Mitten im Dschungel - Krieg um die größte Mine der Welt

Soldaten kämpfen im Dschungel.
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Soldaten kämpfen im Dschungel.

 © The National Guard (Lizenz: cc-by)

Tief im kaum erforschten Dschungels West-Papuas, der mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland, liegt die größte und wertvollste Mine der Welt. Die Minenstadt gehört dem US-Mega-Konzern Freeport-McMoRan. Er ist der größte Steuerzahler Indonesiens und hat einen Jahreserlös von 17,8 Milliarden Dollar.

Im Gesamtwert von drei Milliarden Dollar ließ der Groß-Konzern mitten im Dschungel zwei künstliche Städte errichten, eine riesige Seilbahn, ein Landeplatz, Kaianlagen, die größten Gesteinsmühlen der Welt, endlose Förderbänder, riesige Verdichter und 50 der größten Muldenkipper der Welt.

Pro Jahr werden 79000 Kilo Gold und 660000 Tonnen Kupfer in der Grasberg-Mine gewonnen und für etwa 4 Milliarden weiterverkauft. Mit einem aktuellen Marktpreis von insgesamt 200 Milliarden Dollar ergibt das das größte Kupfer und Goldvorkommen unseres Planten.

Über Förderbänder werden die 700 000 Tonnen Erz pro Tag zu Mühlen gebracht, zerkleinert, verflüssigt und in den Pipelines zum 130 Kilometer entfernten Hafen transportiert, denn die Insel Neuguinea besteht aus Bergen und einem der am wenigsten erschlossenen Regenwaldgebiete der Welt.

Die Grasberg-Mine liegt auf 4270 Metern Höhe und kann als Hochsicherheitsgelände mitten im Dschungel bezeichnet werden, denn sie wird von einer Privatarmee von 1500  Soldaten bewacht.

Nur zwei Wege führen zu ihr, ein schwer bewachter Fußweg und eine Seilbahn. Der Minenkrater hat einen Durchmesser von 2.5 kilometern und darunter liegt eines der größten künstlichen Höhlensysteme der Welt.  Unterlagen und Fotos davon gibt es keine und auch Journalisten und Umweltaktivisten haben hier keinen Zutritt. Offizielle Begründung: „Zu gefährlich wegen der Erdbeben.“

Auch sterben hier immer wieder Arbeiter in der Mienen-Kolonie bei Anschlägen, denn die dort lebenden Ureinwohner haben zum Widerstand aufgerufen.

20 Anschläge pro Monat zählt die hiesige Polizei, denn der Dschungel ist eigentlich Heimat uralter Völker, die unerkannt in den Tiefen des Dschungels leben. Sie sehen sich als Besitzer des Goldes und fühlen sich nun dessen beraubt. So werden mehr als 20 Millionen Dollar im Jahr von dem US-Konzern für Soldaten, Polizisten und Militäreinheiten ausgegeben, um das riesige Gebiet zu überwachen.

Weil der Staat machtlos ist, hat der Konzern nun die Kontrolle über West-Papua übernommen, schließlich ist er auch der größte Steuerzahler hier.

Das die Umwelt und die Ureinwohner davon negativ betroffen sind, ist für Freeport-McMoRan nicht allzu ausschlagegebend, denn er sagt selbst: „Leider sind bei der Mine dieser Größenordnung gewisse Eingriffe in die Natur unvermeidlich. Tatsache ist aber, dass die Regierung unser Vorgehen abgesegnet hat.“

Doch „Die Miene ist vor allem die größte Umweltkatastrophe Asiens.“ so Neles Tebay, ein Ökologe und katholischer Priester zu Welt der Wunder. „Jeden Tag gelangen über 230 000 Tonnen hochgiftiger Abraum ungefiltert in die Flüsse, in denen das Leben längst erloschen ist. Im Meer sterben die Fische, die Plantagen verdorren. Die Zahl der Krebserkrankungen in der Bevölkerung ist stark gestiegen.“

Die Chancen der Ureinwohner, ihre Heimat zurückzugewinnen stehen jedoch schlecht, und es wird wohl weiter Kämpfe und Tote geben, denn Anfang des Jahres wurden bereits zwei neue Erzvorkommen unter dem Berg entdeckt, deren Abbau 2024 und 2027 beginnen soll.

Quelle: freenet.de
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