Rätsel Schwerkraft gelöst?

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von Peter Ripota

[LINK "http://tools.freenet.de/mod_perl/linker/freenet_wissenschaft_pm_specials_/www.pm-magazin.de/" ][IMAGE "/freenet/wissenschaft/pm_specials/raetselschwerkraft/pmlogo.jpeg" ]Die Schwerkraft entsteht dadurch, dass zwei Massen einander anziehen. Das fand Isaac Newton 1667, als ihm im heimatlichen Obstgarten ein Apfel auf den Kopf fiel. Einige noch ungeklärte Erscheinungen wurden dann durch Albert Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie 1916 erklärt und beseitigt.

Wenn Sie das glauben, sind Sie nicht "up-to-date" auf deutsch: nicht auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Denn inzwischen gibt es eine Theorie, die alles erklären kann, was die anderen Theorien als Problem verschweigen. "Pushing Gravity" (auf Deutsch etwa: Druck-Gravitation) ist der Name der Theorie und der Titel eines soeben in Kanada erschienenen Buches, indem diese Ideen mathematisch und konzeptionell auf den neusten Stand gebracht wurden. PM ist die erste Zeitschrift weltweit, die darüber berichtet.

Zwar gibt es bekanntlich nichts Neues unter der Sonne, und die ersten Gedanken zur Druckgravitation machte sich bereits ein Zeitgenosse und intimer Freund Newtons, der Genfer Physiker und Mathematiker Nicolas Fatio de Duillier.

Und sein Landsmann, der ebenfalls in Genf tätige Georges Louis Le Sage stellte sie, mathematisch ausgearbeitet, 1756 einer eher unwilligen Öffentlichkeit vor. Doch heute wissen wir viel mehr - und wir können die Konsequenzen dieser Theorie besser abschätzen. Wir wollen folgende Fragen beantworten: Erstens, wozu eine neue Theorie? Zweitens, was besagt sie? Drittens, welche Konsequenzen ergeben sich aus ihr für unser Weltbild und möglicherweise für unser Alltagsleben? Und viertens, gibt es Beweise?

Wozu eine neue Theorie?
Newton und Einstein haben doch, so die wissenschaftliche Folklore, das Geheimnis der Schwerkraft (und der damit stets verbundenen Trägheit) ein für alle Mal geklärt. Nichts könnte falscher sein. Denn kaum waren Newtons Ideen bekannt (1687), da fragten seine Zeitgenossen auch schon, wie er sich denn diese geheimnisvolle Anziehung vorstelle. Wodurch werde sie bewirkt, noch dazu unendlich schnell? Worauf Newton trotzig antwortete: "Ich mache keine Hypothesen".

Das stimmte aber nicht, Newton hatte sehr wohl eine Vorstellung davon, was die Schwerkraft sei, nämlich der allüberall vorhandene Atem Gottes, aber das war keine wissenschaftliche Erklärung. Ihn störte es nicht, die Zeitgenossen sehr wohl. Um es noch mal deutlich zu sagen: Newton lieferte die Formeln (das Gefäß), aber keine eine Erklärung (den Inhalt).

Doch auch Einstein trug nichts zur Klärung bei, im Gegenteil. Seine Formeln waren so kompliziert, dass sogar Zufallslösungen sinnvolle Resultate lieferten, dafür war seine Theorie (1916) nicht imstande, die einfache Anziehungskraft zweier Körper richtig zu berechnen, eine Tatsache, die erst in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts dem amerikanischen Physiker Hüseyin Yilmaz auffiel. Statt des Newtonschen Wertes kam bei Einstein "null" heraus - ein offensichtlicher Unsinn.

Vor allem: Einstein lieferte keinerlei Erklärung für die Schwerkraft. Denn aus der Raumkrümmung ergibt sich keine Kraft. Die Kugel, die über das krumme Raumnetz rollt, kommt ja erst durch die Schwerkraft in Bewegung, die unabhängig vom Netz angenommen werden muss - sonst gibt es keine Bewegung. Und überhaupt: Wenn man nichts biegt (der Raum ist ja leer), wie soll dann daraus etwas entstehen?

