Kaum bekannt: Ansbacher Hofastronom entdeckte gemeinsam mit Galilei die vier großen Jupitermonde

Porträt des Simon Marius aus seinem Werk "Mundus Iovialis" von
1614. © gemeinfrei
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Porträt des Simon Marius aus seinem Werk "Mundus Iovialis" von 1614. © gemeinfrei

 
22.02.2014 - 23:53 Uhr

Nürnberg (Deutschland) - Während Galileo Galilei allgemein als Entdecker der auch nach ihm als "Galileische Monde" benannten vier Hauptmonde des Jupiter, Io, Europa, Ganymed und Kallisto gilt, wissen nur Wenige, dass zeitgleich mit Galilei auch der Ansbacher Hofastronom Simon Marius die vier großen Jupitermonde entdeckt hat. Marius publizierte seine Ergebnisse aber erst im Jahre 1614 in seinem Werk "Mundus Iovialis", das damit in diesem Jahr sein 400-Jähriges Jubiläum feiert. Dem Astronom zu Ehren, hat die Nürnberger Astronomische Gesellschaft (NAG) "Simon-Marius-Jubiläum 2014" ausgerufen.

Von Galilei selbst des Plagiats bezichtigt, belegen mittlerweiledie Aufzeichnungen des Gunzenhausener Mathematikers, Arzt,Astronoms und Kalendermachers Simon Mayr (1573-1624), der sichMarius nannte und markgräflicher Hofmathematiker in Ansbach war,dass er die Monde am 8. Januar 1610 des gregorianischen Kalenders -und damit nur einen Tag nach Galilei - großen Jupitermonde entdeckthatte. Seine Entdeckung veröffentliche Marius jedoch erst 1614.

Während Galilei sich seine Priorität schon im März 1610 durchsein Werk "Sidereus Nuncius" (Sternenbotschaft) gesichert hatte,beobachtete Marius einige Details, die Galilei offenbar entgangenwaren. So bemerkte er, dass die Bahnebene der Jupitermonde gegendie Äquatorialebene des Jupiters wie auch die Ekliptik leichtgeneigt ist, wodurch sich auch die Abweichungen in der Breiteerklären lassen. Marius stellte zudem fest, dass sich dieHelligkeit der Monde ändert und berechnete für 1608 bis 1630Tabellen. Mit diesen gelang es ihm, die Umlaufzeiten derJupitermonde um ihren Planeten derart genau zu berechnen, dassdiese von den heute als verlässlich betrachteten Daten nur ummaximal 0,3 Promille abweichen.

"Noch immer steht das Werk von Marius unter dem Schatten desPlagiatvorwurfs, obwohl zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachgewiesenwerden konnte, dass Marius völlig selbstständig forschte und schonseine frühesten Beobachtungen den modernen Werten teilweise nähersind als die des Galilei", erläutert das neue 16-sprachigeInternetportal zu Simon Marius' Werk "Simon-Marius.net" auf demauch das umfangreiche Vortrags- und Veranstaltungsprogramm desJubiläumsjahres zu finden sind.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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