Mars-Sonde "Schiaparelli" beim Aufprall zerschmettert

Das unsichere Schicksal der auf dem Mars gelandeten Testsonde
"Schiaparelli" hat sich am Freitag aufgeklärt. Die europäische
Weltraumagentur ESA teilte mit, das Modul sei mit einer viel zu
hohen Geschwindigkeit aufgeprallt und zerborsten.
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Das unsichere Schicksal der auf dem Mars gelandeten Testsonde "Schiaparelli" hat sich am Freitag aufgeklärt. Die europäische Weltraumagentur ESA teilte mit, das Modul sei mit einer viel zu hohen Geschwindigkeit aufgeprallt und zerborsten.

 © HO - EUROPEAN SPACE AGENCY/AFP
21.10.2016 - 19:09 Uhr

Das seit zwei Tagen unsichere Schicksal der auf dem Mars gelandeten Testsonde "Schiaparelli" hat sich am Freitag aufgeklärt. Das Landemodul sei mit einer viel höheren Geschwindigkeit als vorgesehen auf dem Roten Planeten aufgeprallt und zerborsten, sagte Thierry Blancquaert vom Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumagentur ESA in Darmstadt der Nachrichtenagentur AFP. Es sei sogar möglich, dass das Landegerät beim Aufprall explodiert sei, da die Treibstofftanks nicht leer waren.

Der Flugmanager der ESA-Mission ExoMars 2016, Michel Denis, sagte, die Sonde sei "praktisch am vorgesehenen Ort, nur ein paar Kilometer weiter" gelandet. Aus Bildern der US-Raumfahrtbehörde Nasa gehe hervor, dass "Schiaparelli" in mehrere Teile zerbrochen sei.

"Schiaparelli" - benannt nach dem 1910 gestorbenen italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli - hatte sich am Sonntag nach siebenmonatiger Reise planmäßig von der Atmosphärensonde TGO gelöst, mit der die Landesonde Huckepack zum Mars gereist war. Während "Schiaparelli" am Mittwoch zur Mars-Oberfläche niederging, schwenkte die TGO-Sonde erfolgreich in eine zunächst stark elliptische Umlaufbahn um den Mars ein.

Die Landung von "Schiaparelli" war die Generalprobe für den ersten europäischen Rover, den die ESA nach bisherigen Planungen in vier Jahren auf dem Mars absetzen will. Die zweigeteilte ExoMars-Mission 2016 und 2020 soll nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten suchen.

Der erste europäische Versuch einer Mars-Landung war vor 13 Jahren missglückt: Im Dezember 2003 verschwand das in Großbritannien gebaute Mini-Landegerät "Beagle 2" spurlos, nachdem es sich planmäßig von der ESA-Sonde Mars Express gelöst und zur Landung angesetzt hatte.

Quelle: 2016 AFP
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