Neu entdeckte Supererde könnte bester Kandidat für Suche nach Leben sein

Mit Hilfe des Kepler-Weltraumteleskops haben Nasa-Forscher
außerhalb unseres Sonnensystems zehn neue erdähnliche Planeten
entdeckt. Die felsigen Exoplaneten enthielten möglicherweise Wasser
und ermöglichten Leben.
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Mit Hilfe des Kepler-Weltraumteleskops haben Nasa-Forscher außerhalb unseres Sonnensystems zehn neue erdähnliche Planeten entdeckt. Die felsigen Exoplaneten enthielten möglicherweise Wasser und ermöglichten Leben.

 © M. Weiss - European Southern Observatory/AFP
20.04.2017 - 08:44 Uhr

Ein neu entdeckter Planet im Sternbild Walfisch könnte sich als bislang bester Kandidat für die Suche nach außeridischem Leben erweisen. Der Planet ist etwas größer und deutlich massereicher als die Erde, umkreist seinen Mutterstern in der sogenannten bewohnbaren Zone und könnte ein Gesteinsplanet mit einem dichten Eisenkern sein, wie die Europäische Südsternwarte (ESO) am Mittwochabend in Garching mitteilte.

"Das ist der spannendste Planet, der mir in den vergangenen Jahrzehnten untergekommen ist", erklärte der Wissenschaftler Jason Dittmann vom Harvard-Smithsonian-Center für Astrophysik in Cambridge in den USA. "Wir hätten uns kaum ein besseres Ziel wünschen können für eine der spannendsten Herausforderungen in der Wissenschaft - die Suche nach Hinweisen für Leben jenseits der Erde."

Dittmann ist Erstautor einer Studie über die Entdeckung der neuen Supererde, die nun in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht wurde. Der Exoplanet mit der Bezeichnung LHS 1140b ist 40 Lichtjahre von der Erde entfernt und befindet sich damit in unserer kosmischen Nachbarschaft. Er kreist um einen lichtschwachen roten Zwergstern.

Was die Astronomen besonders fasziniert: Der Planet könnte den größten Teil seiner ursprünglichen Atmosphäre behalten haben. Denn damit Leben in der uns bekannte Form existieren kann, muss ein Planet flüssiges Wasser auf der Oberfläche besitzen und in der Lage sein, dauerhaft eine Atmosphäre zu halten.

Aufgrund der Größe des Planeten könnte es einst für Millionen von Jahren einen Ozean aus Lava auf seiner Oberfläche gegeben haben. Lange nachdem sich die Aktivität des Muttersterns beruhigte, könnte dieser kochend heiße Ozean dafür gesorgt haben, dass Dampf in die Atmosphäre gelangte und sich Wasser auf der Planetenoberfläche sammelte.

Die Astronomen schätzen das Alter von LHS 1140b auf mindestens fünf Milliarden Jahre. Der Durchmesser des Exoplaneten soll 1,4-mal größer sein als derjenige der Erde - fast 18.000 Kilometer. Mit einer etwa siebenmal größeren Masse und somit einer deutlich höheren Dichte als die Erde deutet dies darauf hin, dass es sich wohl um einen Gesteinsplaneten mit Eisenkern handelt.

Obwohl LHS 1140b seinen Mutterstern zehnmal näher umkreist als die Erde die Sonne, erhält der Expolanet von seinem Stern laut ESO nur halb so viel Sonnenlicht wie die Erde. Die Umlaufbahn des neu entdeckten Planeten verläuft von der Erde aus gesehen vor dessen Muttersonne - er zieht alle 25 Tage vor dem Stern vorbei und blockiert damit für kurze Zeit einen kleinen Teil des Sternlichts.

Aufschluss über mögliches Leben auf dem Himmelskörper sollen künftige Untersuchungen seiner Atmosphäre geben. Dazu sind allerdings leistungsstarke Teleskope der nächsten Generation erforderlich, die sich noch im Bau befinden.

Quelle: 2017 AFP
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