Jagd nach der Bundeslade

Die Bundeslade
Bild 1 von 1

Die Bundeslade

 

Seit Jahrtausenden gilt die Bundeslade der Hebräer als verschollen. Einige vermuten sie in Äthiopien, dem angeblich einstigen Reich der Königin von Saba. Doch gab es dieses Reich dort überhaupt? Archäologen der Universität Hamburg glauben nun, den Palast der Königin von Saba tatsächlich in Äthiopien gefunden zu haben. Und dort soll auch die Bundeslade gestanden haben!

Es ist eine der seltsamsten Gesichten des Alten Testamentes: Die Geschichte der Königin von Saba und dem weisen König Salomon von Jerusalem. Nicht mal ein Duzend Verse in der Bibel berichten von dieser legendären Königin - und doch regt sie bis heute die Gemüter an.

Im ersten Buch der Könige (10,1-13) und im zweiten Buch der Chronik (9,1-12) erzählt uns die Bibel die Geschichte der Königin von Saba. Etwa 961 vor Christus bestieg der weise König Salomon als Nachfolger von König David den Thron und baute den legendären Tempel von Jerusalem. In diesem Tempel verwahrte das Volk die heilige Bundeslade, die angeblich beim Exodus der Israeliten aus Ägypten am Berg Sinai von Mose gebaut wurde. Bis heute ist sie verschollen.

Die Königin von Saba nun hörte von der Weisheit und den Ruhm des Königs Salomon und beschloss, dem Herrscher in Jerusalem einen Besuch abzustatten. Mit viel Gefolge und mit unsagbaren Kostbarkeiten als Geschenke reiste die Herrscherin nach Jerusalem und verbrachte dort einige Zeit im Palast des Salomon. Doch woher diese legendäre Königin eigentlich kam, darüber streiten sich die Gelehrten.

Der Jemen wird gerne als Herkunftsland der Königin angeführt. Hier lag ihr Reich und die Königin von Saba wäre demnach eine Araberin gewesen. Die Gläubigen in Äthiopien jedoch sind der festen Überzeugung, dass das Reich Saba in Wahrheit in Äthiopien gelegen hat. Die Stadt Axum (Akum) war dabei die Hauptstadt. Doch der Glaube der Äthiopier geht noch weiter. Nicht nur, dass die die König von Saba bis heute hoch verehren, sondern sie glauben auch, dass sie die heilige Bundeslade besitzen; das größte Heiligtum der Juden überhaupt.

Die Legende, die im Buch "Kebar Nagest" aufgezeichnet wurde, besagt, dass Salomon und die König von Saba einen Sohn mit Namen Menelik hatten. Und dieser später als König David II. verehrte Menelik brachte angeblich die Bundeslade mit den Steintafeln auf denen die Zehn Gebote verzeichnet sind nach Äthiopien. Archäologische Beweise für diese Überlieferung fehlen oder sind zumindest sehr umstritten. Auch wenn der Beststellerautor Graham Hancock in seinem Buch "Die Wächter des heiligen Siegelns" (1992) behauptet, dass er nachweisen kann, dass die heilige Lade in einer Kirche in Axum versteckt ist. Doch in Äthiopien behaupten 13 verschiedene Kirchen, sie besitzen die echte Lade Gottes.

Nun jedoch ist das Thema König von Saba wieder in den Medien: Archäologen wollen den Palast der Herrscherin gefunden haben - in Äthiopien.

Seit 1999 forschen Wissenschaftler der Universität Hamburg um Professor Dr. Helmut Ziegert in Axum nach den Anfängen der Orthodoxen Kirche in Äthiopien. Nun verkündet die Universität Hamburg:

"Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Professor Helmut Ziegert hat während ihrer dreimonatigen Feldforschung im Frühjahr 2008 den Palast der Königin von Saba aus dem 10. Jahrhundert vor Christus in Axum-Dungur gefunden."

Dort, so die Forscher der Universitär von Hamburg, könnte auch die legendäre und bis heute verschollene Bundeslade einst verwahrt worden sein. Würde die Datierung der Hamburger Archäologen bestätigt werden, so der Theologe und Äthiopien-Kenner Joachim Hempel gegenüber idea.de, würde das ein neues Bild auf die äthiopische Geschichte und das dortige Königtum werfen. Denn bis heute ist es nicht gelungen, in der fraglichen Region Beweise für ein Königtum zu dieser Zeit der Geschichte zu finden. Nicht wenige Forscher sind deshalb der Meinung, dass es eine Königin von Saba in Äthiopien und dem Jemen zur fraglichen Zeit des Königs Salomon nie gegeben hat.

Die Archäologen aus Hamburg glauben, dass Menelik als Sohn der Königin von Saba den Palast seiner Mutter abgetragen hat und dort einen neuen errichtete. Professor Dr. Ziegert geht sogar noch einen Schritt weiter, denn für ihn stand die heiligen Bundeslade dort: "Wir sind uns sicher, dass die Bundeslade hier über längere Zeit aufbewahrt wurde", berichtet er dem "Hamburger Abendblatt".

Ein ausgegrabener Platz mit einem Altar identifizierten die Forscher als einstigen Standort der heiligen Lade mit den Zehn Geboten. Als Beweis führen sie an, dass um den Altarplatz zahlreiche Opfergaben entdeckt wurden. Doch stammen sie tatsächlich von einem Kult um die Bundeslade der Israeliten? Das muss offen bleiben. Die Kirche in Äthiopien indes ist von den neuen Entdeckungen in ihrem Land begeistert. Für sie ist es so oder so eine Tatsache, dass die Lade der Zehn Gebote seit 325 in der Kirche "Heilige Maria von Zion" in Axum steht.

Autor: Xavier Isaak von Krumau

Quelle: freenet.de
Kommentare
Top-Themen
16 Jahre mit Angela Merkel, das war auch immer wieder Thema in der Rubrik Kultur und Klatsch. Auf den letzten Metern ...mehr
Mit ihren Allianzen im Indopazifik bringen die USA China gegen sich auf. Da gibt es plötzlich Entspannung im ...mehr
Es hat sich ausgekämpft. Ein paar Wahlkampfveranstaltungen noch, dann haben die Wählerinnen und Wähler das Sagen. Wie ...mehr
Die besten Witze & Sprüche
WhatsApp-Status-Sprüche eignen sich sehr gut, um ins Gespräch zu kommen, sich von seiner humorvollen Seite zu zeigen ...mehr
Von Zuhause arbeiten bringt Vor- und Nachteile mit sich. Während man es mit dem Dresscode nicht ganz so genau nehmen ...mehr
Sie lieben Denksport und kennen sich gut mit Sprichwörtern und Emojis aus? Dann versuchen Sie unser Emoji-Bilderrätsel ...mehr
Video
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.