Verborgene Nachbargalaxie entdeckt?

Archiv: die Große Magellansche Wolke NASA
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Archiv: die Große Magellansche Wolke NASA

 

Berkeley/ USA - Aufgrund von Störungen in Gaswolken am Rande unserer Galaxie spekulieren Astronomen der University of California darüber, dass unsere die Milchstraße eine große jedoch bislang nicht entdeckte Satellitengalaxie besitzt und sich deren Gravitation auf die Milchstraße auswirkt.

Sukanya Chakrabarti und Leo Blitz haben die Daten dieser Störungen ausgewertet und am Computer simuliert: "Wir haben eine Vielzahl möglicher Szenarien durchgespielt und beispielsweise die Masse der Störungsquelle oder deren Entfernung zur Milchstrasse immer wieder verändert", so Chakrabarti. "Die den Daten am ehesten gerecht werdende Simulation berechnet eine bislang unbekannte Galaxie mit nur einem Prozent der Masse der Milchstraße bzw. 10 Milliarden Sonnenmassen."

Damit hätte das Objekt in etwa die Masse der hellsten Satellitengalaxie, der sogenannten Großen Magellanschen Wolke (GMW), einer Satellitengalaxie aus der sogenannten "Lokalen Gruppe", von Galaxien in unmittelbarer Nachbarschaft unserer Milchstraße.

Derzeit befände sich das Objekt etwa 300.000 Lichtjahre von der Milchstraße und damit etwa doppelt so weit entfernt, wie die GMW. Wahrscheinlich vor rund 300 Millionen Jahre habe die Galaxie auf ihrer lang gezogenen elliptischen Bahn in 16.000 Lichtjahren Entfernung zum galaktischen Zentrum die Milchstraße durchkreuzt und dabei die Störungen hervorgerufen.

Auch auf die Frage, warum die Galaxie bislang unentdeckt geblieben sei, glauben die Forscher eine mögliche Antwort gefunden zu haben: Es handele sich nicht um eine besonders helle Galaxie. Während etwa die GMW aufgrund ihrer zahlreichen jungen Sterne und Gase hell erstrahlt, könnte die nun vermutete Galaxie bereits "tot" sein und nur noch alte Sterne und sehr wenig Gas enthalten. Hinzu könnte die Galaxie die Milchstraße in der gleichen Eben umkreisen, wie die sogenannte galaktische Scheibe zu der auch die für die Milchstraße charakteristischen Spiralarme gehören. "Die Galaxie könnte sich also hinter einer dichten Wolke aus Gasen und Staub der Scheibe verbergen. Sehr wahrscheinlich befindet sie sich in einer stark verdeckten Region", zitiert der "Newscientist.com" Sukanya Chakrabarti dessen Studie gemeinsam mit Blitz in der kommenden Ausgabe des Fachjournals "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" erscheinen wird.

Weitere Untersuchungen sollen nun dabei helfen, die exakte Position der Galaxie auszumachen um Astronomen genau anzeigen zu können, wo sie zu suchen haben.

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