Brauchen wir überhaupt eine Erklärung, wenn doch die Formeln alles sagen? Wir brauchen sie, denn der Sinn der Wissenschaft liegt nun mal darin, uns die Welt sinnvoll und anschaulich zu erklären und ihre Ursachen und Beweggründe aufzudecken. Das Verstecken hinter reinen Formeln (deren Wahrheitsgehalt ja nie bewiesen werden kann) zeigt nur die Unfähigkeit der modernen Physik, die Wirklichkeit zu erfassen - oder ihren Unwillen. Denn mit Formeln lässt sich trefflich streiten, kaum jemand kann die Mathematik verfolgen, niemand mehr sie interpretieren.

Die Idee ist bestechend einfach: Zwei Körper ziehen einander keineswegs an, sie werden vielmehr zueinander gedrückt, durch unsichtbare Teilchen, die regellos durchs All schwirren. Stehen zwei Körper einander nahe, gibt es zwischen ihnen eine Art "Teilchenschatten" (analog dem Lichtschatten), sodass im Innenraum weniger abstoßende Teilchen vorhanden sind.

Ergebnis: Die Teilchen außerhalb des Schattens drücken die beiden Körper aufeinander zu. Die Gravitation wird nicht durch den Geist Gottes bewirkt, auch nicht durch Krümmung des leeren Raums, sondern durch den simplen Druck (= Impuls beim Aufprall) bisher noch unbekannter Teilchen. So einfach ist das. Kann es so einfach sein?

Als erstes müssen sich die Newtonschen Formeln ergeben, denn die stimmen immer noch. Das tun sie auch, jedenfalls, was das Gesetz der quadratische Abnahme der Schwerkraft mit dem Abstand betrifft. Der mathematische Ausdruck für die Abhängigkeit von den Massen allerdings wird komplizierter. Das ist nicht unbedingt ein Negativpunkt. Denn schon der amerikanische Satiriker Ambrose Bierce charakterisierte in seinem "Wörterbuch des Teufels" die Newtonsche Gravitationstheorie folgendermaßen:

"Gravitation, subst. fem. Der Hang aller Körper, sich gegenseitig mit einer Kraft anzuziehen, die proportional ihrer Masse ist - ihre Masse wiederum ergibt sich aus der Kraft, mit der sie sich gegenseitig anziehen. Dies ist eine hübsche und erbauliche Illustration dafür, wie die Wissenschaft aus A auf B schließt und aus B zurück auf A."

Auf Deutsch: Die Masse wird bei Newton durch die Schwerkraft definiert, die Schwerkraft durch die Masse.

Wie kam Le Sage überhaupt auf eine so einfache Idee? Von Newton weiß man, dass ihm ein Apfel auf den Kopf fiel (was nicht stimmt: Es ist ein Mythos). Le Sage schildert seine Erkenntnis so: "Als ich eines Tages eine Kutsche beobachtete, kam mir die Erkenntnis: Die Kutsche wird nicht etwa von dem Pferd gezogen, sondern das Pferd drückt gegen das Geschirr um seine Brust. Der scheinbare Zug ist in Wirklichkeit ein Druck!"

Diese simple Erkenntnis erklärt mit einem Schlag zwei weitere Erscheinungen der Natur, die mindestens so geheimnisvoll sind wie die Schwerkraft: die Trägheit (Körper lassen sich nur mit Gewalt aus der Ruhe bringen) und die relativistische Massenzunahme (Je schneller ein Körper ist, desto schwieriger wird es, ihn noch schneller zu machen).

Die geschwindigkeitsabhängige Vergrößerung des Trägheitswiderstands wurde 1901 von Walter Kaufmann bei Versuchen mit Elektronen im Magnetfeld experimentell gefunden und später von Albert Einstein theoretisch abgeleitet, weswegen man das Phänomen der Relativitätstheorie zurechnett. Daher der Name "relativistisch".

Um die scheinbar paradoxe Idee von Zug = Druck noch besser zu veranschaulichen, nehmen Sie als Analogie einen Ballon leichter als Luft, oder sich selbst, wenn Sie tauchen. Scheinbar zieht eine Kraft den Gegenstand nach oben. Doch das ist natürlich falsch. Es gibt hier keine Kraft, die zieht, sondern eine Kraft, die drückt: Der Druck oben ist geringer als der Druck unten, die Druckdifferenz ergibt eine Kraft nach oben.

