Hormon gegen Altern

Hormon gegen Altern
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Hormon gegen Altern

 

von Prof. Fred Sinowatz

Die Vorstellung vom Altern als eine Fortsetzung natürlicher Entwicklungsprogramme, wie sie bei der vorgeburtlichen Ausbildung von Mensch und Tier oder auch in unserer Jugend ablaufen, ist schon Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte alt. Wir alle sind vertraut mit den charakteristischen und zeitlich genau definierten Änderungen im Körperbau und in der psychischen Entwicklung, die dabei ablaufen.

Vieles spricht dafür, dass auch der Alterungsprozess auf einem exakt definierten genetischen Programm beruht: Das Auftreten der [LINK "http://de.wikipedia.org/wiki/Menopause" ]Menopause bei Frauen in einem eng begrenzten Alterssegment, das Grauwerden der Jahre, die Falten in der Haut und viele andere Vorgänge an unterschiedlichen Organsystemen. Neue molekularbiologische Ergebnisse stützen weiter die Hypothese eines weitgehend programmierten Ablaufes der Alterungsvorgänge.

Allerdings sind einige Wissenschaftler anderer Meinung, wie Professor Austad, ein führender Evolutionsbiologe. Mit Untersuchungen an stark ingezüchteten Mäusen, die genetisch nahezu identisch waren, konnte er nachweisen, dass bei den einzelnen Tieren die Alterungsvorgänge sehr unterschiedlich abliefen und auch das Alter, das die einzelnen Mäuse erreichten, in einem weiten Bereich schwankte.

Als wesentliche Ursache für Alterungsprozesse sehen viele Forscher die Bildung von freien Radikalen, die bei der Zellatmung entstehen. Nach den bisherigen Vorstellungen sollten umso mehr dieser, die DNA und auch die Zellproteine schädigenden freien Radikale (auch ROS, engl. für reactive oxygen species, genannt) entstehen, je intensiver der Stoffwechsel in einem Organismus abläuft. Ein intensiver Metabolismus würde nach der "Theorie der freien Radikale" die Lebensspanne signifikant verkürzen.

Neue Studien haben nun ergeben, dass diese Annahme in vielen Punkten falsch ist. Zum einen wurde die Menge an freien Radikalen, die in den Mitochondrien produziert werden, um den Faktor 10 überschätzt; zum anderen wurde klar, dass bei einem intensiven Stoffwechsel sogar besonders wenige dieser schädlichen Moleküle auftreten.

Vor kurzem hat nun eine Forschergruppe in Aberdeen, Schottland herausgefunden, dass ein schon lange (Bild links) bekanntes Hormon, das Thyroxin, das den Stoffwechsel ankurbelt, die Lebensspanne deutlich verlängern kann. Die britischen Wissenschaftler fanden heraus, dass die regelmäßige Verabreichung einer Extradosis Thyroxin bei Mäusen die Stoffwechselprozesse stark intensivierte und die durchschnittliche Lebenspanne der Nager um 25 Prozent erhöhte.

"Auf die Verhältnisse beim Menschen umgerechnet, könnte dies eine Lebensverlängerung um bis zu dreißig Jahre bedeuten" meint dazu der Leiter der Forschergruppe, Dr. Speakman und weiter: "Thyroxin hat das Potenzial, als wirkungsvolles Anti-Aging-Medikament eingesetzt zu werden".

Im Augenblick sind es allerdings die möglichen, durchaus gefährlichen Nebenwirkungen, die einen raschen Einsatz beim Menschen verbieten. Da Thyroxin in der Schilddrüse schon normalerweise gebildet wird, ist es schwierig, eine richtige Dosierung zu ermitteln. Eine falsche zusätzliche Menge an Thyroxin könnte sogar den Tod zur Folge haben. Trotzdem ist Speakman sehr optimistisch: " Wir hoffen, dass durch unsere Forschungsarbeiten einmal vielen Menschen einige zusätzliche Jahre geschenkt werden".

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