Seher des Jahrtausends

Seher des Jahrtausends
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Seher des Jahrtausends

Am 14. Dezember 1503 wurde im französischen St. Rémy wurde in einfachen Verhältnissen ein Mann geboren, der schon zu Lebzeiten zu einer Legende wurde. Sein Name: Michel de Nostredame alias Nostradamus. Vor Jahrhunderten schrieb der Arzt und Prophet unzählige Vorhersagen über den Lauf der Welt und Geschichte in dichterischen Versen nieder: in so genannten Centurien.

Noch heute, 500 Jahre nach der Geburt des Nostradamus, rätseln die Menschen über das, was der Gelehrte mit diesen Texten sagen wollte. Als sicher gilt, dass er seine Schriften verschlüsselte. Nostradamus-Forscher meinen, dass er dies tat, um der kirchlichen Zensur zu entgehen. Doch bis heute streiten sich die Geister, was der Schlüssel zum Verständnis der Vorhersagen ist. Immer wieder erscheinen Bücher mit neuen Deutungsansätzen.

Auch seine heilerischen Fähigkeiten als Arzt waren schon im 16. Jahrhundert legendär. Er bekämpfte mit großem Erfolg die Pest und heilte Pestkranke. Nostradamus entwickelte eine eigene Medizin gegen den schwarzen Tod und verschrieb Heilbäder und andere reinigende Behandlungen – ganz im Gegensatz zu seine Kollegen der damaligen Ärzteschaft.

Da Nostradamus das Rezept seiner Medikamente gegen die Pest niederschrieb, wurde es unlängst in heutiger Zeit in Laborversuchen getestet. Das Ergebnis erstaunte, denn sein Medikament zeigte tatsächlich heilende Wirkungen. Erkannte Nostradamus, seiner Zeit Jahrhunderte vorweg, schon damals die wahre Natur der Pest?

Zahlreiche weltpolitische Ereignisse von immenser Tragweite soll Nostradamus zu seinen Lebzeiten vorhergesagt haben. Historische Figuren wie Hitler und Himmler, aber auch Geschehnisse wie die ersten Atombombenabwürfe über Japan, die Revolution in seiner Heimat Frankreich, den Irakkrieg, Napoleon und vieles mehr soll er gesehen haben. Auch die Anschläge des 11. September 2001 in New York, so einige Deutungen seiner Texte, habe Nostradamus vorhergesagt.

Nostradamus-Experten glauben in den Schriften zum Beispiel mehrere Hinweise auf die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki gefunden zu haben. So etwa in der II. Centurie im sechsten Vierzeiler, in dem er die Verseuchung durch eine Waffe schildert:

"Nahe bei den Häfen in zwei Städten, zwei Plagen einer Art, wie es die noch nie gegeben. Hunger während der Verpestung. Ausgetrieben mit der Waffe. Schreibe um Hilfe zum unsterblichen Gott".

Auch über den Nazi und SS-Führer Heinrich Himmler, so die Interpretationen, habe Nostradamus etwas verraten. Er nennt ihn "neuen Nero". Der römische Kaiser Nero steht seit dem Brand von Rom als ein Symbol der Grausamkeit. Er hat während der Christenverfolgung auch Kinder und Frauen gnadenlos ermorden lassen.

Der folgende Vers soll Heinrich Himmler und die Ermordung der Juden und anderer betreffen:

"Der neue Nero, er wird in drei Kamine lebende Kinder zum Verbrennen werfen lassen. Glück ist, wer weit entfernt von solchem Geschehen ist. Drei seiner Art werden ihn den Tod sehen lassen."

Auch Adolf Hitler sah der große Seher scheinbar kommen. Als "ein Führer von Groß-Deutschland" wird er kommen und "viele Ströme von Blut wird er verursachen". Schlimmer als Kaiser Nero in Rom wird er wüten und "er wird wieder bauen den Opfer-Ofen (IX/17). Auch sei der 'Führer' "beim Rhein der nordischen Berge" geboren worden. Das könnte der Inn sein, an dem Braunau, der Geburtsort Hitlers, liegt.

Über mögliche Hinweise auf den 11. September und Osama bin Laden sowie auch auf Afghanistan streiten sich die Nostradamus-Deuter. In den Texten des Sehers wird von einem "großen Araber" gesprochen, der "von seinen Verbündeten verraten" wird (V/47). Ist das bin Laden?

