In Meteoriten können organische Moleküle entstehen

Archiv: Der 1969 in Australien niedergegangenen
Murchison-Meteorit und aus diesem gelöste Partikel © US Dept. of
Energy / Public Domain
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Archiv: Der 1969 in Australien niedergegangenen Murchison-Meteorit und aus diesem gelöste Partikel © US Dept. of Energy / Public Domain

 

Viterbo/ Italien - Zahlreiche Studien haben mittlerweile hinreichend belegt, dass sich auf und im Innern von Meteoriten mit Aminosäuren und anderen organischen Verbindungen finden, die einst das Leben auch zur Erde gebracht haben könnten. Die Frage jedoch, wie diese Verbindungen dorthin gelangt sind, blieb bislang jedoch unbeantwortet. Mit einem Experiment haben italienische Wissenschaftler nun gezeigt, dass die Meteoriten, selbst wahre Fabriken für organische Moleküle sein können.

Mit einem Gramm aus dem im September 1969 eingeschlagenen Murchison-Meteoriten, in dem bereits zuvor Aminosäuren und andere chemische Verbindungen, aus welchen unter anderem auch genetisches Material besteht, nachgewiesen wurden, führten die Forscher um Raffaele Saladino von der "Università degli Studi della Tuscia" ein Experiment durch.

Grundlage für dieses Experiment war die Fragestellung, ob besagte Moleküle auch im Innern der Asteroiden selbst entstanden sein könnten, von welchen die entsprechenden Meteoriten stammen, sowie die Einsicht, dass eine einfache und ebenfalls im All vorkommende Chemikalie Formamid, das Amid der Ameisensäure, in zahlreiche Biomoleküle transformiert werden kann.

Aus dem zermahlenen Anteil des Murchison-Meteoriten entfernten die Forscher alle organischen Moleküle, bis nur noch das eigentliche Mineral übrig blieb. Dieses vermischten sie mit Formamid und erhitzten dieses Gemisch 48 Stunden lang auf 140 Grad Celsius.

Tatsächlich entstanden durch diesen Prozess Nukleinsäuren und damit grundlegende Bausteine von DNA und RNA, zudem auch die Aminosäure Glycin, Carbonsäuren und eine Zuckervorläufer. Hinzu entdeckten die Forscher, dass das meteoritische Material die RNA stabilisieren kann, wenn diese mit Wasser reagiert und dabei sehr leicht zerfällt. Für gewöhnlich beschleunigen Mineralien diesen Prozess. Das Material des Murchison verursachte diesen Effekt jedoch nicht. Ihre Ergebnisse haben die Forscher aktuell im Fachmagazin "Origins of Life and Evolution of Biospheres" veröffentlicht.

"Die entstandenen Verbindungen sind sowohl metabolisch als auch genetisch und bedienen damit Schlüsselfunktionen von primitivem Leben", zitiert "NewScientst.com" Monica Grady von der britischen "Open University" in Milton Keynes, die an der Studie der Italiener nicht beteiligt war.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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