Orang-Utans bauen komplexe Betten

Archivbild: Orang-Utan © Public Domain (Ltshears)
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Archivbild: Orang-Utan © Public Domain (Ltshears)

 

Manchester/ England - Für den Nestbau wählen Orang-Utans gezielt die besten Zweige, um damit ein ebenso sicheres wie bequemes Nest in den Bäumen zu wirken und offenbaren bei Auswahl und Konstruktion erstaunliche ingenieurstechnische Fähigkeiten.

Wie die Forscher um Adam van Casteren und Roland Ennos von der University of Manchester und Julia Myatt vom Royal Veterinary College in London aktuell im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) berichten, studierten sie eine Orang-Utan-Population auf Sumatra und untersuchten die Schlafnester der Tiere nach konstruktiven Gesichtspunkten.

Hierbei entdeckten die Forscher, dass die Menschenaffen zunächst dickere Äste zu einem Gerüst zusammenstellen und auf diesem mit dünneren und belaubten Ästen federnde Matratzen zu flechten.

"Die Tiere offenbaren eine Vielzahl an ingenieurstechnischem Fähigkeiten beim Nestbaus", so Ennos gegenüber der BBC. In der Konstruktion nutzen die Orang-Utans gezielt die Eigenschaft von frischen Ästen, sich bis zu einem bestimmten Grad flexibel zu biegen oder knicken, statt vom Stamm zu brechen, um so Gerüst und Matratzen regelrecht zu weben. Für diese Meisterwerke, die die Tiere im Gegensatz zu Vögeln jede Nacht - aber auch tagsüber - neu konstruieren, benötigen die Affen nur wenige Minuten. Einige der Nester finden sich dabei in bis zu 30 Metern Höhe.

Mechanische Tests der von den Forschern dekonstruierten Nester zeigten, dass die Tiere die Äste offenbar ganz gezielt nach deren strukturellen Eigenschaften auswählen. "Männliche Orang-Utans wiegen bis zu 80 Kilogramm, weswegen die hoch in den Bäumen gebauten Nester stabil genug sein müssen", so van Casteren. "Während wir in einem Ast vielleicht nur einen Ast sehen, sehen Orang-Utans darin auch Material zum Nestbau."

Die Forscher sehen in den Fähigkeiten der Tiere zu einem gezielt konstruktiven Nestbau eine erweiterte Facette der Werkzeugnutzung sowie eine kognitive Leistung, die bislang von der Forschung unberechtigter Weise vernachlässigt wurde.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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