Studie: Frauen besser als Männer beim Multitasking

Frauen sind besser darin als Männer, mehrere Dinge gleichzeitig
zu tun - diese weit verbreitete Ansicht zum sogenannten
Multitasking stützt eine neue Studie aus der Schweiz.
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Frauen sind besser darin als Männer, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun - diese weit verbreitete Ansicht zum sogenannten Multitasking stützt eine neue Studie aus der Schweiz.

 © ALBERTO PIZZOLI - AFP/Archiv
25.01.2017 - 10:19 Uhr

Frauen sind besser darin als Männer, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun - diese weit verbreitete Ansicht zum sogenannten Multitasking stützt eine neue Studie aus der Schweiz. Allerdings gelte dies nicht für ältere Frauen, heißt es in der Studie, die am Mittwoch im Fachblatt "Royal Society Open Science" veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler ließen gesunde Menschen auf einem Laufbahn laufen und analysierten ihre Bewegungsabläufe. In einem zweiten Teil mussten die Probanden auf dem Laufband einen Sprachtest absolvieren. Dabei zeigte sich, dass der Gang von Frauen unter 60 Jahren durch den Sprachtest nicht beeinflusst wird.

Ältere Frauen sowie Männer aller Altersgruppen schwangen den rechten Arm hingegen nicht mehr so stark mit wie vorher, während die Bewegung des linken Arms im Vergleich zum Testlauf ohne Sprachtest unverändert blieb. Die Steuerung von Schwungbewegungen des rechten Arms wie auch der Sprache wird in der linken Hirnhälfte verortet.

"Wir waren überrascht, einen beständigen Geschlechterunterschied festzustellen bei der Interaktion von zwei relativ einfachen Verhaltensweisen - kognitive Kontrolle und Armschwung", sagte der Neurowissenschaftler Tim Killeen von der Schweizerischen Universitätsklinik Balgrist der Nachrichtenagentur AFP.

Killeen und seine Kollegen hatten eigentlich gar nicht geschlechtsspezifische Unterschiede erforschen wollen. Vielmehr wollten sie die Bewegungsmuster gesunder Menschen analysieren, um Patienten mit Gangstörungen besser behandeln zu können. Dazu hatten sie 83 Menschen im Alter zwischen 18 und 80 Jahren auf das Laufband geschickt und deren Bewegungen mit Infrarot-Kameras aufgezeichnet.

Um die Bewegungen unter einer gewissen Belastung zu studieren, wurde mit den Probanden der sogenannte Stroop-Test gemacht. Bei diesem in den 30er Jahren entwickelten Sprachtest werden den Teilnehmern Karten gezeigt, auf denen "Grün", "Rot" oder andere Farben als geschriebenes Wort stehen. Die Probanden sollen dann die Farbe der Tinte nennen, in der die Wörter jeweils geschrieben sind und nicht das Wort selbst.

"Als wir die verbale Aufgabe hinzugefügt haben, haben wir bei Männern jeden Alters und Frauen über 60 beobachtet, dass die Symmetrie (der Bewegungen) zusammenbrach", berichtete Killeen. Dass Frauen zumindest bis zu einem gewissen Alter auch bei allen anderen Aufgaben besser im Multitasking seien, wollte der Neurowissenschaftler daraus jedoch nicht folgern. Als möglichen Erklärungsansatz für das schlechtere Abschneiden älterer Frauen nannte Killeen einen möglicherweise verringerten Einfluss des weiblichen Hormons Östrogen.

Quelle: 2017 AFP
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