Neue Haiart entdeckt

Neue Haiart entdeckt
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Neue Haiart entdeckt

von Jan Herrmann

Vor der Küste des US amerikanischen Bundesstaates South Carolina lebt eine bisher unentdeckte Haiart. Das fanden Forscher um Professor Joe Quattro von der Universität von South Carolina in Columbia heraus. Die neue Haiart gehört zur Gattung Sphyrna und erweitert den Kreis der Hammerhaie auf neun verschiedene Arten. Die Wissenschaftler haben ihn übergangsweise den "kryptischen Hai" genannt.

Wie ist es diesem Hai so lange gelungen, sich vor den Augen von Tauchern und Wissenschaftlern zu verstecken? Die Antwort sucht man in diesem Fall nicht in abgelegenen Unterwasserhöhlen oder unzugänglichen Riffsystemen. Denn die Neuentdeckung verdankt der kryptische Hai keinem andersartigen Aussehen, sondern seinen Genen.

Bei einem systematischen Vergleich bestimmter Gene von Bogenstirn-Hammerhaien ( Sphyrna lewini) bemerkten die Forscher Unterschiede in der mitochondrialen DNA . Die Mitochondrien sind Zell-Organellen, die im Biologieunterricht üblicherweise als "Kraftwerke der Zelle" vorgestellt werden. Sie tragen eine eigene DNA, die nur von den Muttertieren an die Nachkommen vererbt wird und deshalb besondere Aufschlüsse zur Abstammung von Tieren geben kann.

Die Forscher haben Proben von 76 Bogenstirn-Hammerhaien aus Küstengewässern des östlichen Nordamerika, des Golfs von Mexiko, Westafrika, Australien und Hawaii untersucht, die sie über einen Zeitraum von zwölf Jahren gesammelt hatten.

Während sich bei einigen Haien des Atlantiks und des indopazifischen Raumes erwartungsgemäß Unterschiede bei der mitochondrialen DNA und Übereinstimmungen bei der nuklearen DNA zeigten, fanden die Biologen eine Gruppe von atlantischen Haien, die sich in mitochondrialer und nuklearer DNA von anderen atlantischen und pazifischen Haien unterschied.

Solche Unterschiede lassen sich nur dadurch erklären, dass es sich um eine eigene Art handelt und es zwischen den ähnlich aussehenden aber genetisch unterschiedlichen Tieren keine Fortpflanzung gibt.

Der neuentdeckte kryptische Hai wurde zwar auch in den Küstengewässern Floridas und North Carolinas gefunden, aber nur vor South Carolina wurden Jungtiere gesichtet.

Die Wissenschaftler sind nun neugierig, welchen Lebensraum die kryptischen Hammerhaie bevölkern. Deshalb wollen sie bald einige Haie mit Sendern versehen und ihre Wanderrouten erforschen. Quattro befürchtet, dass das regionale Auftreten den neuentdeckten Hai zur bedrohten Art mache und besondere Maßnahmen notwendig seien, um die Weibchen in der Fortpflanzungszeit zu schützen.

Diese Sorge wird durch eine andere aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung bestätigt. Der Leiter des Oceanlab Institutes der Universität von Aberdeen, Professor Monty Priede, hat mit einem internationalen Forscherteam gezeigt, dass im lichtlosen Abyssal, nach seiner Auslegung der Tiefseebereich unter 3000 Metern Tiefe, keine Haie mehr vorkommen.

In der Juni -usgabe der Fachzeitschrift Marine Biology berichten die Wissenschaftler, dass sich das Vorkommen von Haien auf nur etwa 30 Prozent des Ozeans beschränkt. Insbesondere an den Meeresrandzonen oder Meeresgebirgen kommen Haie vor. Ohne Hai-Reservoirs in der Tiefsee lebten alle Haiarten in Reichweite des industriellen Fischfangs, schließen die Biologen. Es sei daher möglich, dass "die Hai-Bestände weitaus empfindlicher auf eine Ausbeutung reagieren als bisher angenommen wurde."

Als Taucher sollte man auch der neuen Haiart vorsichtig begegnen. Hammerhaie, auch die Bogenstirn-Hammerhaie, gelten nach Auskunft der internationalen Datenbank über Haiangriffe als potenziell gefährlich.

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