Studie belegt mysteriöse genetische Neuausrichtung der Mitteleuropäer vor 4.500 Jahren

Symbolbild Megalithkultur: Der Gollenstein bei Blieskastel im
Saarland © A. Müller, grewi.de
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Symbolbild Megalithkultur: Der Gollenstein bei Blieskastel im Saarland © A. Müller, grewi.de

 

Adelaide (Australien) - Vor rund 4.500 Jahren kam es in der Abstammungslinie der Mitteleuropäer zu einem vollständigen genetischen Neuausrichtung. Welches Ereignis für den heute noch genetisch nachweisbaren Wandel verantwortlich war. ist den Genetikern bislang noch ein großes Rätsel.

Wie das internationale Team von Genetikern und Biologen der Universitäten Huddersfield und Mainz um den Hauptautor Alan Cooper vom Australian Center for Ancient DNA an der University of Adelaide aktuell im Fachjournal "Nature Communications" beschreibt, untersuchten sie zahlreiche in Mitteleuropa gefundene, 2.500 bis zu 7.500 Jahre alte Skelette.

Erneut bestätigt die Analyse frühere Studien, die aufzeigen, dass sich einst nicht nur landwirtschaftliches Wissen und neue Ideen gen Westen verbreitet hatten, sondern vornehmlich die Menschen aus der heutigen Türkei selbst den Westen Europas kolonialisierten und vor rund 7.500 Jahren bis ins heutige Deutschland vorgedrungen waren.

"Was jedoch erstaunlich ist, dass die genetischen Marker dieser ersten pan-europäischen Kultur, die zweifelsohne recht erfolgreich war, ganz plötzlich vor etwa 4.500 Jahren vollständig verschwinden und ersetzt wurden und wir nicht wissen, warum", erläutert Cooper. "Damals muss es zu einem bedeutenden Ereignis gekommen sein und wir sollten uns alle Mühe geben herauszufinden, was das war."

Die Analyse zeigt demnach, dass die ersten Bauern im heutigen Deutschland eng mit Menschen aus dem Nahen Osten und Anatolien verwandt waren, die in Form einer Art landwirtschaftlicher Revolution die bis dahin in Mitteleuropa ansässigen Jäger und Sammler ablösten.

Doch dieser ursprüngliche Einfluss gehöre heute nicht mehr zum genetischen Erbe Westeuropas, so die Forscher. Stattdessen veränderte sich vor rund 4.500 Jahren das genetische Profil der Mittel- bis Westeuropäer radikal. Dieser Vorgang deute auf ein bis heute noch mysteriöses und einschneidendes Ereignis zu dieser Zeit hin, das die Population Europas nahezu vollständig umkrempelte.

Die Forscher vermuten, dass die sogenannte (vor)keltische bis Glockenbecherkultur, die gegen 2.800 v. Chr. auf der iberischen Halbinsel entstand, sich entlang der Küsten bis auf die britischen Inseln ausbreitete und deren Mitglieder auch für die Entstehung und Verbreitung der Megalithkultur und damit für die Errichtung von bauten wie Stonehenge verantwortlich waren, eine bedeutende Rolle in dieser genetischen Umwälzung spielte.

"Wir haben herausgefunden, dass die genetischen Wurzeln der modernen Europäer sich erst während des mittleren Neolithikums (Jungsteinzeit) und damit nach dem mysteriösen Ereignis herausbildeten, so der Co-Autor der Studie Wolfgang Haak. "Die genetische Vielfalt wurde dann durch eine Reihe von sich ausdehnenden Kulturen aus Iberien und Osteuropa während es späten Neolithikums immer weiter modifiziert."

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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