USA lehnen Teilnahme an Ermittlung zur Panne der russischen Marsmond-Sonde ab

Künstlerische Darstellung der geplanten Mission "Fobos-Grunt"
(Illu.). © ROSKOSMOS
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Künstlerische Darstellung der geplanten Mission "Fobos-Grunt" (Illu.). © ROSKOSMOS

 

Moskau/ Russland - Nachdem mittlerweile verschiedene russische Politiker mehr oder weniger indirekt die USA für den Fehlschlag der russischen Marsmond-Mission Fobos-Grunt, die angeblich von US-Radar beschädigt worden sein soll, verantwortlich gemacht haben, berichtet die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti (de.rian.ru) nun, dass die USA eine Einladung Russlands zur Teilnahme an Ermittlungen über die Ursachen für das Scheitern der Mission abgelehnt hätten.

Zuvor hatte der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos in einem Interview schwere Vorwürfe in Richtung westlicher Staaten, allen voran gegen die USA erhoben - ohne diese jedoch direkt namentlich zu nennen. Demnach könnte die russische Mars-Sonde möglicherweise Opfer des Angriffs eines Satellitenabwehrsystems gewesen sein. Auch andere aktuelle und zugleich gescheiterte Raumfahrtmissionen Russlands führte Vladimir Popovkin auf mögliche Einflussnahme durch störende "starke Radar-Signale von einer Anlage in Alaska" zurück (wir berichteten).

"Roskosmos hatte der US-Seite offiziell die Teilnahme an der Untersuchung und einem Bodenexperiment angeboten, aber die USA lehnten diese Einladung ab“, zitiert die Nachrichtenagentur den stellvertretenden Chef der russischen Weltraumbehörde, Anatoli Schilow.

Laut einer der Versionen, die jetzt geprüft werden, könnte der Ausfall der Marschtriebwerke der Raumsonde Fobos-Grunt vom störenden Einfluss einer US-Radaranlage ausgelöst worden sein.

Des Weiteren teilte Schilow mit, dass die zuständige Roskosmos-Kommission ihre Arbeit, darunter die Untersuchung einer möglichen ungewollten Einwirkung von militärischen US-Radaranlagen auf den Marshall-Inseln, bereits abgeschlossen habe. Ein Abschlussbericht solle dem Roskosmos-Chef Wladimir Popowkin am kommenden Montag vorgelegt und in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

Zuvor hatte das Pentagon die Vermutungen und Anschuldigungen der russischen Seite zurückgewiesen. Eine derartige Beeinflussung der Sonde durch US-Radar sei schlichtweg "unmöglich", erklärte der ehemalige Offizier Brian Weeden vom U.S. Air Force Space Command gegenüber dem Wired-Magazin (wired.com). "Radar wirkt sich auf diese Weise einfach nicht aus." Es sei natürlich nahezu unmöglich beispielsweise Verschwörungstheoretiker davon zu überzeugen. Auch der Pentagonsprecher George Little, wird von Wired mit den Worten zitiert, dass es sich bei diesen Anschuldigungen um nicht mehr als um eine "Mondscheintheorie" handle.

Ziel der Mission "Fobos-Grunt" (Phobos-Boden) war es, im Februar 2013 auf den Marsmond Phobos landen und hier bis zu 400 Gramm Bodenmaterial einzusammeln, die dann mit einer Rückkehrrakete im August 2014 zur Erde zurück transportiert werden sollten.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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