Größter Röntgenlaser der Welt bei Hamburg erzeugt erstes Laserlicht

Der weltgrößte Röntgenlaser in Hamburg hat seinen ersten großen
Test mit Bravour bestanden. Die Anlage ist 3,4 Kilometer lang und
erstreckt sich größtenteils in unterirdischen Tunneln.
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Der weltgrößte Röntgenlaser in Hamburg hat seinen ersten großen Test mit Bravour bestanden. Die Anlage ist 3,4 Kilometer lang und erstreckt sich größtenteils in unterirdischen Tunneln.

 © Christian Charisius - dpa/AFP
04.05.2017 - 12:11 Uhr

Der weltweit größte Röntgenlaser European XFEL bei Hamburg hat das erste Röntgenlaserlicht erzeugt. Damit bestand die Anlage mit Bravour ihren ersten großen Test, wie das Beschleunigerzentrum Desy am Donnerstag mitteilte. Der Röntgenlaser produziert extrem starke und ultrakurze Lichtblitze, mit denen Forscher Aufnahmen von kleinsten Strukturen machen können. Die Anlage ist 3,4 Kilometer lang und erstreckt sich größtenteils in unterirdischen Tunneln.

Die englische Abkürzung XFEL steht übersetzt für "Freie-Elektronen-Röntgenlaseranlage". Die offizielle Inbetriebnahme des European XFEL ist für September vorgesehen. Die Anlage in Hamburg und Schenefeld erzeugt laserartige Röntgenlichtimpulse, die milliardenfach stärker sind als Strahlung aus herkömmlichen Röntgenquellen. Zugleich sind die in den Tunneln erzeugten Blitze extrem kurz: Die Anlage feuert laserartige Lichtimpulse mit einer Länge von nur einigen Billiardstelsekunden ab.

Werden Materialproben damit durchleuchtet, entstehen wie in einer Kamera einmalig genaue Momentaufnahmen von kleinsten atomaren Strukturen. Auf diese Weise ermöglicht es der European XFEL sogar, die Vorgänge in und zwischen einzelnen Atomen während chemischer Reaktionen zu filmen oder extrem detaillierte Bilder von Viren und Molekülen anzufertigen. Dies könnte langfristig neue Chancen bei der Material- und Medikamentenforschung eröffnen.

Das nunmehr erzeugte erste Röntgenlaserlicht hatte eine Wellenlänge von 0,8 Nanometern, das ist etwa 500 Mal kürzer als bei sichtbarem Licht. Der Laser erzeugte zunächst einen Puls pro Sekunde - später werden es einmal 27.000 pro Sekunde sein.

Der European-XFEL-Geschäftsführer Robert Feidenhans'l nannte die Erzeugung des ersten Röntgenlaserlichts in der Anlage einen "großen Moment". "Wir können nun damit beginnen, die Röntgenblitze über weltweit einzigartige Spiegel durch den letzten Tunnelabschnitt in die Experimentierhalle zu leiten und danach schrittweise die Experimentierstationen in Betrieb nehmen."

Der Vorsitzende des Desy-Direktoriums, Helmut Dosch, erklärte, mit dem ersten Laserlicht beginne in Europa eine neue Ära der Forschung. "Der European XFEL wird uns gestochen scharfe Bilder des molekularen Aufbaus von neuen Materialien und Wirkstoffen und neuartige Liveaufnahmen von biochemischen Reaktionen liefern."

Quelle: 2017 AFP
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