Forscher zweifeln an Erdähnlichkeit sogenannter Super-Erden

Unsere Erde (l.) und die sog. Super-Erde "55 Cancri e" im
Vergleich (Illu.). © NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC)
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Unsere Erde (l.) und die sog. Super-Erde "55 Cancri e" im Vergleich (Illu.). © NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC)

 
17.02.2013 - 23:14 Uhr

Graz (Österreich) - Eine aktuelle Studie Grazer Weltraumforscher lässt Exoplanetenforscher aufhorchen - kommt diese doch zu dem Schluss, dass die meisten neu entdeckten sogenannten Super-Erden, also Planeten von der bis zu 10-fachen Erdmasse, unserem Heimatplaneten wahrscheinlich eigentlich gar nicht so ähnlich sind als bislang angenommen und sie vielmehr kleinen Ausgaben des eisigen Gasplaneten Neptun gleichen.

Wie das Team um Helmut Lammer vom Grazer Institut fürWeltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie derWissenschaften aktuell im Fachmagazin "Monthly Notices of the RoyalAstronomical Society" erläutert, schreibt es die stetig steigendeAnzahl an neu entdeckten "Super-Erden" geradezu vor, diese imSonnensystem nicht vorhandene Planetenkategorie genauer unter dieLupe zu nehmen, damit man besser versteht, ob sie wirklicherdähnlich sind oder nicht.

Die Grazer Wissenschaftler haben nun sieben solcher Planetenaußerhalb unseres Sonnensystems (sog. Exoplaneten) untersucht, dieetwas schwerer und größer als die Erde sind, aber eine geringereDichte aufweisen. Diese Himmelskörper besitzen eine mittlereDichte, die auf Neptun-ähnliche große Wasserstoffhüllen hindeutet.Die Strahlungsflüsse der Muttergestirne von Super-Erden in denSystemen von Kepler-11, Gliese 1214 und 55 Cancri wurden durchBeobachtungsdaten ermittelt und deren Einflüsse auf die Gashüllen,welche diese Planeten umgeben, modelliert.

Das Ergebnis dieser Analysen hat gezeigt, dass die kurzwelligeStrahlung der Muttersterne die oberen Atmosphären so aufheizt, dasssich die Wasserstoffhüllen über viele Planetenradien ausdehnen undschließlich hydrodynamisch vom Planeten entfliehen. "UnsereErgebnisse weisen darauf hin, dass viele Super-Erden zwar einenextrem hohen Atmosphärenverlust aufweisen, ihre wasserstoffreichenProtoatmosphären aber zum Großteil behalten und diese nicht zurGänze verlieren, wie dies bei der leichteren Erde während deraktive Phase der jungen Sonne der Fall ist", so Lammer.

Sollten sich die Resultate der Studie bestätigen, würde sicheine ineffiziente Atmosphärenflucht stark auf die Habitabilität,also die potentielle Lebensfreundlichkeit von Super-Erdenauswirken. Diese Ergebnisse sind auch für die ESA-SatellitenmissionCHEOPS von großer Bedeutung, die die Zusammensetzung vonExoplaneten durch Hochpräzisionsphotometrie ermitteln wird.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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