Um die Sache noch klarer zu machen, stellen Sie sich ein starres Netz im Wasser vor, am besten einen Drahtzaun. Ziehen Sie das Netz sehr langsam durchs Wasser, werden Sie kaum einen Widerstand merken. Ziehen Sie das Netz aber schnell, nimmt der Widerstand zu (Analogie zur relativistischen Massenzunahme). Versuchen Sie, die gleichförmige Bewegung zu ändern, beispielsweise, indem Sie das Netz im Wasser drehen, werden Sie ebenfalls einen Widerstand erkennen (Analogie zum Trägheitswiderstand aller Körper). So einfach ist die Sache.

Immer wieder beschäftigten sich berühmte Physiker mit den Konsequenzen der Drucktheorie - und lehnten sie wegen dieser Konsequenzen ab. Doch die Ablehnung war keineswegs gerechtfertigt. Beispiel der berühmte Mathematiker, Physiker und Astronom Pierre Simon de Laplace. Laplace war gegen die Theorie aus folgenden drei Gründen: Erstens setzte die Drucktheorie voraus, dass Materie im Grunde aus Leerräumen besteht - eine offensichtlich unsinnige Annahme, wie jeder weiß, der einen festen Gegenstand anfasst.

Heute wissen wir, dass dies tatsächlich zutrifft, aber zu Laplaces Zeiten gab es noch keine Erkenntnisse über Atome, die zu 99,999% aus leerem Raum bestehen. Zweitens berechnete Laplace, dass die Teilchen schneller als Licht sein müssten, was nicht sein kann. Dabei kam Laplace durch andere Berechnungen zur Erkenntnis, die Schwerkraft müsste mindestens zehnmilliardenmal schneller als Licht sein! Und drittens gefiel ihm die Theorie nicht - basta. Die Gelehrtenwelt schloss sich ihm an, die Theorie wurde vergessen.

Wieder entdeckt hat sie William Thomson (Lord Kelvin) 1873, kritisiert wurde sie von dem bedeutendsten britischen Physiker des 19. Jahrhunderts, James Clerk Maxwell. Dieser stellte fest, dass durch die Absorption der unbekannten Gravitationsteilchen alle Körper entweder sich sehr schnell erhitzen oder an Gewicht zunehmen müssten.

Nach Maxwells Berechnungen müssten die Körper sofort so heiß werden, dass sie verdampfen. Und schwerer werden können sie auch nicht, sonst wären die Planetenbahnen instabil. Kelvin gab daraufhin die These auf, machte sich aber weiterhin Gedanken über irgendwelche Teilchen, die das Weltall erfüllen und wie verknotete Schlingen aussehen (mehr dazu am Schluss).

Kelvin hatte möglicherweise zu früh das Handtuch geworfen. Denn es sieht so aus, als hätte die Drucktheorie der Gravitation auch mit diesen Konsequenzen Recht:

  • Massenzunahme der Körper: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellte Alfred Wegener seine These von der Kontinentalverschiebung vor, die heftigst bekämpft wurde. 1933 erweiterte der deutsche Geowissenschaftler Otto Christoph Hilgenberg die Wegenersche These, indem er behauptete, die Erde müsste sich stetig ausdehnen, sonst lassen sich die Kontinente in der Vergangenheit nicht zum Superkontinent Pangäa zusammen fügen. Kontinentalverschiebung ja, aber es sieht so aus, als würde die Erdoberfläche aufreißen - und das kann sie nur, wenn sie sich ausdehnt und dabei die Kontinentalplatte zerreißt. Die Theorie der "Expandierenden Erde" geriet in Vergessenheit, obwohl modernste Computersimulationen zeigen, das die Kontinentalverschiebung nur funktioniert, wenn die Erde früher kleiner war, also jetzt mehr Masse besitzt. Und woher kommt diese Zusatzmasse? Durch die Absorption von Gravitationsteilchen!
  • Erhitzung der Körper: Ein ungelöstes Problem der Astronomie ist die Wärme-Abstrahlung des Planeten Jupiter (und in geringerem Maße der anderen großen Planeten). Die Erde bekommt ihre Wärme durch den Zerfall radioaktiver Elemente. Bei Jupiter, Saturn und den anderen Gasriesen gibt es so etwas nicht. Wieso aber strahlt dann Jupiter mehr Wärme ab, als er von der Sonne erhält? Mögliche Antwort: durch die bei der Absorption von Gravitationsteilchen entstehende Hitze.

