Raumsonde "Cassini" entdeckt mögliche Grundlage für Leben auf Saturn-Mond

Nach mehr als zwölfjähriger Reise rund um den Saturn ist die
Nasa-Raumsonde "Cassini" zu ihrer letzten Mission aufgebrochen. Die
Sonde begann damit, in die Zone zwischen dem Planeten und seinen
Ringen einzutauchen, wie die US-Raumfahrtbehörde im
Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.
Bild 1 von 1

Nach mehr als zwölfjähriger Reise rund um den Saturn ist die Nasa-Raumsonde "Cassini" zu ihrer letzten Mission aufgebrochen. Die Sonde begann damit, in die Zone zwischen dem Planeten und seinen Ringen einzutauchen, wie die US-Raumfahrtbehörde im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

 © Handout - NASA/AFP/Archiv
14.04.2017 - 06:50 Uhr

Der eisige Saturn-Mond Enceladus verfügt offenbar über die Voraussetzung für Leben: Die Nasa-Raumsonde "Cassini" entdeckte laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie Wasserstoff-Moleküle, die aus Rissen in der Oberfläche des Mondes Enceladus kamen. Laut den Wissenschaftlern ist dies ein Hinweis auf die Erzeugung von Energie - eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben.

Enceladus hat eine dicke Eisschicht, unter der nach früheren Erkenntnissen vermutlich ein großer Ozean liegt. Die einzige Erklärung für die Entstehung des Wasserstoffs seien hydrothermische chemische Reaktionen zwischen dem felsigen Kern und dem unter der Eisschicht liegenden Ozean, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht wurde.

Auf der Erde sind derartige Reaktionen bekannt: Sie kommen in Rissen am Boden von Tiefseegebieten mit vulkanischer Aktivität vor. Durch frei werdende Energie entstehen in diesen Ökosystemen ganz ohne die Einwirkung von Sonnenstrahlen Mikroorganismen.

"Auch wenn wir kein Leben entdeckt haben, so haben wir eine Nahrungsquelle für Leben gefunden", sagte der an der Studie beteiligte Forscher Hunter Waite vom Southwest Research Institute in San Antonio im US-Bundesstaat Texas. "Das ist in etwa so wie ein Süßwarengeschäft für Mikroben".

"Cassini" entdeckte die Wasserstoffmoleküle bereits im Oktober 2015, als sie sich auf rund 50 Kilometer der Oberfläche von Enceladus näherte. Mit Hilfe eines Spekrometers bestimmte die Sonde die Zusammensetzung von aus den Rissen strömenden Dampfwolken: Sie bestehen zu 98 Prozent aus Wasser, zu einem Prozent aus Wasserstoff sowie aus Ammoniak, Kohlendioxid und Methan.

"Cassini" umkreist seit dem Jahr 2004 den Saturn und liefert Erkenntnisse über den zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems.

Quelle: 2017 AFP
Kommentare
Top-Artikel
Nordkorea hat sich angesichts der jüngsten Machtdemonstration Washingtons zu "jeder von den USA gewünschten Art des ...mehr
Wer deutscher Staatsbürger werden will, muss 33 Fragen zu Geschichte, Politik und Gesetzen Deutschlands beantworten.mehr
In einer erneuten Verbalattacke hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Europäer gewarnt, sie seien ...mehr
Anzeige
Tests
Anzeige
Auch interessant
Anzeige
Anzeige
Börse
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
1
Physik, Chemie, Biologie - sind Sie ein verkappter Einstein? Finden Sie es heraus mit unserem kostenlosen Test!mehr
Bilder des Tages
Wintergaudi in Leadville im US-Bundesstaat Colorado: Beim so genannten Ski Joring lassen sich Skifahrer von einem Reiter durch einen Hindernisparcours ziehen.mehr
Anzeige
Anzeige