DNA-Analyse belegt: Urzeitmenschen paarten sich mit unbekannter Spezies

Archiv: Schädelfragment eines Neandertalers. ©
commons.wikimedia.org/wiki/User:Anagoria, cc-by-sa 3.0
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Archiv: Schädelfragment eines Neandertalers. © commons.wikimedia.org/wiki/User:Anagoria, cc-by-sa 3.0

 

Seattle (USA) - US-Wissenschaftler sind bei Analysen der DNA heutiger Afrikaner auf genetisches Material gestoßen, dass so nur durch geschlechtlichen Verkehr mit einer bislang noch unbekannten Spezies in die DNA des modernen Menschen gelang sein konnte. Bislang fehlen jedoch jegliche fossilen Hinweise auf jene Art, hinter der die Forscher eine afrikanische Variante des Neandertalers vermuten.

Wie das Team um Joshua Akey von der University of Washington aktuell im Fachmagazin "Cell" berichtet, gleichen diese "genetischen Rückstände" weder Teilen der DNA moderner Afrikaner noch des Neandertalers oder moderner Europäer. "Dies bedeutet, dass die jetzt identifizierte DNA von einer bislang noch unbekannten Art stammt", so Akey.

Diese "afrikanischen Geschwister des Neandertalers" haben sich wahrscheinlich von 20.000 bis 50.000 Jahren mit den frühen modernen Menschen in Afrika gepaart - lange also, nachdem diese bereits Afrika verlassen und Asien und Europa besiedelt hatten. Zur gleichen Zeit teilten sich die frühen Menschen in Europa den Lebensraum mit mindestens einer weiteren Menschenart - dem Neandertaler. Wie der Neandertaler, so starb auch dessen vermeintlich afrikanische Variante später aus.

Da sich die "fremde DNA" nicht im Erbgut von Europäern finden lässt, gehen die Forscher davon aus, dass die mysteriöse Frühmenschenart auf Afrika begrenzt war und sich nicht darüber hinaus ausgebreitet hatte.

Sicher ist allerdings, dass die Vermischung mit dieser Art in ganz Afrika ihre genetischen Spuren hinterlassen hat. So konnten die Wissenschaftler die entsprechenden DNA-Überbleibsel sowohl bei den Pygmäen in Zentralafrika als auch bei den als Jäger und Sammler lebenden Hadza und Sandawe in Tansania nachweisen.

Erst 2010 konnten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie genetisch nachweisen, dass sich auch die frühen Europäer vor 25.000 bis 30.000 Jahren mit Neandertalern vermischt hatten (...wir berichteten) und dass sich beide Arten zumindest zeitweise ihren Lebensraum mit mindestens einer weiteren Frühmenschenart (Denisova) teilten.

"Die 'afrikanischen Neandertaler' mussten den modernen Menschen ähnlich genug gewesen sein, dass es nicht nur zum Geschlechtsverkehr der beiden Arten untereinander kam, sondern, dass daraus auch lebensfähige Nachkommen entstehen konnten" kommentiert Akey. "Da bislang jedoch noch keinerlei fossile Funde dieser Spezies vorliegen, können wir nicht sagen, wie diese "Menschen" ausgesehen haben."

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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