SETI benennt neuen Alienjäger

Dr. David Morrison © NASA
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Dr. David Morrison © NASA

 
23.06.2010 - 15:35 Uhr

Mountain View/ USA - Mehr als 26 Jahre nach der Gründung des "SETI Institute" hat der bisherige Chefwissenschaftler des "Carl Sagan Center for Study of Life in the Universe" Frank Drake mit David Morrison seinen Nachfolger benannt.

Der einstige Doktorand unter Carl Sagan, gilt als führender Weltraumwissenschaftler und leitet neben seiner zukünftigen SETI-Forschung auch das "Lunar Science Institute" am Ames Research Center der NASA. International bekannt ist Dr. Morrison für seine Forschungsarbeiten über kleine Himmelskörper im Sonnensystem und als Autor von 155 wissenschaftlichen Fachartikeln sowie zahlreichen Fachbüchern.

Wie auch schon die bisherigen Führungspersonalien der US-amerikanischen SETI-Forschung, wie sie nach Spuren und Signalen außerirdischer Intelligenzen sucht, so wird sich auch mit Morrison an der Denkart bei SETI voraussichtlich nicht viel ändern. Wie seine SETI-Vorgänger und Kollegen, Carl Sagan, Seth Shostak und Jill Tarter ist auch Morrison Mitglied der US-amerikanischen Skeptikerorganisation CSI (Committee for Skeptical Inquiry) und wird nicht zuletzt aus diesem Grund voraussichtlich die bisherige konservative Denkweise von SETI fortsetzen, die sich jeglichen unkonventionellen, visionären oder gar exotischen Denkansätzen traditionell zunächst einmal versperrt und einem vornehmlich humanozentrischen Weltbild folgt.

Bestes Beispiel hierfür war die Entdeckung eines komplexen Kornkreismusters im August 2001 in einem Weizenfeld unmittelbar neben dem Radioteleskop im englischen Chilbolton. Ganz gleich welchen Ursprungs, war dieses Kornkreismuster eine zweifelsohne aufwendig erstellte Antwort auf die 1974 ins All gesendete Botschaft der Menschheit - wurde jedoch von SETI nicht einmal einer inhaltlichen Analyse für Wert befunden.

Stattdessen reagierte man bei SETI grundsätzlich ablehnend auch nur auf die Idee, dass der lang ersehnte "First Contact“ in Form eines Kornkreises und nicht über die SETI-Radioteleskope stattgefunden haben könnte.

Als Hauptargument in dieser Frage führte das SETI-Institut folgende Feststellung an: "Wenn die Aliens das Signal (von 1974) empfangen haben bedeutet dies, dass sie auch über unsere technischen Möglichkeiten, hochfrequente Radiosignale zu senden und zu empfangen, bescheid wissen (...) Dieses Wissen hätten sie im Falle des Kornkreises dann auch dadurch offenbart, da die (Kornkreis)-Antwort direkt in ein Feld neben ein Radioteleskop gelegt haben. Warum sollten sie sich also für eine solch grobe Methode entschieden haben, eine derart einfache Botschaft in ein Weizenfeld zu schneiden (Anm. d. Red.: Auch der Chilbolton Kornkreis wurde nicht ins Feld geschnitten, sondern durch Niederlegen der Pflanzen ins Feld eingeprägt), anstatt die gleiche Botschaft als Radiosignal an die Station zu übermitteln. Mit einer Radiobotschaft hätten sie zudem weitaus mehr, als nur eine Antwort auf unsere 'Frage' geben können (...). Wenn die Aliens also in der Lage sind nach Hampshire zu kommen, sollten sie auch entwickelt genug sein, uns etwas mehr Informationen anzubieten, als man auch in einem Glückskeks finden kann." (Weitere Hinweise zum Antwort-Kornkreis von Chilbolton finden Sie auf "grenzwissenschaft-aktuell.de)

Auch die Möglichkeit, dass kontaktfreudige Außerirdische mittels anderer Technologien den Kontakt mit der Erde suchen könnten, und die über lange Zeit von SETI genutzte Radiotechnologie sogar veraltet sein könnte, wurde bei SETI erst in den letzten Jahren erkannt. Erst in den vergangenen Jahren wird in diesem Zug nun auch der von vielen SETI-Forschern lange stiefmütterlich behandelten Suche nach intelligenten Laser-Signalen (OSETI, Optical Search für Extraterrestrial Intelligence) größere Aufmerksamkeit und Ressourcen gewidmet.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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