Grazer Forscher zweifeln an Häufigkeit erdähnlicher Planeten

Erdähnlicher Exoplanet (Illu.) ©
grenzwissenschaft-aktuell.de
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Erdähnlicher Exoplanet (Illu.) © grenzwissenschaft-aktuell.de

 
18.03.2012 - 00:06 Uhr

Graz/ Österreich - In einer aktuellen Studie widmen sich österreichische Wissenschaftler den Problemen bei der Suche nach einem Zwilling unserer Erde. Darin bezweifeln die Forscher, dass die Entstehung von von Stickstoff-dominierten Atmosphären die Regel ist. Während es also zahlreiche "erdartige" Felsplaneten innerhalb habtiabler Zonen um ferne Sterne zu geben scheint, dürften "erdähnliche" Planeten vergleichsweise selten sein, vermuten die Grazer Forscher.

Die Forscher um Dr. Helmut Lammer vom Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften haben ihre Studie aktuell im Fachmagazin "Origins of Life and Evolution of Biospheres“ veröffentlicht. Darin geben sie zu bedenken, dass zwar die stets steigende Anzahl der mit dem NASA-Weltraumteleskop Kepler aufgespürten Super-Erden und die jüngste Entdeckung eines erdähnlichen Planeten in der bewohnbaren Zone seines Sterns darauf hindeuten, dass Planeten innerhalb lebensfreundlicher Zonen sehr häufig anzutreffen sind, dass aber "die Evolution von Stickstoff-dominierten Atmosphären, wie sie auf der Erde existiert, sehr komplex ablaufen muss und auf einer Reihe von Zufällen beruht, die mit der Entstehung von Protoatmosphären und dem darauf folgenden Strahlungsverhalten des Sterns zusammenhängen."

Nach gegenwärtigem Wissensstand könne man durch Entdeckungen, wie sie das Weltraumteleskop Kepler gemacht hat, nicht auf die Häufigkeit von Planeten schließen, die wie die junge Erde eine Stickstoffatmosphäre entwickeln, Ozeane mit flüssigem Wasser beherbergen und Kontinente über Milliarden Jahre aufrecht erhalten. "Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass viele erdähnliche Planeten, auch wenn sie sich in einer habitablen Zone um ihren Stern befinden, Probleme haben, ihre Wasserdampf- und Kohlendioxid-reichen Uratmosphären in den Weltraum zu verlieren", meint Lammer. "Stimmen unsere Vermutungen, dann kann man davon ausgehen, dass sich die Atmosphären sehr vieler erdartiger Planeten anders als auf der Erde entwickeln. Das Resultat wären entweder Gesteinsplaneten, die von sehr dichten Wasserstoffhüllen umgeben sind, oder Wasserwelten mit Venus-ähnlichen Kohlendioxidatmosphären."

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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