Mars-Mineral könnte von Mikroben stammen

Forscher beim Einsammeln von Mikrobialithen. © Bob Burne /
anu.edu.au
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Forscher beim Einsammeln von Mikrobialithen. © Bob Burne / anu.edu.au

 
26.05.2014 - 23:42 Uhr

Canberra (Australien) - Glaubten Wissenschaftler bislang, dass Ablagerungen des Tonminerals Stevensit nur unter besonders lebensfeindlichen Bedingungen und Umgebungen wie vulkanischer Lava oder in heißen alkalischen Seen entstehen kann, so haben australische Forscher nun lebende Mikroben entdeckt, die das Mineral produzieren. Die Entdeckung hat auch Konsequenzen für die Suche nach außerirdischem Leben - schließlich wurde Stevensit auch schon auf dem Mars entdeckt.

Wie das Team um Dr. Bob Burne von der ANU Research School of Earth Sciences an der University of Western Australia aktuell im Fachjournal "Geology" (DOI: 10.1130/G35484.1) berichtet, sei es zwar wahrscheinlicher, dass das Mars-Stevensit geologischen Ursprungs ist, doch zeige die Entdeckung, dass Stevensit auch im Umfeld biologischer Organismen entstehen kann. Aus diesem Grund müssten auch die Ablagerungen des Minerals auf dem Mars neu nach möglichen Verbindungen zu Lebensformen auf dem Roten Planeten untersucht werden.

Die von den Forschern entdeckten Mikroben bilden eine Kruste aus Stevensit, die sie und ihr zerbrechliches Inneres schützt und zugleich korallenartige Strukturen, sogenannten Mikrobialithe, hinterlässt.

"Mikrobialithen sind die frühesten großflächigen Beweise für Leben auf der Erde", erläutert Burne. "Diese Strukturen zeigen uns, wie mikroskopische Organismen in der Lage sind, gemeinsam gewaltige Strukturen entstehen zu lassen, wie sie in einigen Fällen an die Ausdehnung heutiger Korallenriffe heranreichen." Der Prozess könne aber auch heute noch beobachtet werden, etwa in der Shark Bay und dem Lake Clifton in Western Austalia.

"Für gewöhnlich ging man bislang davon aus, dass Stevensit hochgradig alkaline Bedingungen benötigt, um zu entstehen - beispielsweise vulkanische Natriumseen. Die von uns nun entdeckten Stevensit-Mikrobialithen wachsen jedoch in Wasser, das sogar salzärmer ist als normales Meereswasser und einen fast schon neutralen pH-Wert aufweist", erläutert der Forscher.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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