Neandertaler pirschten sich nah an ihre Beute heran

Neandertaler sind bei der Jagd offenbar strategisch vorgegangen
und haben sich nah an ihre Beute herangepirscht. Das belegen Spuren
an Skeletten von Damhirschen, wie die Universität Mainz und das
Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie mitteilten.
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Neandertaler sind bei der Jagd offenbar strategisch vorgegangen und haben sich nah an ihre Beute herangepirscht. Das belegen Spuren an Skeletten von Damhirschen, wie die Universität Mainz und das Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie mitteilten.

 © Federico Gambarini - dpa/AFP/Archiv
26.06.2018 - 09:26 Uhr

Neandertaler sind bei der Jagd offenbar strategisch vorgegangen und haben sich nah an ihre Beute herangepirscht. Das belegen Spuren an zwei Skeletten großer ausgestorbener Damhirsche, wie die Universität Mainz und das Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie am Montagabend mitteilten. Neandertaler hatten die Tiere vor rund 120.000 Jahren an einem kleinen See im heutigen Geiseltal nahe Halle in Sachsen-Anhalt erlegt.

Es handelt sich demnach um "die ältesten, unzweifelhaften Jagdverletzungen der Menschheitsgeschichte", über die ein internationales Forscherteam in der Zeitschrift "Nature Ecology & Evolution" berichtete. Die Wissenschaftler stellten die Jagdverletzung in einem experimentellen ballistischen Versuchsaufbau mit Hilfe modernster Bewegungssensorik nach.

Die Ergebnisse zeigen, dass bei der Jagd ein hölzerner Speer mit geringer Geschwindigkeit eingesetzt wurde. Dies deutet den Forschern zufolge darauf hin, dass sich Neandertaler den Tieren bis auf sehr kurze Distanz näherten und den Speer als Stoß- und nicht als Wurfwaffe verwendeten. "Eine solche konfrontative Art der Jagd erforderte sorgfältige Planung, Tarnung sowie ein enges Zusammenspiel zwischen den einzelnen Jägern", hieß es.

"Unsere Vorfahren haben sicherlich bereits vor mehr als einer halben Million Jahren mit der Waffenjagd begonnen", erklärte Sabine Gaudzinski-Windheuser vom Institut für Altertumswissenschaften der Universität Mainz. "Aber erst jetzt haben wir Nachweise zu der Handhabung von hölzernen speerartigen Objekten."

Solche Waffen wurden im vergangenen Jahrhundert in Clacton in Großbritannien sowie in Deutschland in Schöningen und Lehringen entdeckt. Bislang fehlten Nachweise zur Handhabung. Auch in Bezug auf die Jagdfertigkeit der Neandertaler wurde nun eine Wissenslücke gefüllt.

Quelle: 2018 AFP
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