Neue Theorien zum Steintransport von Stonehenge

Der Steinkreis von Stonehenge © FrankLaumen.de
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Der Steinkreis von Stonehenge © FrankLaumen.de

 

London/ England - Nahezu zeitgleich veröffentlicht, bemühen sich derzeit zwei neue Theorien darum, den Transport der mächtigen Blausteine des Steinkreises von Stonehenge zu erklären. Während ein Ansatz vermutet, dass die Steine über hölzerne Kugellager glitten, vermutet das zweite Modell, zylinderförmige Korbgeflechte als Transporthilfe.

Zunächst hatten die Archäologen Andrew Young und Professor Bruce Bradley von der "University of Exeter" bei Untersuchungen von Steinkugeln, wie sie in der Nähe von Steinkreisen im schottischen Aberdeenshire gefunden wurden, festgestellt, dass sich deren Durchmesser nur um wenige Millimeter voneinander unterschieden. Aus dieser Beobachtung schlossen sie, dass die Kugeln wahrscheinlich einem gemeinsamen Zweck gedient hatten und spekulierte über eine Art Kugellager-System zum Transport der schweren Steine.

Die Ähnlichkeit dieser nördlichen Steinkreise mit der Anordnung der weitaus größeren Steine im Steinkreis von Stonehenge brachte die Forscher dann auf die Idee, dass hölzerne, in ebensolchen Schienen gelagerte, Kugeln für den Transport der auf einer Plattform gelagerten Stonehenge-Steine gedient haben könnten.

Tatsächlich gelang es den Archäologen aus Exeter die Technologie auch in einem experimentellen Feldversuch erfolgreich zu testen. Einmal auf das frühgeschichtliche Kugellager gehievt, ließ sich eine mit den Steinen vergleichbare Tonnenschwere Last schon von einer Person in Bewegung versetzen. Alle bei den Experimenten verwendeten Materialien und Bearbeitungstechniken, so die Archäologen, hätten auch schon den Baumeistern von Stonehenge zur Verfügung gestanden. Um auch die großen Steine von Stonehenge zu bewegen, wären dann jedoch Ochsengespanne von Nöten gewesen. Auf diese Weise hätten die Steine etwa eine Meile, also rund 1,6 Kilometer pro Tag transportiert werden können.

"Unsere Experimente zeigen, dass es so gewesen sein könnte, beweisen aber nicht, dass es auch tatsächlich so gemacht wurde", so Bradley. Der neue Ansatz sei radikal, da es sich um auch die erste Erklärung handele, die auch praktikabel tatsächlich umsetzbar sei. Weitere Studien und ein maßstabsgetreues Experiment sollen zukünftig die Theorie aus Exeter weiterführend untersuchen.

Ebenfalls experimentell fundiert wurde allerdings auch der Erklärungsansatz des Ingenieurs und ehemaligen BBC-Moderators Garry Lavin, der mit einer Art Korbgeflecht um die Steinquader den Transport der bis zu vier Tonnen schweren sogenannten Blausteine von aus den walisischen Preseli-Bergen nach Stonehenge, also rund 320 Kilometer weit, zu erklären versucht.

Um die Steine herum soll demnach ein Geflecht aus Erlen und Weidenholz konstruiert worden sein, welches so lange erweitert und mit weiteren Ruten ausgefüllt wurde, bis eine dann von Menschen und Ochsen zieh- und rollbare Rolle um die Steine herum entstand, deren Abrutschen mit Holzplanken verhindert werden konnte. Auch die Materialien und handwerklichen Fertigkeiten zur Konstruktion von Lavins "Körben", standen schon zur Zeit der Errichtung des Steinkreises zur Verfügung.

Tatsächlich, so berichtet die britische Tageszeitung "The Daily Mail" gelang es auch Lavin in einem Experiment im vergangenen Sommer einen immerhin noch eine Tonne schweren Felsblock mit dieser Methode und mit insgesamt bis zu 5 Personen zu transportieren. Physikalische Berechnungen, so Lavin bestätigen zudem, dass die Weidenzylinder sogar derart konstruiert werden konnten, dass sie auch einen Transport der Steine durch Gewässer erleichtert hätten. Auch Lavin will schon im kommenden Sommer in einem Versuchsaufbau den damaligen Transport eines fünf Tonnen schweren Steinquaders simulieren.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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