphänomene zusammen zuarbeiten.

"Mit der nun beschlossenen Veröffentlichung aller weiterenMilitärakten setzt sich Brasilien an die Spitze der LänderSüdamerikas, die um mehr Regierungstransparenz in Sachen UFOsbemüht sind. Es steht zu erwarten, dass dieser Schritt des größtenLandes auf dem Kontinenten eine Sogwirkung auf die übrigen Länderentfaltet, die bereits jetzt vergleichsweise offen mit dem Themaumgehen", kommentiert auch Robert Fleischer von "ExopolitikDeutschland" (exopolitik.org)

Die Situation in Deutschland

Von "brasilianischen Bedingungen" können deutsche UFO-Forscherund Disclosure-Aktivisten indes weiterhin nur träumen. Während, wiezahlreiche andere NATO-Partner auch in Frankreich UFO- bzw."unidentifizierte Luft- und Weltraumphänomene" von offiziellerSeite und zudem transparent untersucht und dokumentiert werden,behauptet die deutsche Bundesregierung von jeher, an derErforschung entsprechender Phänomene nicht interessiert zusein.

Doch nicht nur UFO-Forscher bezweifeln dies seit langem. Eineerst 2011 bekannt gewordene Einschätzung von keiner geringerenInstitution als dem wissenschaftlichen Dienstes des DeutschenBundestages kommt zu dem Schluss, dass "die Tatsache, dass sowohlGroßbritannien als auch Frankreich sich mit der Fragestellung nachder Existenz von UFOs und außerirdischen Lebensformen beschäftigtenund dies - nach vorheriger Geheimhaltung - in den letzten Jahrensogar via Internet veröffentlicht haben, die Vermutung nahe legt,dass sich auch deutsche Behörden oder Ministerien mit dieserFragestellung befasst haben bzw. befassen" (wir berichteten).

Noch im selben Jahr gelang zudem Forscher der DeutschenGesellschaft für UFO-Forschung (DEGUFO) der offizielle Nachweis,geheimer deutsche UFO-Akten, die von einer ressortübergreifendeInstitution des Bundes verwaltet werden.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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