Inniges Verhältnis: Wenn Menschen mit Tieren kommunizieren

Viele Menschen haben eine innige Verbindung zu ihrem Haustier.
Bild 1 von 20

Viele Menschen haben eine innige Verbindung zu ihrem Haustier.

© Thinkstock

Zwischen Mensch und Tier bestehen oft außergewöhnliche Beziehungen. Dabei zeigen  die Haustiere oftmals erstaunliche Verhaltensweisen.

Die Symbiose von Mensch und Haustier bringt für beide Seiten Vorteile: Das Tier hat ein warmes Zuhause, wird gefüttert, bei Krankheit gepflegt, verwöhnt und gestreichelt. Sein Besitzer wird geachtet (vor allem von einem Hund, der ihn als „Leithund“ respektiert); das Tier ist ein treuer Gefährte, der ihm das Gefühl vermittelt, gebraucht zu werden und für ein anderes Wesen die wichtigste Bezugsperson zu sein. Wissenschaftliche Forschungen haben erwiesen, dass Tiere sogar geistig und körperlich behinderten, unglücklichen oder gestressten Menschen Trost spenden und neuen Lebensmut geben können.

So erstaunt es nicht weiter, dass Tierbesitzer weniger von Ängsten oder Depressionen geplagt werden als Menschen, die alleine leben. Vermutlich liegt der Grund auch darin, dass sich ein Tierfreund um seinen Gefährten kümmern muss und deshalb nicht soviel Zeit hat, über seine eigenen Probleme zu sinnieren. Weitere Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass Tierhalter weniger anfällig für körperliche Krankheiten wie Herzleiden sind.

Eine Forschergruppe der Universität von Pennsylvania und die New Yorker Abteilung für Gesundheitswesen am Brooklyn College untersuchten 92 Patienten, die wegen einer Erkrankung der Herzkranzgefäße ins Krankenhaus eingewiesen wurden. 53 dieser Patienten hielten ein Haustier. Während ihres Klinikaufenthaltes sorgten sich die meisten um das Wohl ihrer Lieblinge, und sobald ihr Zustand es erlaubte, riefen sie täglich Freunde oder Verwandte an, die das Tier in ihrer Abwesenheit hüteten. Einige fühlten sich ihrem Hund oder ihrer Katze sogar so eng verbunden, dass sie mit ihnen regelmäßig „telefonierten“.

Körperliches Wohlbefinden

Nun liegt die Annahme nahe, dass diese Patienten durch ihre Besorgnis noch stärker belastet seien und sich ihre Gesundung verzögerte. Doch die Tests ergaben das genaue Gegenteil. Von den 53 Tierliebhabern waren ein Jahr nach der Klinikentlassung noch 50 (94 Prozent) am Leben; von den 39, die keine Tiere hielten, nur 17 (43 Prozent). Der Unterschied erwies sich als derart auffällig, dass man sogar vermutete, die Nichttierhalter seien aufgrund einer Zufallsverteilung durchschnittlich wohl doch kränker gewesen als die anderen Patienten. Aber die Auswertungen der Tests zeigten, dass das nicht zutraf, sondern die höhere Generationsrate „unabhängig vom Gesundheitszustand der Patienten“ war.

Bei einer anderen US-Untersuchung wurde festgestellt, dass bei Männern und Frauen der Blutdruck steigt, wenn sie sich mit Menschen unterhalten. „Kommunizieren“ sie hingegen mit ihrem Hund, dann sinkt ihr Blutdruck. Das gleiche Phänomen ließ sich übrigens auch bei Kindern beobachten, die zu Hause untersucht wurden: Ihr Blutdruck sinkt, sobald ein Tier anwesend ist, selbst wenn es weder gestreichelt noch mit ihm gesprochen wird.

Seelisches Gleichgewicht

Eine weitere US-Studie ergab, dass selbst Zierfische eine positive Wirkung auf Menschen ausüben können. Die Versuchspersonen mussten zunächst auf eine weiße Wand blicken. Dabei wurde ihr Blutdruck gemessen, sowohl der systolische (wenn sich das Herz zusammenzieht) als auch der diastolische (wenn es sich ausdehnt). Als nächstes platzierte man die Probanden vor einem Aquarium mit tropischen Fischen, und während sie die Fische betrachteten, sank sowohl ihr systolischer als auch ihr diastolischer Blutdruck, und zwar am nachhaltigsten bei denjenigen, deren Blutdruck für ihr Alter und Gewicht erhöht war. Der Blutdruckabfall ähnelte dabei sogar einem Zustand, wie er sonst nur bei Biofeedback (eine Technik, bei der man lernt, bestimmte Körperfunktionen zu beherrschen) oder bei tiefen Entspannungsübungen wie Yoga-Meditationen erreicht wird.