Auch scheint es Hinweise auf Afghanistan zu geben. "Wenn jene vom nördlichen Himmel zusammen einig sind", weiß der Seher, "wird das im Orient großen Schrecken und große Angst machen". Nostradamus schreibt in seinem Vers V/16, dass der "arabische (sabäische) Tropfen" nicht mehr seinen hohen Preis erreichen wird. Ein Hinweis auf die Ölvorkommen des Nahen Ostens?

Und was sind die Hesperiden, die der Prophet erwähnt und die "die Sache in Ordnung" bringen werden (IV/39)? Der Begriff stammt aus der griechischen Mythologie. Es sind mythologische Wesen, die weit im Westen leben. Ist die USA gemeint?

Während die meisten der angeblichen Propheten erst nach ihrem Tode mehr oder weniger Berühmtheit erlangen, war es bei Nostradamus anders. Sein Durchbuch als Seher erlebte er bereits im Sommer 1559 aufgrund des schrecklichen Schicksals von König Heinrich II. Damals gab es am französischen Königshof ein Turnier zwischen Graf Montgomery, dem Befehlshaber der königlichen Garde, und König Heinrich II. selbst. Nostradamus prophezeite zuvor in angeblich den Tod des Königs: "Im goldenen Käfig wird er ihm die Augen spalten" heißt es in "I/35".

Und tatsächlich: dem König wurde bei dem Turnier von der Lanze des Grafen Montgomery durch das Visier seines Helmes sein Auge durchbohrt. Zehn Tage später war er tot. Noch im selben Jahr wurde auch Heinrich III. ermordet. Er war der letzte seines Geschlechtes. Nostradamus sprach in seiner Prophezeiung, dass der Unfall von Heinrich II. der erste "von zwei Schicksalsschlägen" sei. Meinte er den Tod von Heinrich III.?

Königin Katharina von Medici war Jahre vor dem Tod des Königs überzeugt, dass die Prophezeiung des Nostradamus tatsächlich Heinrich II. gemeint habe. Dadurch wurde der Seher im ganzen Land berühmt.

Analysen der Verkaufszahlen von den Prophezeiungen des Nostradamus haben Erstaunliches ergeben. Immer, wenn die Welt sich am Abgrund befand oder aber die Zukunft auf unsicheren Beinen stand, schnellten die Nachfragen nach seinen Schriften in die Höhe.

Das war vor Jahrhunderten so, in den Weltkriegen oder auch dem Golfkrieg und im Jahre 1999. Zum Jahrtausendwechsel fürchteten viele Menschen den Weltuntergang. Viele Autoren nutzten dies geschickt, um mit Nostradamus-Büchern an dieser Angst zu verdienen.

Einige Autoren haben sogar ihre viele Jahre alten Bücher über den Seher unter neuem Titel mit anderen Jahresangaben neu veröffentlicht. Und im Internet kursierten allerlei verfälschte Aussagen des Propheten zum Jahrtausendwechsel. Auch nach den Anschlägen des 11. September 2001 war dies zu beobachten.

Doch ein Blick in die Schriften des Nostradamus hätte 1999 gezeigt, dass es keinen Weltuntergang gibt. Der Prophet beschrieb Ereignisse, die noch Jahrtausende in der Zukunft liegen. Das befürchtete Jüngste Gericht datierte der Seher auf 5351 nach Christus, da seine Zeitrechnung am 1. März 1555 beginnt. Von diesem Tag an 3797 Jahre in der Zukunft kommt das Jüngste Gericht über die Welt.

Spannend wird es um Nostradamus wieder in diesen Tagen. Am 13. Dezember 2003 wurde Saddam Hussein festgenommen. Und exakt am 500. Geburtstag des Nostradamus, am 14. Dezember 2003, wurde die Meldung weltweit durch USA bekannt gegeben. Hier werden sicher Verschwörungsfans in Zukunft einen Zusammenhang erkennen wollen. Vor allem mit Blick auf eine Vorhersage des Sehers in seiner XI. Centurie im 40. Doppelvers.

Dort findet sich der Hinweis, dass der Sohn durch Krieg und Feuer das von seinem Vater begonnene Werk vollenden wird. Ist damit die Verhaftung von Hussein durch die Bemühungen von Präsident Georg W. Bush gemeint? Im ersten Golfkrieg von Bush senior wurde Bagdad nicht erobert.

Das Problem ist bei den Schriften des Nostradamus die Interpretation seiner Worte. Und das Problem wird auch bleiben. Es ist Sache der Auslegung, was die einzelnen "Experten" hinter den Worten des großen Sehers erkennen.

Autor: Walter-Jörg Langbein

Quelle: freenet.de
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