Raketenstart im Jahre 1555?

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So unglaublich es klingen mag: Ein Dokument aus dem Jahre 1570 legt nahe, dass 1555 in Rumänien die erste Rakete der Welt gestartet wurde, die jene Technik nutzte, mit deren Hilfe heute Mondraketen ins All flogen.

Wenn wir heute nach den Erfindern der Raketen fragen, so werden meist die Nazis genannt, die im Zweiten Weltkrieg unter Wernher von Braun die "Vergeltungswaffen" V 1 und V 2 in Peenemünde entwickelten. Das Wissen der Nazi-Ingenieure wurde am Ende des Krieges unter den Siegern USA und Russland aufgeteilt. Ebenso natürlich die Wissenschaftler mitsamt ihrem Know-how.

Einigen jedoch ist die Tatsache bekannt, dass bereits im alten China mit Raketen experimentiert wurde. China ist das Land der Feuerwerkskörper, die als simple Ahnen der Raketen angesehen werden können. Die chinesischen Raketen waren vor Jahrhunderten einfache Körper, die in den Himmel geschossen wurden. Da ist es um so sensationeller, was uns aus Europa überliefert wurde.

Im Jahre 1555 startete die erste Rakete mit einem Drei-Stufen-Antriebssystem und einem Festtreibstoff von Hermannstadt (heute Sibiu) in Rumänien in den Himmel. Eine unglaubliche und praktisch bis heute nicht beachtete Sensation.

Professor Doru Todericiu von der Universität Bukarest stöberte 1961 im Bibliotheksarchiv von Sibiu. Plötzlich hielt er einen Sammelband aus dem Jahre 1570 in den Händen, an dem drei Autoren mitgewirkt haben. Hans Haasenwein steuerte seinen Teil bereits 1417 bei, ein nicht genannter Autor den seinen im Jahr 1460 und Conrad Haas fügte in den Jahren zwischen 1550 und 1570 seine Schriften ein. Conrad Haas war in dieser Zeit für das Depot der Artillerie in Hermannstadt zuständig.

Und was Haas zu berichten hatte, klingt unglaublich.

So berichtet er, dass im Jahre 1529 eine zweistufige Rakete erfunden wurde, die, nach Jahren der Weiterentwicklung, im Jahr 1555 vor Tausenden von Zeugen in den Himmel geschossen wurde – eine "fliegende Lanze" im Rumänien des 16. Jahrhunderts. Weiter heißt es in dem Manuskript, dass auch ein "Häuschen" für diese Raketen geplant wurde, mit dem Menschen in den Himmel hinauf geschossen werden sollten.

Dieses an moderne Raketen erinnernde Projekt wurde jedoch nie realisiert. Professor Todericiu studierte die alte Schrift genau und veröffentlichte in der rumänischen Zeitschrift für Geschichte, herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften, den erstaunlichen Inhalt des Textes. Conrad Haas beschreibt in dem Manuskript, dass die Raketenmodelle einen festen Treibstoff besaßen, der aus einer speziellen Mischung von Pulvern bestand. Auch Versuche mit Ammoniak, Essigsäure oder Äthylazetat sowie anderen Chemikalien werden beschrieben.

Conrad Haas hielt die Entwicklungen jener Epoche in allen Details fest. So schildert er, dass 1529 erst die zwei- und dann die dreistufige Rakete entwickelt wurde. Im Jahre 1536 fasste man dann das Projekt mit dem "Häuschen" für Passagiere ins Auge, verwirklichte es aber nicht. Die zahlreichen Versuchen ergaben 1555 letztlich einen Raketentyp, der drei nacheinander zündende Antriebsstufen hatte.

Um das Problem der Stabilität während des Fluges zu lösen, so Conrad Haas weiter, wurde noch im selben Jahr die Rakete mit Deltaflügeln ausgestattet. Es hat den Anschein, als habe man etwa 400 Jahre vor Beginn der Raumfahrt ein Gerät erfunden, das modernen Raketen entsprach.

Bis heute sind die Erfindungen von Haas schlicht unbekannt oder nur einigen wenigen Interessen geläufig. Ging hier eine einmalige Erfindung im Laufe der Geschichte unter?

Quelle: freenet.de
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