Tiere, die den Menschen nahe stehen und meist als Familienmitglied angesehen werden, wie zum Beispiel eine Katze oder ein Hund, scheinen es oft zu spüren, wenn ihren Besitzern etwas fehlt. Diese Sensibilität für menschliche Stimmungen lässt sich freilich nicht unter Laborbedingungen testen. Doch Tierhalter können aus dem Alltag viele Beispiele benennen, die für diese Empfindsamkeit der Tiere sprechen. Ein launischer Mensch wird feststellen, dass sein Hund oder seine Katze dieses Verhalten oftmals imitiert. Es scheint eine Art Gedankenübertragung stattzufinden, wobei das Tier Signale empfängt, die der Mensch unbewusst aussendet, etwa durch Berührung, Geruch oder Verhalten.

Außersinnliche Wahrnehmung?

In den 1950er Jahren untersuchten die Psychologen Karlis Osis und Esther Foster unter kontrollierten Bedingungen die paranormalen Fähigkeiten einer Katze. Von zwei verschlossenen Näpfen enthielt nur einer Futter. Berührte das Tier mit seiner Tatze den richtigen Topf, dann durfte es den Inhalt fressen. Wählte die Katze den leeren Napf, erhielt sie hingegen einen schwachen Elektroschock, um sie zu motivieren, das nächste Mal ihre paranormalen Fähigkeiten einzusetzen. Osis erzielte angeblich bei diesen Tests statistisch signifikante Resultate, was darauf hinweist, dass Katzen zu außersinnlichen Wahrnehmungen imstande sind.

Gewiss kann man die Erzählungen mancher Tierhalter über die paranormalen Fähigkeiten ihrer Lieblinge ins Reich der Fabel einordnen: Da fungieren Hunde als Medien oder Katzen verfügen über wundersame Heilkräfte. Dennoch sind einige erstaunliche Fälle dokumentiert, die für das tierische Vorahnungsvermögen sprechen:

Einige Tage bevor der damalige deutsche Reichskanzler Dr. Cuno am 3. Januar 1933 starb, gebärdete sich sein Hund wie rasend, obwohl weder die Angehörigen noch die Ärzte an eine Gefahr dachten.

Die Lieblingskatze des ehemaligen französischen Handelsministers Maurice Bokanowski starb unter furchtbaren Krämpfen in der gleichen Stunde, zu der ihr Herr bei einem Flugzeugunglück am 2. September 1928 umkam. Die Sektion des Tieres ergab keine organischen Erkrankungen.

In Denklingen bei Buchloe starb 1931 der Bienenvater Waldhör. Lange Zeit schwärmten Massen von Bienen über dem Grab.

Wie lässt sich diese Sensibilität der Tiere erklären? Einen interessanten Ansatz zur Erklärung des Phänomens liefert die Hypothese der morphogenetischen Felder (unsichtbare Felder, die jeden Organismus umgeben, ihm Form verleihen und sein Verhalten beeinflussen), die der Biologe Rupert Sheldrake aufstellte. Es wäre durchaus möglich, dass diese Felder Hindernisse zwischen den Gattungen überwinden könnten. Vielleicht steigert sich die Intelligenz und Wahrnehmungsfähigkeit der Tiere sogar noch, je länger sie mit ihren menschlichen Gefährten in nächster Nähe zusammenleben.

Quelle: freenet.de
Kommentare
Top-Themen
Der Lockdown wird grundsätzlich bis zum 28. März verlängert. Allerdings soll es je nach Infektionslage viele ...mehr
Hoher Druck in Richtung Lockerungen einerseits, steigende Infektionszahlen und sich ausbreitende Virusvarianten ...mehr
Der Lockdown zehrt in Deutschland immer mehr an den Nerven, der Druck für Lockerungen wird größer. Bund und Länder ...mehr
Die besten Witze & Sprüche
Von Zuhause arbeiten bringt Vor- und Nachteile mit sich. Während man es mit dem Dresscode nicht ganz so genau nehmen ...mehr
Sie lieben Denksport und kennen sich gut mit Sprichwörtern und Emojis aus? Dann versuchen Sie unser Emoji-Bilderrätsel ...mehr
Video
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.