Eine weitere Folgerung der Drucktheorie der Gravitation liegt darin, dass die Reichweite der Schwerkraft nicht unendlich ist. Irgendwann hört sie auf. Allerneueste Berechnungen ergaben eine Grenze bei 3000 Lichtjahren. Diese Schlussfolgerung würde ein weiteres ungelöstes Problem mit einem Schlag beseitigen, das schon Newton plagte: Die Schwerkraftwirkung aller Massen im Universum müsste so gewaltig sein, dass sich nichts mehr bewegen könnte oder alles in sich zusammen stützen müsste. Nicht so, wenn die Reichweite der Schwerkraft endlich ist. Dann löst sich das Problem von selbst.

Was sagen die Fakten?
In der Wissenschaft ist es üblich, theoretische Annahmen durch Experimente oder genaue Beobachtungen zu erhärten. Diese Experimente führte der italienische Physiker Quirino Majorana (1871-1957) in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts durch. Druckgravitation entsteht durch die teilweise Abschirmung von (bisher unbekannten) Teilchen.

Also müsste eine Masse, die vollständig von anderen Massen umgeben ist, an Gewicht verlieren. Genau das überprüfte Majorana: Er umgab im Verlauf seiner zehnjährigen Forschungen eine Testmasse erst mit einem Mantel von 100 Kilogramm Quecksilber, dann mit 10.000 Kilogramm Blei. Ergebnis: Innerhalb der Messgenauigkeit bemerkte er tatsächlich eine Gewichtsabnahme. Die Drucktheorie der Gravitation schien experimentell bestätigt.

Wiederum waren es berühmte Physiker (die Astronomen Henry Norris Russel und Arthur Eddington), die seine Ergebnisse ablehnten, aber nur aus theoretischen Gründen. An der Gründlichkeit und Sorgfalt seiner Experimente zweifelte niemand - und niemand wiederholte sie. Wozu auch: Gerade in den Zwanzigerjahren war Einsteins These vom gekrümmten Raum als letzte Ursache der Schwerkraft sehr populär. Was sollten dann Experimente zur Stützung einer verstaubten Theorie von einem unbekannten Experimentalphysiker?

Majoranas Messungen waren nicht die einzigen. Schließlich gibt es auch Himmelskörper, welche die Gravitationsteilchen abschirmen könnten - zum Beispiel der Mond bei einer totalen Sonnenfinsternis. Nach der klassischen (Newtonschen) Theorie wird die Schwerkraft von Sonne und Mond einfach addiert, unabhängig davon, ob der Mond jetzt die Sonne abschirmt oder nicht. Nach der Drucktheorie der Gravitation müsste die Schwerkraft zunehmen, da der Mond jett zusätzlich Druckteilchen abhält. Zahlreiche Messungen bei Sonnenfinsternissen bis in die Gegenwart ergaben unterschiedliche Resultate, aber die meisten stützten die Drucktheorie der Gravitation.

Zuletzt machte eine Expedition des Instituts für Geophysik der chinesischen Akademie der Wissenschaften anlässlich einer totalen Sonnenfinsternis am 9. März 1997 in Moho (China) solche Messungen. Ergebnis: Eine deutliche Änderung der Schwerkraft zu Beginn und Ende der Totalität, aber seltsamerweise nicht zwischendrin. Die her zwiespältigen Ergebnisse wurden in der renommierten Zeitschrift "Physical Review Letters" im Jahre 2000 veröffentlicht. Beweisen sie etwas?

Die Frage ist schwer zu beantworten. Denn alle irdischen Messungen bezüglich Gravitation sind zu ungenau, da die Anziehungskraft auf irdische Körper zu klein ist. Man kann die Daten immer auch anders deuten. Also müssen wir wieder in den Weltraum blicken - am besten auf den nächsten Himmelskörper, unseren Mond.

Bereits im 19. Jahrhundert fiel den Astronomen auf, dass die Mondbahn reichlich irregulär und mit Newton allein nicht zu erklären ist. Der Astronom Newcomb, der diese Abweichungen entdeckt hatte, widmete die letzten 30 Jahre seines Lebens der Mondbahn - vergeblich. Selbst Einstein versuchte, die Irregularitäten zu erklären - er kam nicht weiter. Im Jahre 1910 machte sich der deutsche Astronom Kurt Felix Ernst Bottlinger (1888 - 1934) an die Arbeit, die Daten zu überprüfen.

