IR-SETI: Forscher wollen außerirdische Zivilisationen anhand ihrer Infrarotsognatur entdecken

Bei Nacht verrät sich die irdische Zivilisation durch die
Infrarotstrahlung der künstlichen Beleuchtung. © NASA, NOAA, and
the Department of Defense
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Bei Nacht verrät sich die irdische Zivilisation durch die Infrarotstrahlung der künstlichen Beleuchtung. © NASA, NOAA, and the Department of Defense

 

Manoa (USA) - Statt wie seit bald 60 Jahren mittels Radioteleskopen im All bislang vermeintlich erfolglos nach Funksignalen Außerirdischer zu lauschen, will ein internationales Astronomenteam nach den Wärmeemissionen hochentwickelter Zivilisationen im infraroten Lichtspektrum suchen. Hierzu benötigen sie jedoch eine bislang noch nicht zur Verfügung stehende Kleinigkeit: Das größte Infrarot-Teleskop der Welt.

Wie das Team aus Astronomen der University of Hawaii, der Universität Freiburg, des Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik, der kanadischen Astrofirma Dynamic Structures und des englischen Searchlight Observatory Network aktuell im Fachmagazin "Astronomy" berichten, basiert die Grundidee für die Suche nach außerirdischen intelligenten Signalen (SETI) im Infrarotspektrum auf der Annahme, dass hochentwickelte Zivilisationen mehr Energie erzeugen, als ihr Planet von seinem Mutterstern erhält. Einmal nachgewiesen könnte eine solche Überschussmenge also auf die Anwesenheit einer außerirdischen Zivilisation auf dem entsprechenden Planeten hinweisen.

"Der energetische Fußabdruck von Leben und Zivilisationen zeichnet sich als infrarote Wärmestrahlung ab", erläutert der Chefwissenschaftler der Initiative der Astronomen Jeff Kuhn vom Institute of Astronomy an der University of Hawaii.

Hätte man also ein nur genügend großes Teleskop, das speziell für die Suche in Infrarotberreich ausgelegt wäre, so bräuchten Astronomen nur noch den Himmel absuchen und könnten so in einem Radius von 60 Lichtjahren nach entsprechenden Signalen fahnden.

Das Problem: Ein derart empfindliches Teleskop existiert nicht - noch nicht. Um dies zu ändern präsentieren die Astronomen u.a. in ihrem Artikel ihr Konzept und ihre Initiative für den Bau eines solchen Riesenteleskops mit dem vielsagenden Namen "Colossus" (the-colossus.com).

Obwohl bereits schon heute mit dem "Giant Magellan Telescope", dem "Thirty Meter Telescope" und des European Extremely Large Telescope" (E-ELT, ...wir berichteten) gewaltige Infrarot-Teleskope in Planung sind, wären selbst diese noch zu klein für die gesetzte Aufgabe.

"Colossus" müsste einen Hauptspiegel von 74 Meter Durchmesser haben, um so hunderte erdgroßer Planeten in den habitablen Zonen um ihre Sterne und darunter – so schätzen die Forscher - vielleicht ein Dutzend außerirdischer Zivilisationen ausfindig zu machen. Der Spiegel selbst soll aus etwa sechzig 8-Meter großen Spiegelsegmeten bestehen und das Teleskop an einem hochgelegehen Punkt gebaut werden. Neben "InfraredSETI" könnte "Colossus" auch zur Untersuchung der Oberflächen ferner Sterne, Schwarzer Löcher oder auch von Quasaren genutzt werden.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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