Sollte die Abschirmtheorie die irregulären Daten erklären können? Er untersuchte die Monddaten zwischen 1700 und 1910 und kam zu der Erkenntnis: Die Absorptions- oder Drucktheorie der Gravitation kann die Schwankungen perfekt erklären. Und warum weiß keiner davon? Die Astronomen haben das Problem inzwischen selbst gelöst, auf geniale Weise. Im Jahre 1955 definierte die Internationale Astronomische Union die astronomische Zeit auf neue Art, und zwar in Bezug auf den Mond. Die Definition sieht in etwa so aus: Die Zeit wird so gemessen, dass der Mond eine regelmäßige Bahn um die Erde beschreibt. Damit sind die Unregelmäßigkeiten der Mondbahn von selbst verschwunden - per definitionem.

Doch es gibt noch mehr Köper im Weltall, die "Gravitationsfinsternisse" erleben. Beispielsweise treten die LAGEOS-Satelliten (LAGEOS 1 ist seit 20 Jahren im Orbit) periodisch in den Erdschatten: Die Erde schirmt die Sonne ab. Untersuchungen ihrer Bahnen durch den Physiker Tom van Flanderen (einer der Autoren des zu Beginn erwähnten Buchs) ergaben eine Änderung der Gravitation genau zu diesen Zeiten, was wiederum auf eine Bestätigung der Drucktheorie hinweist - oder auf Rechenfehler, oder auf unbekannte bzw. nicht berücksichtigte Einflüsse.

Interessant sind auch die Experimente des langjährigen PM-Lesers Dr. Walter Killer an der ETH Zürich. Killer wurde durch eine Artikelserie über Relativitätstheorie in PM so angeregt, dass er sich selbst mit dem Geheimnis der Schwerkraft beschäftigte und dabei auf die Drucktheorie der Gravitation stieß. Seine theoretischen Erkenntnisse hat er in einem Buch niedergelegt, über die praktischen Ergebnisse seiner Experimente möchte er verständlicherweise noch schweigen. Doch die bisherigen Ergebnisse sind, so Killer, vielversprechend.

Wie sieht die Zukunft aus?
Was den Anhängern der Drucktheorie der Gravitation noch fehlt, sind Kenntnisse über Aufbau und Beschaffenheit der Gravitationsteilchen. Woher kommen sie, wie sehen sie aus, wie wirken sie? Die einfachste Annahme wäre diejenige, dass die hypothetischen Gravitationsteilchen Neutrinos sind, jene Teilchen (fast) ohne Masse, welche überaus zahlreich das All durchschwirren und Materie fast vollständig durchdringen. Derzeit wird ihre Wirkung durch eine Reihe von im Eis versenkten Sonden in der Antarktis erforscht - aber nicht im Hinblick auf die Schwerkraft.

Ein zweiter Kandidat wären äußerst langwellige Radiowellen. Nach der Einsteinschen Formel E = mc² besitzt Strahlung auch Masse, die sie auf andere Körper überträgt, wenn sie von ihnen absorbiert wird. Langwellige Strahlen durchdringen Materie fast ungehindert, darum wäre sie als Gravitationsteilchen gut geeignet. Auch hier ergibt sich das Problem des Nachweises.

Weil einfache Teilchen oder Strahlen einige subtilere Erscheinungen der Schwerkraft nicht so gut erklären können, dachten sich manche Autoren verknotete Wirbel als Gravitationsteilchen aus. Schon Descartes arbeitete mit solchen Vorstellungen. Mathematisch untersucht wurden Knotenwirbel dann von Helmholtz und Kelvin um 1900. Seitdem tauchen sie immer wieder in der Literatur auf: Mathematiker und Physiker sind fasziniert von ihren Eigenschaften. Mit ihnen kann man abstoßende und scheinbar anziehende Kräfte ebenso erklären wie die "Quantelung" der Mikrowelten, wo nur bestimmte Energiestufen möglich sind, Zwischenstufen dagegen nicht.

Helmholtz war erstaunt über ihre Stabilität in Flüssigkeiten und Gasen (man denke an Rauchwirbel oder den Großen Roten Fleck des Planeten Jupiter, der nichts anderes darstellt als einen Jahrhunderte alten Wirbelsturm). Kelvin machte sie sogar zur Grundlage des leeren Raums. Ihr Vorteil: Beliebige Gestalten dieser Wirbel haben alle gewünschten Eigenschaften. Ihr Nachteil: Es gibt zu viele Möglichkeiten.

Die Drucktheorie der Gravitation könnte uns eine Reihe von Vorteilen bringen. So meint einer der Autoren des Buchs, Erdbebenzyklen mit Hilfe dieser Theorie vorausberechnen zu können.

Sollte sich die ernsthafte Wissenschaft (oder die NASA) mit den Vorstellungen der Drucktheorie der Gravitation auseinander setzen und selbst Experimente durchführen, könnte eines Tages der Traum vom Schweben Wirklichkeit werden: Wir spannen einen Schirm auf, der die Gravitationsteilchen abhält, und schon heben wir vom Boden ab wie Mary Poppins.

Oder wie ein Raumschiff, das ohne Antrieb den Mond erreicht. Das hat übrigens schon der britische Visionär H.G. Wells vorausgesehen: Mit Hilfe eines Metalls namens "Cavorit" erreicht eine Gruppe britischer Gentleman durch Aufhebung der Schwerkraft den Mond. Nachzulesen in dem Sciencefiction-Roman "Die ersten Menschen im Mond", erschienen vor über 100 Jahren.

Anhang: Gravitationstheorien
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(1) Theorie: Zugtheorie der Gravitation
Schöpfer: Isaac Newton (1687)
Inhalt: Zwei Körper ziehen einander an, wie durch ein Gummiband verbunden.
Vorteile: mathematisch sehr einfach, beschreibt (fast) alle Phänomene korrekt, hat sich in der Praxis immer bewährt
Nachteile: keine Erklärung von Schwerkraft und Trägheit, nur Mathematik
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(2) Theorie: Allgemeine Relativitätstheorie
Schöpfer: Albert Einstein (1916)
Inhalt: Schwerkraft entsteht durch die Krümmung des leeren Raums.
Vorteile: befriedigt das Bedürfnis der Menschen nach fantastischen Konzepten
Nachteile: Zahlreiche mathematische und physikalische Unstimmigkeiten. Kann die einfache Anziehung zweier Körper nicht ableiten, liefert keine Erklärung von Schwerkraft und Trägheit.
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(3) Theorie: Austauschtheorie
Schöpfer: Hideku Yukawa (1935)
Inhalt: Kräfte entstehen durch den Austausch von Teilchen, in diesem Fall: "Gravitonen"
Vorteile: Die Theorie wurde bereits erfolgreich bei elektromagnetischen und Kernkräften angewandt
Nachteile: Teilchen müssten unendlich schnell sein. Sie könnten nur abstoßende Kräfte bewirken und müssten, trotz ihrer Einfachheit, komplexe Informationen übertragen können.
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(4) Theorie: MOND-Theorie
Schöpfer: Stacy S. McGaugh (1987), Mordehai Milgrom
Inhalt: Die träge Masse wird in sehr dünner Materie (Außenbezirke von Galaxien) geringer als die schwere Masse
Vorteile: Erklärt das Phänomen der stabilen Galaxien ohne Annahme von "dunkler Materie"
Nachteile: willkürliche Erweiterung der Newtonschen Formel, keine Erklärung von Schwerkraft und Trägheit
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(5) Theorie: Drucktheorie der Gravitation
Schöpfer: Nicolas Fatio de Duillier (1690), Georges-Louis Le Sage (1747/1756)
Inhalt: Gravitation entsteht durch den Druck überall umher schwirrender Gravitationsteilchen
Vorteile: erklärt zwanglos Schwerkraft, Trägheit und relativistische Massenzunahme sowie einige ungeklärte astronomische Phänomene. Ähnlich statistische Thermodynamik: erklärt ein Makrophänomen durch Mikrophänomene
Nachteile: Himmelskörper müssten immer schwerer und heißer werden. Natur der Gravitationsteilchen ist unbekannt
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(6) Theorie: Ätherwirbeltheorie
Schöpfer: René Descartes (1644), William Thomson (Lord Kelvin)(1867) und zahlreiche Nachfolger
Inhalt: Erweiterung der "Drucktheorie": Körper bewegen sich aufeinander zu, indem wirbelnde "Ätherteilchen" oder verknotete "Ätherwirbel" die Körper durch deren Absorption aufeinander drücken.
Vorteile: Es gibt keine Fernkräfte, Wirkungen entstehen durch unmittelbaren Kontakt, natürliche Erklärung von Schwerkraft, Trägheit und relativistischer Massenzunahme
Nachteile: Vielfalt und Willkür der möglichen "Ätherteilchen" lässt eine geschlossene mathematische Behandlung kaum zu

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